Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Simon SchüttVon

Google muss in Russland 6,7 Millionen Dollar Strafe zahlen

Im lang andauernden Rechtsstreit zwischen dem Online-Riesen Google und der russischen Antimonopolbehörde (FAS) gab es gestern eine Entscheidung (Link zur Entscheidung auf der FAS-Website). Google muss 438 Millionen Rubel (rund 6,7 Millionen Dollar) Strafe dafür zahlen, seine dominante Position auf dem russischen Markt missbraucht zu haben.

Die Zahlung entspricht 2,5 Prozent des Umsatzes der russischen Google-Tochter, schreibt die russische Zeitung Kommersant.

Streit wegen vorinstallierten Apps

Google habe gegen die Kartell-Gesetze verstoßen, indem das Unternehmen Smartphone-Hersteller gezwungen habe, einige seiner Apps (Gmail, Google-Suche und Google Play) auf den Geräten mit Android-Betriebssystem vorzuinstallieren. Die Hersteller konnten zwar Android verwenden, ohne diese Apps zu installieren. Wenn sie aber eine von ihnen anbieten wollen, dann müssen sie alle installieren.

Die Entscheidung folgte nun nach einer 18-monatigen Rechtsstreit, der damit begonnen hatte, dass der russische Google-Konkurrenz Yandex geklagt hatte. Im März war Googles Einspruch nicht stattgegeben worden. Daraufhin wurde über eine außergerichtliche Einigung diskutiert.

Außergerichtliche Einigung weiter möglich

Nun muss Google die Zahlung binnen zwei Monaten leisten. Eine außergerichtliche Einigung sei laut FAS aber noch möglich, heißt es.

Auch ein weiterer Einspruch gegenüber der Entscheidung der Kartell-Behörde sei möglich, sagte ein Jurist von BMS gegenüber dem Kommersant.

Simon Schütt
Über den Autor

war von September 2015 bis September 2016 Chefredakteur bei Ostexperte.de.

Derzeit arbeitet er bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er Redakteur der Moskauer Deutschen Zeitung. Dort schrieb er vor allem für das Wirtschafts-, das Digital- und das Moskau-Ressort.

Der Berliner hat in Wien Publizistik- und Kommunikationswissenschaft studiert und dort bei der Österreich-Ausgabe des Werbe-, Marketing- und Medien-Fachmagazins Horizont gearbeitet.