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Simon SchüttVon

 

Moskaus Metro feiert die Eröffnung der 200. Station

Es ist immer wieder beeindruckend zu hören, wie viele Metro-Stationen Moskau hat. Nun ist es zumindest kurzzeitig einfacher geworden, sich das zu merken. Es sind 200.

Das ist Moskaus Metro-Station Nummer 200

Die 200. Station, Salarjewo, befindet sich am Ende der roten Linie im Südwesten Moskaus (siehe Pfeil).

Nummer 200 ist am 15. Februar 2016 eröffnet worden. Salarjewo heißt sie und ist die neue letzte Station der roten Linie (Sokolnitscheskaja Linija) im Südwesten der Stadt. In einer großen Zeremonie wurde sie von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin eingeweiht. Auf der Website der Metro steht nun stolz, dass die 200. Station eröffnet hat.

Erst rund einen Monat vorher war Rumjanzewo, die Station davor auf der roten Linie, ans Netz angeschlossen worden. Geplant war, dass beide Stationen bereits 2015 den Betrieb aufnehmen sollten.

Sie sind auch sonst sehr nachbarschaftlich. Bei beiden zieren jeweils bunte Rechtecke die Wände (siehe Bilder).

Zwar ist das nicht der berühmte Stalin-Prunk der Stationen im Zentrum, aber man hat sich architektonisch Mühe gegeben, ihnen eine moderne Erscheinung zu verleihen.

199. Metro-Station Moskau

Die 199. Station der Moskauer Metro, eröffnet am 18. Januar 2016: Rumjanzewo. Ebenfalls auf der roten Linie. Hier noch während der Arbeiten.

Das Metro-Netz reicht immer weiter ins Umland

Beide neuen Stationen sind jeweils nach den Orten benannt, die sich dort befanden, bevor diese 2011 zu Moskau eingemeindet wurden.

Das Hauptverkehrsmittel der Metropole mit laut Betreiber durchschnittlich mehr als sieben Millionen Passagieren am Tag dehnt sich wie die Stadt selbst immer weiter in das Umland aus (Karte). Mit den Neueröffnungen reicht die Metro sogar bereits bis hinter den Moskauer Autobahn-Ring MKAD.

Wrong coordinates

Für die dort Lebenden ist das eine große Verbesserung. Statt wie zuvor erst lange mit dem Bus zur Metro fahren zu müssen, können sie nun gleich einsteigen. Für diejenigen, die in der Nähe der davor letzten oder vorletzten Station lebten, heißt das, nun nicht immer einen sicheren Sitzplatz zu bekommen.

Wie alle neuen Stationen sind sowohl Rumjanzewo und Salarjewo barrierefrei. Bislang war es eine Ausnahme in Moskau, dass man die Metro mit dem Rollstuhl erreichen konnte. Nun gibt es neben Rolltreppen auch Aufzüge.

Station Nr. 198: Technopark

Natürlich ebenfalls behindertengerecht: die 198. Station „Technopark“, die kurz vor Jahresende für den Passagierverkehr geöffnet wurde. Zudem befindet sie sich oberirdisch.

Für deutsche Leser ist diese Haltestelle auf der grünen Linie durch die Nähe zum German Centre Moscow relevant (siehe diesen Artikel). Das German Centre Moscow ist ein Unternehmen der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und vermietet Büroflächen für deutsche Mittelständler.

Großprojekt: Zweite Ringlinie soll das Zentrum entlasten

Neben der 200. Station lässt sich weitere Zahl sich leicht merken: die Metro ist im vergangenen Mai 80 Jahre alt geworden. Am 15. Mai 1935 fuhr das erste Mal ein Zug auf der roten Linie zwischen den Stationen Sokolniki und Park Kultury. 13 Stationen gab es damals.

Doch die Zahl 200 wird schon bald überholt sein. Allein 2016 sollen – Salarjewo eingerechnet – 13 neue Stationen hinzu kommen.

Das größte Projekt ist dabei eine zweite Ringlinie um Moskau. Bisher gibt es nur einen inneren Ring (braune Linie) um das Zentrum, der die anderen Linien verbindet.

Insgesamt sind für den zweiten Ring 30 Stationen geplant – davon 16 an Kreuzungen bisheriger Linien. Auf der Website der Moskauer Stadtplaner heißt es zudem, dass von der neuen Linie täglich etwa eine Millionen Fahrgäste profitieren würden. Die Umwege über den Ring im Zentrum, um von einer Außenlinie zur anderen zu kommen, fielen so weg. Dadurch würden die Stationen im Zentrum entlastet. Außerdem verkürze sich dadurch oft die Fahrzeit deutlich.

Der Beginn der Bauarbeiten ist für dieses Jahr geplant.

So soll Moskaus Metro 2020 aussehen (Quelle: Mosmetro.ru):

Metro-Plan Moskau 2020

Ein Plan davon, wie die Moskauer Metro bis zum Jahr 2020 ausgebaut werden soll. Der zweite Ring ist lila eingezeichnet. Klicken Sie hier, um die Karte genauer anzusehen.


Was halten Sie von der 200. Station? Wie schlägt sie sich im Vergleich zu den Prunkhallen im Zentrum? Ist sie architektonisch gelungen? 


Fotoquelle

Quelle:

Bilder der Metro-Stationen:
jeweils: Mos.ru [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Simon Schütt
Über den Autor

war von September 2015 bis September 2016 Chefredakteur bei Ostexperte.de.

Derzeit arbeitet er bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er Redakteur der Moskauer Deutschen Zeitung. Dort schrieb er vor allem für das Wirtschafts-, das Digital- und das Moskau-Ressort.

Der Berliner hat in Wien Publizistik- und Kommunikationswissenschaft studiert und dort bei der Österreich-Ausgabe des Werbe-, Marketing- und Medien-Fachmagazins Horizont gearbeitet.