Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Rufil Russia Consulting

Von Beatrice Grundheber und Larissa Mass

Verliebt in Piter – Ein Wochenende in Sankt Petersburg

Sankt Petersburg – eine der schönsten Städte Europas, nur wenige Flugstunden von Deutschland entfernt, aber doch von so vielen unterschätzt und noch vielen unbekannt. Dabei bietet die schöne Stadt im russischen Norden prachtvolle Paläste, goldene Dächer, eine beeindruckende Geschichte, aber vor allem eine lebendige Szene junger Kreativer.

Ein Reisebericht von Beatrice Grundheber und Larissa Mass

Vor zehn Jahren lebte und liebte ich einst die schöne Nordische. Einer Einladung der Stadt Sankt Petersburg gefolgt, durfte ich diese ein Jahrzehnt später wieder neu entdecken. Vieles hat sich verändert. Petersburg ist nicht mehr so rau wie früher, ist sauberer, populärer und irgendwie „Instagram“-tauglich geworden. Dennoch hat sie an Charme und Faszination nicht verloren. Gemeinsam mit meiner russlanddeutschen Kollegin und Co-Berlinerin Larissa Mass, die gerade für ein Jahr in St. Petersburg lebt, führen wir euch durch unser Sankt Petersburg und zeigen euch die aktuellen Lieblingsplätze der Einheimischen unserer russischen Lieblingsstadt.

Privet Sankt Petersburg! Allgemeines zur Reise

Drei bis vier Nächte oder ein verlängertes Wochenende reichen völlig aus, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu besichtigen und die Atmosphäre der Stadt zu erleben und verstehen. Anreisen kann man easy per Flugzeug – der Flughafen Pulkovo ist nur wenige Flugstunden von Deutschland entfernt. Aus Moskau ist die Anreise per Flugzeug oder Zug möglich. Wir empfehlen den Schnellzug „Sapsan“. Dieser ist relativ günstig und braucht knapp vier Stunden von Moskau nach Petersburg. Preisgünstiger und abenteuerlicher ist die Nachtzug-Variante, allerdings empfehlen wir diese nur Gruppenreisenden oder Reisenden, die ein wenig Russisch verstehen. Zugtickets können online auf der englischen Webseite der Russischen Bahn erworben werden.

Eine Reise nach Sankt Petersburg lohnt sich vor allem in den Sommermonaten. Von November bis März ist es dort sehr kalt und das Wetter meist unbeständig. Die Petersburger verfallen quasi einem Winterschlaf und halten sich in dieser Zeit überwiegend zu Hause auf. Viel schöner ist es daher von Mai bis August. In dieser Zeit trifft man viele Petersburger auf den Straßen und erst dann entfaltet die Stadt ihren ganzen Charme.

Unbedingt erleben sollte man einmal die Stadt während der weißen Nächte, zur Sommerwende. Sie finden von Ende Mai bis Mitte Juli statt. Der längste Tag in Sankt Petersburg ist vom 22. auf den 23. Juni. Dann wird es nicht dunkel und die jungen Russinnen und Russen spazieren auf dem Newskij Prospekt, feiern in der Rubinstein Straße oder verbringen das Wochenende im Kulturzentrum Sevkabel.

Wichtig: Für die Reise nach Russland ist ein Visum notwendig. Das Visum muss unbedingt vor der Russlandreise beantragt und genehmigt werden.

Sehenswürdigkeiten in St. Petersburg: Auferstehungskirche, Newakanal und der Winterpalast.

Die Stadt erstreckt sich auf 42 Inseln. Die größten und auch wichtigsten Inseln sind die Wassiljewski-Insel, Petrograder Insel und die Admiralteiskaja Seite. Es gibt etwa 90 Flüsse und Kanäle mit über mehr als 300 Brücken, darunter fallen auch 13 Zugbrücken, die von Ende April bis November hochgezogen werden. Viele Inseln sind dann nur noch mit dem Auto, Taxi oder Uber zu erreichen. Um dies zu vermeiden, empfehlen wir euch die Unterbringung auf der Admiralteiskaja Seite, wo alle Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Bars fußläufig bzw. kostengünstig per Uber zu erreichen sind.

Bester Kiez für AirBnb & Co.

Apartments im Admiralteiski Viertel, beispielsweise in der uliza Kasanskaja sind vor allem empfehlenswert, wenn man die zentralen Sehenswürdigkeiten alle in kurzer Zeit sehen möchte. Cafés und Restaurants für wunderbare Frühstücksoptionen sind in dieser Gegend überall vorhanden.

Jedoch ein besonderes Highlight sind die Airbnb-Möglichkeiten in der Rubinstein-Straße, wo sich abends die lebendige Ausgehmeile befindet. Vor einem Jahrhundert war es ein sehr nobles Viertel, in dem einst der russische Komponist Anton Rubinstein lebte. 

Mit ein bisschen Glück lässt sich sogar eine Wohnung im bemerkenswertem “Tolstoi-Haus”, einem riesigen Wohngebäude mit drei Innenhöfen mieten. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut und gehörte dem Grafen Michail Tolstoi und zählt mit seinen berühmten Fassaden und hohen Rennaissance Torbögen zu den schönsten St. Petersburger Innenhöfen.

Souvenirstand und Kasaner Kathedrale.

Zwischen Newa und Moika: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

Peter der Große gründete Sankt Petersburg Anfang des 18. Jahrhunderts. Aus der Zarenzeit sind viele Bauten erhalten geblieben. Alle herausragenden Sehenswürdigkeiten versammeln sich zwischen den Flüssen Newa und Moika und sind sehr gut zu Fuß erreichbar. Zu den schönsten Bauten zählen die Peter-und-Paul-Festung, die Blutkirche, die Eremitage sowie das Nevskij Prospekt.

Ein weiteres Highlight ist das Hochziehen der Brücken. Jede Nacht ab 1:20 Uhr werden die Brücken über den Fluss Newa hochgezogen, damit die großen Schiffe die Stadt passieren können. Beobachten lässt sich das Spektakel am besten am Ufer zwischen der Schlossbrücke und der Blagoweschtschenski-Brücke. Wem die Aussicht vom Land zu langweilig ist, kann das Geschehen auch vom Fluss aus beobachten. Zahlreiche Bootsfahrten werden angeboten. Morgens um 5:00 Uhr werden die Brücken dann wieder heruntergelassen.

The Place to be: Kulturzentrum Sevkabel

Als “The Place to be” hat sich im letzten Jahr das Port Sevkabel auf der Wassiljewski-Insel etabliert. Früher wurden hier Kabeltrommeln hergestellt, heute ist es ein Ort für die junge Kulturszene. Die Atmosphäre des alten Industriegeländes wurde möglichst versucht aufrecht zu halten. Die Hallen sind nun Heimat für regelmäßigen Design- oder Foodmessen, Skaterrampen und Festivals. Ein beliebter Platz, um über den finnischen Meerbusen den Sonnenuntergang zu folgen. Im Winter wunderbar zum Schlittschuhfahren und Glühweintrinken.

Am Wochenende lohnt sich auch die DJ-Liste des auf dem Gelände ansässigen Clubs KPD zu checken.

Kulturzentrum Sevkabel

Cappuccino, Sirniki und israelische Küche – die besten Foodtipps

Die Herausforderung in der Stadt an der Newa ist nicht ein tolles Café zu finden – sondern sich für eines unter den zig süßen und individuellen Angeboten entscheiden zu müssen. Der Cappuccino ist immer gut und der Milchschaum so liebevoll verziert wie die Inneneinrichtung dekoriert. Empfehlenswert ist “Seize the Impress” mit super tollen Sirniki – einer süßen, russischen Quarkpfannkuchen, die sich hier auch sehr unrussisch mit Popcorn ausprobieren lassen.

Nach einem Besuch in der Eremitage lässt sich in dem coolen “Cafe Brat” mit einer gemütlichen Wohnzimmeratmosphäre entspannen. Die Karte bietet eine weite Auswahl auch an vegetarischen und veganen Optionen. Trotz der zentralen Lage ist das Café kein überlaufener Hotspot, da es sich etwas versteckt in der ersten Etage eine Gebäudes befindet und der Besucher erst unten klingeln muss.

Besucher des Café Brat müssen erst einmal unten klingeln.

In Russlands Großstädten wird zurzeit israelisches Streetfood gehypt – so ist Bekitzer zu einem der angesagtesten Restaurant-Bars geworden mit mittlerweile mehreren Filialen in St.Petersburg. Die bekannteste befindet sich am Anfang der Ausgehstraße Uliza Rubinsteiner. Die Inneneinrichtung bei Bekitzer ist industriell-alternativ, der Musikgeschmack passt zu den jungen, tätowierten, lässig-europäischen Angestellten.

Wer es etwas schicker aber noch zu fairen Preisen haben möchte, kann bei einer guten Weinauswahl, moderner russischer Küche und fantastischen Desserts im Polnij Ballet im Admiralteiski Viertel in der uliza Gorochovja entspannen.

Bei einem Russlandbesuch darf der Gang zum guten georgischem Essen nicht fehlen. Direkt an der Kasanskaja Kathedrale finden sich der moderne, minimalistisch dekorierte George “Cafe Suliko” – unbedingt den fantastischen Käsefladen Chatchapuri miteinander teilen.

Schöne Cafés, Bars und Clubs in der Nähe der Fontanka. (1)

Feiern wie die Petersburger: Karaokebars und Elektroclubs

Die Ausgehszene in St. Petersburg ist entspannt – die besten Bars finden sich in der Ul. Rubinsteiner, da reiht sich eine ungewöhnliche Bar neben der anderen.

Beispielsweise der etwas gediegenere “Social Club”, der von den Gründern als Raum für den “modernen Dandy” bezeichnet wird. Auf den bequemen Sofagarnituren hat man einen tollen Blick auf die Ul. Rubinsteiner und seinen schicken Fassaden aus dem 19. Jahrhundert.

Direkt neben dem Social Club findet sich die einzigartige Konzeptbar “Commode”. Die Bar selbst ist in einer ehemaligen Wohnung in mehrere Räume aufgeteilt, wo sowohl Karaoke gesungen, wie auch Gesellschaftsspiele gespielt werden. Der Gast zahlt einen Stundenpreis um die zwei-drei Euro und erhält dafür die Getränke an der Bar zum Selbstkostenpreis.

Und wer nach ein paar Drinks Lust hat noch Tanzen zu gehen, findet die besten Locations direkt neben der Blutskirche: In den Tiefen der Höfe am Konyushennaya-Platz reihen sich mehrere Clubs und Bars.

Charmant ist das “Tanzploschadka” das von Bar in eine große Tanzfläche übergeht. Besonderer Pluspunkt ist der charmante Innenhof mit einer Bar, Girlanden und einem Basketballkorb. Härtere Clubatmosphäre mit elektronischer Musik ist ebenfalls auf dem Konyushennaya-Platz zu finden. Im Sommer wird hier auch auf Terrasse getanzt.

Schöne Cafés, Bars und Clubs in der Nähe der Fontanka. (2)

Titelbild

Fotos: Beatrice Grundheber / Unsplash

Beatrice Grundheber ist freie Digitale Marketerin und Chefredakteuerin des Berliner Blogprojektes berlinograd.com. Larissa Mass ist freie Journalistin und unterrichtet zurzeit an einer Universität in St.Petersburg. Die Wahlberlinerinnen verbindet die Liebe zu Russland, zur russischen Sprache und zu den russischen Menschen.  Tatsächlich haben sie sich mittlerweile öfter in Russlands Großstädten wie Moskau, Sotchi und St.Petersburg getroffen als in Deutschland.

Beatrice Grundheber ist einer Einladung der Stadt St. Petersburg gefolgt. Die Kosten für die Reise, Unterkunft sowie Verpflegung wurden getragen. Daher handelt es sich um einen gesponserten Post. 

Beatrice Grundheber
Über die Autoren

lebt in Berlin und ist als Selbstständige in den Bereichen Event, Social-Media-Management und Text tätig.

Als Bloggerin schreibt und fotografiert sie für ihr Blogprojekt
„berlinograd.com“
, welches sie im Mai 2014 gründete. Beleuchtet wird darin das russische Leben in Berlin, wobei die Vorstellung russischsprachiger Kreativer, ihrer Geschichten und ihres Schaffens in Deutschland im Mittelpunkt stehen.

Larissa Mass

Larissa Mass ist freie Journalistin und unterrichtet zurzeit an einer Universität in St.Petersburg.