Christopher BraemerVon

Absatz von Mercedes-Benz-Lkw um 40 Prozent gestiegen

Das deutsch-russische Joint Venture „Daimler Kamaz Rus“ steigerte seinen Lkw-Absatz 2016 um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies geht aus einer aktuellen Unternehmensmitteilung hervor. So wurden 2016 insgesamt 2.118 Mercedes-Benz-Lkw in Russland verkauft. Im Vorjahr waren es 1.518 Stück.

Fuso-Modelle mit Steigerung

Der Absatz der Fuso-Modelle konnte 2016 um 26 Prozent gesteigert werden. Insgesamt wurden 708 Stück verkauft, im Vorjahr waren es 562. Nach Aussage von Generaldirektor Jürgen Olberding wurden im vergangenen Jahr insgesamt 1.752 Lkw der Marke Mercedes-Benz und 390 Modelle der Marke Fuso gefertigt.

Durch Anteile in Höhe von 89,3 Prozent ist die Daimler AG führender Anteilseigner der „Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation“. Die verbleibenden 10,7 Prozent am Unternehmen hält die Mitsubishi Corporation. Der führende Nutzfahrzeuganbieter des asiatischen Marktes hat seinen Hauptsitz im japanischen Kawasaki.

25 Prozent mehr Ersatzteil-Verkäufe

Daneben profitierte Daimler Kamaz Rus durch seinen After-Sales-Service. Der Absatz von Ersatzteilen für Nutzkraftfahrzeuge stieg 2016 um ein sattes Viertel im Vergleich zum Vorjahr. Dabei wurden 14 Prozent mehr Ersatzteile für Fuso-Modelle abgesetzt.

„Wir sind froh über das erfolgreiche Ergebnis des letzten Jahres und schauen mit Optimismus in die Zukunft“, wird Geschäftsführer Heiko Schulze in der Pressemitteilung zitiert.

Neues Werk in Russland: Ab 2019 eigene Fahrerkabinen

Das russisch-deutsche Joint Venture begann bereits im letzten Jahr mit dem Bau eines millionenschweren Werkes in Nabereschnyje Tschelny in der Republik Tatarstan. Hier sollen voraussichtlich ab 2019 auf 60.000 Quadratmetern bis zu 55.000 Lkw-Fahrerkabinen jährlich gefertigt werden.

Umstieg auf Euro-6-Motoren ab 2018

Bis 2018 ist der komplette Umstieg auf Euro-6-Motoren mit niedrigeren Emissionsraten geplant. „Langfristig wollen wir in Russland Marktführer im Segment der importierten Lkw werden“, sagte Geschäftsführer Heiko Schulze Anfang des Jahres gegenüber der Moskauer Deutschen Zeitung.

Deutsch-russisches Joint Venture: Technologie gegen Netzwerk

2008 erwarb Daimler zehn Prozent am Autobauer Kamaz, dem russischen Marktführer für Lkw-Teile mit Sitz in Togliatti. Das deutsche und das russische Unternehmen gründeten daraufhin 2010 ein Joint Venture. „Wir profitieren ganz klar von der langjährigen Erfahrung von Kamaz vor Ort, dem Netzwerk an Kunden und Händlern“, Geschäftsführer Heiko Schulze gegenüber der MDZ.

„Darüber hinaus profitieren wir auch beim Bau des neuen Werkes von den Regierungssubventionen, für die wir dank unseres Partnerunternehmens Kamaz berechtigt sind“, erklärte er weiter.„Umgekehrt profitiert Kamaz von der Daimler-Technologie. Unser Partner liefert einige Lkw-Typen, die zu 60 Prozent aus Mercedes Benz-Teilen bestehen“, so Geschäftsführer Heiko Schulze gegenüber der MDZ.

Titelbild

Doppelt hält besser: Wie hier beim neuen Actros-Modell (r.) neben einem Kamaz-Truck im Werk in Nabereschnyje Tschelny. Quelle: Pressestelle Daimler Kamaz Rus

Christopher Braemer
Über den Autor

ist Wirtschaftsredakteur der Moskauer Deutschen Zeitung.

Zuvor arbeitete er u.a. als freier Journalist für Nordkurier und Mitteldeutsche Zeitung. Er studierte Politik und Wirtschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie Osteuropastudien in Bologna und Sankt Petersburg.