Johanna JaschikVon

Russland-Affäre: Trump glaubt Putin mehr als US-Behörden – und dann wieder nicht

Nach einem Treffen zwischen den Präsidenten Wladimir Putin und Donald Trump in Vietnam stellte sich letzterer in Sachen Wahlkampf-Affäre auf die Seite Russlands. Einen Tag später distanzierte er sich von seinen eigenen Aussagen und verdeutlichte sein Vertrauen in die US-Geheimdienste. Dies berichtet derStandard.de.

Am Samstag machte US-Präsident Trump deutlich, dass er Putins Aussagen glaube. Dieser bestritt die Vorwürfe des amerikanischen Geheimdienstes, sich in den Präsidentschaftswahlkampf 2016 eingemischt zu haben. „Jedes Mal, wenn er mich sieht, sagt er: ‚Ich habe das nicht getan’, und ich glaube wirklich, dass er das meint, wenn er das sagt.”, äußerte Trump in einem Interview nach dem APEC-Gipfel in Vietnam, wo er zuvor mit Putin gesprochen hatte.

Auch zweifelte er die Glaubwürdigkeit der US-Behörden an: „Und dann hört man, es sind 17 Behörden. Nun, es sind drei. Und eine ist von Brennan und eine ist was auch immer. Ich meine, verschonen Sie mich! Das sind politische Fehltritte. Also schauen Sie es sich an – ich meine, Sie haben Brennan, Sie haben Clapper und Sie haben Comey. Comey ist jetzt ein Lügner und er hat sich als geheimer Informant erwiesen.”

Einen Tag später distanzierte er sich von diesen Aussagen und bestätigte sein volles Vertrauen in die US-Geheimdienste. Trump glaube zwar, dass Putin wirklich das Gefühl habe, den US-Wahlkampf nicht beeinflusst zu haben. Aber er selbst habe keinen Zweifel an der Arbeit der Behörden. „Ich glaube unseren Geheimdiensten, besonders der aktuellen Besetzung”, sagte er während einer Pressekonferenz mit dem vietnamesischen Präsidenten Trần Đại Quang.

Russland soll US-Wahlkampf manipuliert haben

Russland hat nach Ansicht des Geheimdienstausschusses versucht, die US-amerikanische Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr zu beeinflussen – insbesondere durch Internetwerbung aus einer russischen Troll-Fabrik in St. Petersburg und durch Hackerangriffe auf das E-Mail-Konto der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Aktuell werden mögliche Verbindungen zwischen Russland und Trumps Wahlkampfteam von US-Sonderermittler Robert Mueller untersucht.

Johanna Jaschik
Über den Autor

ist Autorin bei Ostexperte.de.

Seit September 2017 absolviert sie ein Praktikum bei der deutsch-russischen Unternehmensberatung RUFIL CONSULTING in Moskau. Bachelor of Arts, Englisch und Geschichte. Seit 2017 Master of Education.

 

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