Thorsten GutmannVon

Wladimir Schirinowski kandidiert 2018 gegen Putin

Die Liberal-Demokratische Partei Russlands (LDPR) hat ihren Vorsitzenden Wladimir Schirinowski zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2018 ernannt. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Interfax.

Im März 2018 tritt Schirinowski zum sechsten Mal als Präsidentschaftskandidat an. Seine Partei gilt als Institution in der politischen Landschaft Russlands. Die LDPR war die erste postsowjetische Partei, die als Opposition registriert wurde. Ihr Vorsitzender ist für seine rechtsextremen Positionen und populistischen Stellungnahmen berühmt.

Sein Glück versuchte der LDPR-Chef bei den Präsidentschaftswahlen in den Jahren 1991, 1996, 2000, 2008 und 2012. Bei der ersten Wahl erreichte er mit 7,8% den dritten Platz. Diesen Erfolg konnte er nur 2008 wiederholen, als er mit 9,35% seine Bestmarke erreichte. Doch sein Ergebnis war weit entfernt vom Wahlsieger Dmitri Medwedew (Einiges Russland).

Schirinowskis Sohn und Duma-Sprecher Igor Lebedew hat am Montag erklärt, dass sein Vater einstimmig zum Präsidentschaftskandidaten gewählt wurde. Lebedew verglich die Wahl mit den Olympischen Spielen. Wichtig sei nicht der Sieg, sondern die Teilnahme. „Ich bin unheimlich dankbar, dass ich nominiert wurde“, zitiert Interfax den Parteichef.

Sjuganow und Sobtschak wollen 2018 antreten

Anfang November hat auch der Vorsitzende der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation (KPRF), Gennadi Sjuganow, seine mögliche Kandidatur angekündigt. Auch die TV-Moderatorin und Putin-Kritikerin Xenia Sobtschak hat vor wenigen Wochen erklärt, 2018 gegen Putin kandidieren zu wollen. Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny kritisierte Sobtschak als „liberale Witznummer“ in „einem ziemlich widerlichen Spiel“ der Regierung.

Aufgrund zweier Bewährungsstrafen ist Nawalny die Zulassung zur Präsidentschaftswahl 2018 verwehrt worden. Er kritisierte den russischen Präsidenten für eine angebliche Manipulation seiner Wahlkampagne. Seine Klage gegen Putin wurde inzwischen von einem Gericht abgelehnt.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat bisher nicht bestätigt, dass er bei der Präsidentschaftswahl 2018 kandidieren wird. „Die Zeit wird kommen, und dann sprechen wir über dieses Thema“, erklärte er bei einer Pressekonferenz im Zuge des APEC-Gipfels in Vietnam. Allerdings gehen Beobachter fest davon aus, dass Putin bis 2024 im Amt bleibt.

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Titelbild: kremlin.ru (CC BY 4.0)

Thorsten Gutmann
Über den Autor

Thorsten Gutmann war von September 2016 bis Dezember 2018 Chefredakteur der unabhängigen Nachrichtenseite Ostexperte.de in Moskau. Derzeit arbeitet er als Nachrichtenchef bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK). Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er u. a. für die Moskauer Deutsche Zeitung und die Berliner Zeitung tätig. Im Jahr 2017 gründete er die RUSummit – Fachkonferenz zur Digitalwirtschaft in Russland mit dem Ziel, den deutsch-russischen Wirtschaftsdialog zu fördern.