Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Levin FilzenVon

Russische Behörde will Zugang zum sozialen Netzwerk LinkedIn sperren

Der Föderale Dienst für die Aufsicht im Bereich der Kommunikation, Informationstechnologie und Massenkommunikation („Roskomnadzor“) hat ein Rechtsverfahren gegen das US-amerikanische Business-Netzwerk LinkedIn eingeleitet. Falls LinkedIn nicht auf die Forderungen der Behörde reagiert, soll der Zugriff auf die Plattform gesperrt werden. Dies berichtet die russische Nachrichtenagentur Interfax.

Der Grund für das Rechtsverfahren ist ein Gesetz zur Datenspeicherung, das im September 2015 in Kraft getreten ist. Demnach müssen personenbezogene Daten russischer Staatsbürger in Russland gespeichert werden (Ostexperte.de berichtete). Dies stellt ausländische Unternehmen vor große Herausforderungen. Zahlreiche Unternehmen wie Alibaba, Apple, Booking.com oder Google haben entsprechende Nutzerdaten bereits nach Russland transferiert. LinkedIn dagegen hat bisher keine Maßnahmen getroffen, behauptet Roskomnadzor-Sprecher Wadim Ampelowskij .

Roskomnadzor kritisiert Sicherheitslücken bei LinkedIn

Das Microsoft-Tochterunternehmen LinkedIn hat vor fünf Jahren den russischen Ableger des Karriere-Netzwerks gestartet. LinkedIn sei aufgrund von nachlässigem Umgang mit personenbezogenen Daten negativ aufgefallen, so Ampelowskij. Auf zwei Anfragen von Roskomnadzor hätte das Unternehmen keine „substantielle Antwort“ gegeben. Bereits am 4. August hat ein Gericht in Moskau LinkedIn auf eine Liste mit Unternehmen gesetzt, die angeblich Datenrechte der russischen Bürger verletzen.

Damals hat LinkedIn Berufung gegen die Entscheidung des Gerichts eingelegt. „Jedoch sehen wir uns gezwungen, den Zugang zu der Website zu sperren, falls sich die Einschätzung des Gerichts bestätigen sollte“, so Ampelowskij. Ein Grund für das strikte Vorgehen gegen LinkedIn seien eklatante Sicherheitslücken, die das soziale Netzwerk in der Vergangenheit aufzeigte. Zuletzt führte ein erfolgreicher Hackerangriff im Jahre 2010 zum Diebstahl von über 6,2 Millionen personenbezogenen Datensätzen.

Derzeit sind auf LinkedIn etwa fünf Millionen Nutzer aus Russland registriert.

Titelbild

Quelle: LinkedIn Office, Ben Scholzenflickr.com (CC BY 2.0

 

Levin Filzen
Über den Autor

ist freier Autor bei Ostexperte.de.

Derzeit studiert er Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Hannover. Im Rahmen eines Programmes des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) absolviert er ein halbjähriges Praktikum im Marketing & Sales bei RUFIL CONSULTING in Moskau, um Erfahrungen in der russischen Geschäftswelt zu sammeln.