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Maschinenfabrik Berthold Hermle AG leidet an Russland-Sanktionen

Offenbar leidet die deutsche Maschinenfabrik Berthold Hermle AG an den EU-Sanktionen gegen Russland. Das Investitionsprojekt im Gebiet Uljanowsk steckt in Schwierigkeiten. Dies berichtet das regionale Nachrichtenportal ulbusiness.ru. Die Website beruft sich auf eine Aussage von Sergej Iwanow, dem Generaldirektor der 2013 ins Leben gerufenen ООО «Хермле Ульяновск» (deutsch: „Hermle Uljanowsk“).

Nach Informationen von GTAI will Hermle eine Montagelinie, einen Ausstellungsraum und ein Servicezentrum für 400 Mio. Rubel (etwa 5,7 Mio. Euro) bauen. Das Fabrikgelände in Uljanowsk umfasst eine Fläche von 6.000 Quadratmetern. Am Wolgaufer nebenan produziert der US-Nahrungsmittelkonzern Mars.

Sanktionspolitik

2013 hat das Unternehmen das Projekt zunächst auf Eis gelegt. Grund hierfür waren die Wirtschaftskrise, die unüberschaubare Lage in der Ost-Ukraine und die anschließende Sanktionspolitik. Der erste Entwurf der Maschinenfabrik wurde schließlich im Herbst 2015 vor einem Sachverständigenrat vorgestellt. Im selben Jahr unterzeichneten die Beteiligten ein Zusatzabkommen, um mit der Realisierung der Investition zu beginnen.

Doch Hermle kommt nur schleppend voran. Ähnlich wie andere deutsche Maschinenbauer leidet das Unternehmen an den antirussischen Wirtschaftssanktionen. Zum einen könne Hermle derzeit nur Maschinenteile montieren, nicht jedoch den gesamten Prozess des Werkzeugmaschinenbaus in Gang setzen. Zum anderen könne der russische Ableger derzeit nicht auf die Hochtechnologien der deutschen Kollegen zurückgreifen. Beide Umstände sind Folgen der EU-Sanktionen, die wegen der Ukraine-Krise verhängt wurden.

Hermle bleibt optimistisch

Hoffnungsvoll kommentiert Igor Rjabikowa, der erste Stellvertreter des Generaldirektors im Gebiet Uljanowsk: „Wir sind optimistisch. Wir glauben, dass das Projekt in kürzester Zeit umgesetzt wird. Und wir glauben auch, dass das Unternehmen die Zustimmung der zuständigen Behörden erhalten wird.“ Hermle wolle „die Arbeit am Projekt fortführen“ und gemeinsam mit „zugelassenen Organisationen der Bundesrepublik Deutschland“ dafür Sorge tragen, dass das Unternehmen bald „die erforderlichen Genehmigungen“ erhalte. 

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG ist ein deutsches, börsennotiertes Unternehmen aus Baden-Württemberg (Wikipedia). Der Stammsitz befindet sich in Gosheim im Landkreis Tuttlingen. Der Umsatz betrug 2014 etwa 346,8 Millionen Euro. Im selben Jahr verzeichnete das Unternehmen 964 Mitarbeiter. Hermle zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Fräsmaschinen. Weltweit befinden sich über 20.000 Maschinen im Einsatz. Die Kunden stammen u. a. aus den Bereichen Medizintechnik, optische Industrie, Luftfahrt, Automobilindustrie und Motorsport.

Titelbild

 Quelle: Zottie, Hauptgebäude der Hermle AG in Gosheim, Size changed to 1040x585px., CC BY-SA 3.0)

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