Christopher BraemerVon

Schwellenländer überholen Industrieländer bis 2050

Laut einer Studie des britischen Consulting-Unternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC) wird Russland bis 2030 Deutschland als größte Wirtschaftskraft Europas ablösen. Auch anderen Schwellenländern wird eine steigende Rolle in der Weltwirtschaft vorausgesagt.

Die Studie „The world in 2050“ analysiert das Wachstumspotential von insgesamt 32 Volkswirtschaften, die zusammen 85 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung ausmachen, auf der Grundlage ihrer Kaufkraft.

Wirtschaftswachstum und Bevölkerungsrückgang

Dem russischen BIP, derzeit mit 3,74 Billionen US-Dollar notiert, wird bis 2030 ein Anstieg auf 4,74 Billionen US-Dollar, bis 2050 gar auf 7,13 Billionen US-Dollar prognostiziert. Nach Meinung der Experten wird Russland bis 2050 seinen sechsten Rang unter den Top 10 der weltgrößten Wirtschaften halten.

Experten rechnen dabei mit einem rückgängigen Bevölkerungswachstum von minus 0,3 Prozent und einem jährlichen BIP-pro-Kopf-Wachstum von 2,2 Prozent. Das BIP in Relation zur Landeswährung soll dabei um 1,9 Prozent pro Jahr zunehmen. Zum Vergleich: dem US-Dollar wird ein Anstieg von 4,2 Prozent pro Jahr vorausgesagt.

Schwellenländer holen auf

Laut Studie gehören die E-7-Staaten (China, Indien, Brasilien, Russland, Mexiko, Indonesien, Türkei) zu den Gewinnern der Weltwirtschaft. Bis 2050 sollen sie bereits die Hälfte der globalen Wirtschaftsleistung ausmachen. Vor allem den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) wird ein enormes Wachstum vorausgesagt.

Außerdem wird dem BIP Vietnams, der Philippinen und Nigerias eine rasante Entwicklung mit Wachstumsraten zwischen 4,2 und 5,1 Prozent prognostiziert. Die heutigen Führer der Weltwirtschaft, also die G-7-Staaten (Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien, USA) werden der Studie zufolge an Marktanteilen verlieren.

Die Wirtschaftsprognose basiert auf drei wesentlichen Indikatoren: Humankapital (Bevölkerungswachstum im erwerbsfähigen Alter), physisches Kapital (Investitionen in Technologie und Bildung) und technologisches Kapital (Innovationswachstum). Das britische Consulting-Unternehmen PwC gehört zu den vier umsatzstärksten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt.

Titelbild

Quelle: Bjørn Erik Pedersen, Barcode PWC 2012 2, Size changed to 1040x585px., CC BY 3.0 

 

Christopher Braemer
Über den Autor

ist Wirtschaftsredakteur der Moskauer Deutschen Zeitung.

Zuvor arbeitete er u.a. als freier Journalist für Nordkurier und Mitteldeutsche Zeitung. Er studierte Politik und Wirtschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie Osteuropastudien in Bologna und Sankt Petersburg.