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Was eine aktuelle Umfrage der AEB unter europäischen Unternehmen in Russland ergab

Der europäische Unternehmerverband AEB (Association of European Businesses) hat am 14. Juni 2016 die Ergebnisse seiner gemeinsam mit GfK Rus durchgeführte Umfrage “Strategies and Prospects for European companies in Russia” bekanntgegeben (Link zur Auswertung der AEB-Umfrage). Die Umfrage sollte das Vertrauen, die Planungen bezüglich der Geschäftsentwicklung sowie die Bewertung des lokale Investitionsklimas von europäischen Unternehmen untersuchen, die Geschäfte in Russland machen. 

Association of European BusinessesFür die 9. AEB-Umfrage wurden 89 Top-Manager aus AEB-Mitgliedsfirmen im März und April 2016 persönlich und online befragt. 20 Prozent der Befragten waren Russen, 17 Prozent Deutsche und 9 Prozent Niederländer.

Negativfaktoren für das Russlandgeschäft

Für die meisten ausländischen Unternehmen ist die Rubel-Abwertung der größte Negativfaktor für ihr Russlandgeschäft, sagte der Managing Director von GfK Russia, Alexander Demidow, am Dienstag bei der Präsentation (ein Video davon unten). 74 Prozent der befragten Unternehmen seien von der schwachen Währung betroffen, für rund ein Fünftel habe die Abwertung jedoch positive Auswirkungen.

Die wichtigsten negative Einflüsse auf das Business in Russland sind laut der Umfrage:

  1. Rubel-Abwertung (74 Prozent)
  2. EU- und US-Wirtschaftssanktionen (69 Prozent)
  3. Ölpreis (63 Prozent)
  4. russische Gegensanktionen
  5. Importsubstitution

Wirtschaftsentwicklung

Die Wirtschaftsentwicklung des Landes beeinträchtigen den Befragten zufolge:

  1. Niedrige Ölpreise (87 Prozent)
  2. EU- und US-Sanktionen gegen Russland (87 Prozent),
  3. russische Gegensanktionen gegen USA, EU, Türkei etc. (67 Prozent)
  4. und die Rubel-Abwertung (60 Prozent).
AEB-Geschäftsbarometer 2016

Das AEB-Geschäftsbarometer für Russland zeigt deutlich positivere Erwartungen an als in den beiden Jahren zuvor. Quelle: Screenshot aus dem AEB-Bericht.

Insgesamt zeigen sich die Unternehmen mittel- und langfristig (3-5 bzw. 6-10 Jahre) eher optimistisch zur Entwicklung der russischen Wirtschaft. Je 53 bzw. 87 Prozent der Befragten erwarten hier ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum Russlands. Auch die Erwartung, dass die russische Wirtschaft kurzfristig (in den nächsten ein bis zwei Jahren) zurückgehen wird, ist von 76 Prozent 2015 auf nur mehr 45 Prozent geschrumpft.

Für 2016 erwarten 70 Prozent der Befragten bessere Umsätze als im Vorjahr. 2015 sagten das nur 55 Prozent. 2016 rechnet zudem etwas über die Hälfte damit, dass die Gewinne in den nächsten drei Jahren wachsen (2015: 40 Prozent, 2014: 52 Prozent).

Gründe für den Markteinstieg

Als Hauptgründe für einen Markteinstieg in Russland wurden in der Umfrage genannt:

  1. Signifikantes Potenzial (93 Prozent),
  2. großer Markt (91 Prozent)
  3. und positive Entwicklung (86 Prozent).

Finanzierungsbedingungen

Die finanzielle Lage der AEB-Mitglieder ist “recht akzeptabel”, heißt es in der Auswertung. Weniger als 20 Prozent der Zahlungen würden zu spät getätigt und wenn, dann meist nicht mehr als einen Monat zu spät. 37 Prozent der Unternehmen hatten zudem niemals uneinbringliche Forderungen.

Die größten Probleme im Hinblick auf die Finanzierung seien aber:

  1. Hohe Zinsen (62 Prozent der Befragten),
  2. eingeschränkter Zugang zu Bankkrediten (35 Prozent)
  3. und mangelnder Cashflow / verfügbare Finanzierungen (29 Prozent)

Hürden und Verbesserungen im Russlandgeschäft

Regulatorische Beschränkungen sind der Umfrage zufolge die größten Hindernisse für die ausländischen Unternehmen im Russlandgeschäft (55 Prozent). Darauf folgt der Mangel an Fachkräften (25 Prozent) und unverlässliche Versorgungsketten (20 Prozent).

Besserung ist den Mitgliedern zufolge auch bei Bürokratie, Korruption und Steuern nicht in Sicht – 67, 64 bzw. 56 Prozent erwarten hier in den nächsten zwei Jahren keine Verbesserungen.

Bei den Arbeitskosten, den Fähigkeiten der Arbeitskräfte und bei der Infrastruktur hingegen wird mit moderate Verbesserungen gerechnet.


Hier finden Sie ein Video der Präsentation der Umfrage-Ergebnisse in Moskau: 

Titelbild

Quelle: Foto von Simon Schütt

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