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Russland sperrt Zugriff auf das Business-Netzwerk LinkedIn

Der Föderale Dienst für die Aufsicht im Bereich der Kommunikation, Informationstechnologie und Massenkommunikation („Roskomnadsor“) hat ein Rechtsverfahren gegen das US-amerikanische Business-Netzwerk LinkedIn eingeleitet. Falls LinkedIn nicht auf die Forderungen der Behörde reagiert, soll der Zugriff auf die Plattform gesperrt werden. Genau das wurde heute von einem Gericht in Moskau bestätigt. Dies schreibt The Washington Post. 

Der Grund für das Rechtsverfahren ist ein Gesetz zur Datenspeicherung, das im September 2015 in Kraft getreten ist. Demnach müssen personenbezogene Daten russischer Staatsbürger in Russland gespeichert werden (Ostexperte.de berichtete). Dies stellt ausländische Unternehmen vor große Herausforderungen. Zahlreiche Unternehmen wie Alibaba, Apple, Booking.com oder Google haben entsprechende Nutzerdaten bereits nach Russland transferiert. LinkedIn dagegen hat bisher keine Maßnahmen getroffen, behauptet Roskomnadsor-Sprecher Wadim Ampelowskij.

Zugriff auf LinkedIn in Russland wird ab nächster Woche blockiert

Die Entscheidung des Moskauer Stadtgerichts wird in der nächsten Woche in Kraft gesetzt. Somit ist LinkedIn das erste ausländische Unternehmen, das dem kontroversen Gesetz zum Opfer fällt. Wadim Ampelowskij sagte heute gegenüber Interfax, dass LinkedIn den Datenschutz seiner Nutzer missachte. Das Business-Netzwerk wird in ein entsprechendes Register eingetragen. Danach werden die Internetprovider in Russland darum gebeten, den Zugriff auf LinkedIn zu sperren. Als Nächstes könnte es Twitter und Facebook treffen, vermuten Experten.

Russische Behörden kritisieren Datenschutz von LinkedIn

LinkedIn hat vor fünf Jahren den russischen Ableger des Karriere-Netzwerks gestartet. Das US-Unternehmen sei aufgrund von nachlässigem Umgang mit personenbezogenen Daten negativ aufgefallen, so Ampelowskij. Auf zwei Anfragen von Roskomnadsor hätte das Unternehmen keine „substantielle Antwort“ gegeben. Bereits am 4. August hat ein Gericht in Moskau LinkedIn auf eine Liste mit Unternehmen gesetzt, die angeblich Datenrechte der russischen Bürger verletzen.

Damals hat LinkedIn Berufung gegen die Entscheidung des Gerichts eingelegt. „Jedoch sehen wir uns gezwungen, den Zugang zu der Website zu sperren, falls sich die Einschätzung des Gerichts bestätigen sollte“, so Ampelowskij. Ein Grund für das strikte Vorgehen gegen LinkedIn seien eklatante Sicherheitslücken, die das soziale Netzwerk in der Vergangenheit aufzeigte. Zuletzt führte ein erfolgreicher Hackerangriff im Jahre 2010 zum Diebstahl von über 6,2 Millionen personenbezogenen Datensätzen.

Derzeit sind auf LinkedIn etwa fünf Millionen Nutzer aus Russland registriert. Das entspricht etwa einem Prozent der gesamten Nutzerzahl des sozialen Netzwerks.

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Quelle: www.flickr.com

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