Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Rufil Russia Consulting

Simon SchüttVon

Daimler baut die Pkw-Fabrik in Russland mit Kamaz

Wie die russische Wirtschaftszeitung Wedomosti am Freitag berichtete, wird der russische Autobauer Kamaz der Partner des deutschen Konzerns Daimler beim Bau einer Mercedes-Benz-Fabrik in Russland.

Das sagte der Zeitung der Generaldirektor von Mercedes-Benz RUS, Jan Madeja. „Wir brauchen einen Partner, der die Vereinbarung über eine industrielle Montage besitzt – und Kamaz bietet das.“

Bisheriges Joint Venture im Januar in „Daimler Kamaz RUS“ umbenannt

Ein Joint Venture der beiden Unternehmen gibt es bereit. „Daimler Kamaz Rus“, wie es am 21. Januar 2016 umbenannt wurde, ist allerdings auf Lkw spezialisiert. Zuvor hieß das Joint Venture Mercedes-Benz Trucks Vostok (davor „Fuso Kamaz Trucks Rus“ und „MB Trucks Vostok“). Ob und wie dieses Joint Venture auch in die nun geplante Kooperation von Mercedes Benz Rus und Kamaz bei der Pkw-Fertigung involviert ist, ist jedoch noch unklar.

Im Geschäftsbericht Daimlers für das Jahr 2015 heißt es: „Das Joint Venture Daimler Kamaz RUS montiert die Mercedes-Benz Modelle Actros, Atego, Axor und Unimog sowie den FUSO Canter. Es bestehen Lieferabkommen über Kabinen, Motoren und Achsen aus den deutschen Mercedes-Benz Werken für Lkw und Busse von Kamaz.“

Geplante Pkw-Produktion: Russisches Wirtschaftsministerium auskunftsfreudig, Daimler zurückhaltend

Der Ort der geplanten Mercedes-Fabrik in Russland ist laut dem russischen Wirtschaftsentwicklungsministerium wohl beschlossene Sache: Es wird der Industriepark Jesipowo im Moskauer Gebiet. Daimler selbst ist bezüglich Informationen zu einem geplanten Werk hingegen deutlich zurückhaltender:

„Im Rahmen unserer Wachstumsstrategie überprüfen wir kontinuierlich, ob unser Produktionsnetzwerk die Absatzmärkte optimal bedienen kann – das gilt auch für Russland. Hierzu sind wir mit den russischen Behörden im Gespräch, um zu prüfen, ob die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine lokale Pkw-Produktion gegeben sind.“

Simon Schütt
Über den Autor

war von September 2015 bis September 2016 Chefredakteur bei Ostexperte.de.

Derzeit arbeitet er bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er Redakteur der Moskauer Deutschen Zeitung. Dort schrieb er vor allem für das Wirtschafts-, das Digital- und das Moskau-Ressort.

Der Berliner hat in Wien Publizistik- und Kommunikationswissenschaft studiert und dort bei der Österreich-Ausgabe des Werbe-, Marketing- und Medien-Fachmagazins Horizont gearbeitet.