Thorsten GutmannVon

Reiseanbieter Studiosus: Russland-Tourismus ist 2016 um 95 Prozent gestiegen

Der Münchner Reiseanbieter Studiosus Reisen verzeichnete 2016 einen Zuwachs von 95 Prozent beim Russland-Tourismus aus Deutschland. Dies bestätigte das Pressereferat von Studiosus auf Nachfrage von Ostexperte.de.


In absoluten Zahlen haben in diesem Jahr 1.861 Touristen über Studiosus eine Reise nach Russland gebucht. Dem Pressereferat zufolge entspreche dies „in etwa der Zahl an Touristen, die 2014 vor der Ukraine-Krise nach Russland gereist“ sei. Es soll im Vergleich zum Vorjahr keine verstärkten Werbemaßnahmen für Russland-Reisen gegeben haben. Möglicherweise hänge der Zuwachs mit einem verbesserten Russlandbild der Reisenden zusammen.

Wachstum bei klassischen Reiseländern, weniger Städtereisen wegen Terrorangst

Einen Wachstum verzeichnete Studiosus unter anderem bei klassischen Urlaubsländern wie Spanien (plus 10 Prozent) und Portugal (14 Prozent). Auch „grüne“ Reiseziele in Nordeuropa wie Island (plus 21 Prozent) und Skandinavien (plus 17 Prozent) waren in diesem Jahr laut Pressemitteilung gefragt. Beliebte Fernziele waren unter anderem das südliche Afrika (plus 18 Prozent), Kuba (plus 21 Prozent) und Japan (plus 40 Prozent).

Die Angst vor Terrorismus hat vor allem bei den Städtereisen zu einem Rückgang der Buchungen geführt. Studiosus hebt insbesondere London, Paris und Rom hervor. Auch die Flüchtlingskrise soll sich auf die Touristenzahl ausgewirkt haben. So verzeichneten die Griechenland-Reisen ein Minus von 34 Prozent. Die Krisenlage in der Türkei führte sogar zu einem Minus von 97 Prozent.

Titelbild

Quelle: Pixabay.de, Katharinenpalast in Puschkin (früher Zarskoje Selo), 25 Kilometer südlich von Sankt Petersburg

Thorsten Gutmann
Über den Autor

Thorsten Gutmann war von September 2016 bis Dezember 2018 Chefredakteur der unabhängigen Nachrichtenseite Ostexperte.de in Moskau. Derzeit arbeitet er als Nachrichtenchef bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK). Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er u. a. für die Moskauer Deutsche Zeitung und die Berliner Zeitung tätig. Im Jahr 2017 gründete er die RUSummit – Fachkonferenz zur Digitalwirtschaft in Russland mit dem Ziel, den deutsch-russischen Wirtschaftsdialog zu fördern.