Kristina RitterVon

5G-Netz: Spionagevorwürfe gegenüber chinesischen Firmen

2019 sollen weltweit die ersten 5G-Netze an den Start gehen. Chinesische Unternehmen sind maßgeblich an der Entwicklung des neuen Mobilfunkstandards beteiligt gewesen. Jetzt mehren sich die Vorwürfe der Spionage.

Die Versorgung mit dem Mobilfunkstandard 4G (auch LTE genannt) steckt in Deutschland im Ländervergleich zwar noch in den Kinderschuhen, doch schon kündigt sich die nächste Netzgeneration an: Für 2019 planen einige Länder, wie Japan, USA und Australien, das 5G-Netz einzuführen. Die chinesischen Technologiekonzerne Huawei und ZTE liegen bei der Entwicklung weltweit ganz vorne. Jetzt mehren sich jedoch die Bedenken gegenüber den Herstellern.

Chinesische Entwickler auf dem Vormarsch

Momentan können Länder, die das 5G-Netz einführen wollen nur zwischen einer Handvoll an Unternehmen wählen: dem amerikanischen Unternehmen Cisco Systems, dem schwedischen Unternehmen Ericsson, Nokia aus Finnland und Huawei oder ZTE aus China.

Massive Sicherheitsbedenken gegenüber Huawai

Der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson äußerte große Bedenken gegenüber dem chinesischen Unternehmen Huawei. Das Unternehmen wird beschuldigt, mit der chinesischen Regierung zusammenzuarbeiten und sensible Informationen an diese weiterzuleiten. Australien und Neuseeland haben aufgrund dessen bereits die Kooperationen mit Huawei aufgekündigt. Des Weiteren haben auch die USA, Kanada und Russland die Verbreitung von Huaweiprodukten eingeschränkt. Auch das chinesische Unternehmen ZTE ist von den Vorwürfen betroffen.

Huawei machte letzten Monat schon mal weltweit negative Schlagzeilen. Anfang Dezember wurde der Finanzchef des Unternehmens, Meng Wanzhou, in Kanada festgenommen. Ihm wird Bankbetrug und Missachtung der Sanktionen gegenüber dem Iran vorgeworfen.

Welches Potenzial hat 5G?

Das 5G-Netz ist bis zu 100 Mal schneller als das heutige LTE-Netz und überzeigt durch extrem niedrige Latenzzeiten (Verzögerungszeiten bei der Übertragung). Die neue Netzstruktur wird nicht nur die Konnektivität zwischen Individuen, sondern auch die Konnektivität zwischen Objekten, auf ein neues Level heben.

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Wie werden wir vom 5G-Netz profitieren? Quelle: ec.europe.eu 

Experten erwarten, dass das sogenante Internet der Dinge durch das neue Netz einen regelrechten Schub erhalten wird. Außerdem werde durch das 5G-Netz in Echtzeit eine gleichzeitige Datenerfassung und -auswertung möglich. Laut europäischer Komission werde es dadurch zu den „Augen und Ohren“ der künstlichen Intelligenz. Das 5G-Netz ist somit treibender Faktor zukünftiger Innovationen.

Huawei weist jegliche Verbindung mit der chinesischen Regierung von sich und gibt sich kämpferisch. Weitere Länder (u.a. auch Deutschland) untersuchen zurzeit die Vorwürfe gegenüber den chinesischen Unternehmen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass mehr Länder die Zusammenarbeit mit Huawei und ZTE beenden.

Quellen: Europäische Kommision, Nikkei Asian Review, Independent, BBC (aufgerufen am 28.12.18)

Fotoquelle

jamesteohart/shutterstock.com

Kristina Ritter
Über den Autor

Kristina Ritter ist Autorin bei ostexperte.de und absolviert seit Oktober 2018 ein Praktikum bei Artax Rufil Consulting in Moskau. Sie hat in Düsseldorf International Management studiert und lebte unter anderem in Köln und Buenos Aires.