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Kaspersky und der Spionage-Vorwurf

Die Gefahren, die im World Wide Web lauern, sollte man keinesfalls unterschätzen. Viren, Trojaner oder sonstige Schadsoftware, kann man sich ganz leicht „einfangen“ – oftmals innerhalb von wenigen Sekunden auf scheinbar sicheren Seiten. Aber wie kann man sich vor derartigen Schädlingen schützen? Genügt es, etwas achtsam zu sein, oder muss man seinen Rechner mit einem kostenpflichtigen Antiviren-Programm ausrüsten? Und wie gut sind eigentlich kostenlose Antiviren-Programme?

Wieso Kaspersky vom US Heimatschutzministerium verboten wurde

Befasst man sich mit den großen Namen innerhalb der Antiviren-Branche, so stößt man recht schnell auf Kaspersky. Aber wie empfehlenswert ist dieses Programm am Ende wirklich?

So haben im Jahr 2017 russische Hacker etwa die Software aus dem Hause Kaspersky genutzt, um in weiterer Folge die amerikanischen Behörden ausspionieren zu können. Das behaupteten zumindest israelische Spione, die sich in das Netzwerk von Kaspersky eingeschleust haben. Die „Washington Post“ berichtete etwa darüber, dass einige Werkzeuge sowie Programme gefunden wurden, die nur vom US Nachrichtendienst NSA verwendet worden sind. Im Zuge der NSA-Ermittlungen wurde des Weiteren festgestellt, dass einige der Werkzeuge, die man selbst erstellt hat, nun in den Händen der russischen Regierung seien. Gegenüber der „New York Times“ gab es von Seiten der NSA, vom amerikanischen Präsidialamt sowie auch von der israelischen Botschaft keinerlei Stellungnahmen; die russische Botschaft war für eine Stellungnahme hingegen gar nicht erreichbar.

Nach der Entdeckung der israelischen Spione wurden die US Behörden gewarnt. Bis heute gibt es keine Hinweise, welche Geheiminformationen nun in russischer Hand sind; es ist auch weiterhin unklar, wie es möglich war, mit der Kaspersky Software derart weit in die Netzwerke der NSA vordringen zu können. Natürlich wurde auch Kaspersky attackiert – von Seiten des Unternehmens wies man jedoch jede Schuld zurück. „Es gab keine Beteiligung an den Hackerangriffen. Von Kaspersky gab es nie die Unterstützung einer Regierung, bei Cyberspionage hilfreich zu sein. Und das wird es auch nie geben“, so die Stellungnahme.

Mehr als 400 Millionen Menschen nutzen die Dienste von Kaspersky. In den USA ist Kaspersky in den Systemen des Bundes aber nicht mehr erlaubt. Von Seiten des US Heimatschutzministeriums wurde die Nutzung verboten. Denn in den USA hat man nach Veröffentlichung der Hackerangriffe die Angst, Kaspersky könnte von Russlands Regierung gesteuert sein.

Der Preis hat keine Aussage über die Qualität der Software

Wer im Internet surft, der sollte sich mit den unterschiedlichen Virenscannern befassen. Denn nur so wird man das für sich passende Programm finden. Auch dann, wenn man mit seinem Smartphone im Internet surft, ist es wichtig, entsprechende Schutzvorkehrungen getroffen zu haben. Auch wenn es keinen Virenscanner für das iPhone gibt, da laut Hersteller iOS nicht gefährdet ist bzw. es eigene Sicherheitsvorkehrungen gibt, so ist es etwa wichtig, bei Verwendung von Android mit entsprechenden Programmen vorzusorgen, um kein Opfer von Cyberkriminalität zu werden.

Besonders hilfreich sind im Internet zu findende Test- wie Erfahrungsberichte. So kann man relativ schnell in Erfahrung bringen, welche Programme empfehlenswert bzw. nicht empfehlenswert sind.

Denn man sollte nicht der Meinung sein, kostenpflichtige Antiviren-Programme würden automatisch empfehlenswert sein, kostenlos zur Verfügung stehende Software hingegen nicht. Denn heute gibt es sehr wohl schon die eine oder andere kostenlose Software, die so manche kostenpflichtige Software in den Schatten stellt.

Achtsam bleiben – die Gefahren sollten auf keinen Fall unterschätzt werden

Hat man letztlich das für sich passende Programm gefunden, um seinen Rechner vor Angriffen zu schützen, ist es wichtig, regelmäßige Updates vorzunehmen. Denn wer seine Antiviren-Software nicht am neuesten Stand hält, also keine Updates erlaubt bzw. installiert, der geht das Risiko ein, dass so manch neuer Virus nicht entdeckt wird.

Aber auch wenn man mit einem Antiviren-Programm arbeitet, das in regelmäßigen Abständen aktualisiert wird, ist es wichtig, achtsam zu sein. Das heißt, man sollte etwa keine E-Mail-Anhänge öffnen, die von unbekannten Absendern übermittelt wurden oder Seiten aufrufen, die einen wenig vertrauensvollen Eindruck vermitteln.

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