Russland erwägt Anerkennung von Bitcoin als Zahlungsmittel

Zentralbank könnte Bitcoin schon 2018 anerkennen

In den vergangenen Jahren diskutierte die russische Regierung kontrovers über den Umgang mit der Kryptowährung. Doch neuerdings findet Vize-Finanzminister Alexej Moisejew deutliche Worte, die auf eine Anerkennung als Zahlungsmittel hindeuten.

Vor einem Jahr drohte das Finanzministerium russischen Bitcoin-Nutzern mit Geldstrafen von bis zu 2,5 Mio. Rubel (ca. 41.000 Euro) und Haftstrafen von bis zu sieben Jahren. Im April 2016 hat die Behörde einen Antrag auf Verbot der Kryptowährung eingereicht. Doch Justiz- und Innenministerium äußerten Zweifel, ob der Bitcoin wirklich eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellt.

Nun hat das Finanzministerium eine Wendung von 180 Grad hingelegt. Vize-Finanzminister Alexej Moisejew, der vor einigen Jahren den Bitcoin kritisch beäugte, erwägt mittlerweile eine Legalisierung des Zahlungsmittels. Was vielen Bitcoin-Nutzern allerdings nicht passen dürfte: Die russische Regierung will die Währung staatlich regulieren.

„Der Staat muss zu jedem Zeitpunkt wissen, welche beiden Personen am Ende der finanziellen Transaktion stehen“, erklärte Moisejew gegenüber dem Wirtschaftsportal Bloomberg. Der Bitcoin muss dem Politiker zufolge ähnlich transparent sein wie ein konventioneller Banktransfer. Eine Legalisierung der Kryptowährung als Zahlungsmittel in Russland könnte bereits 2018 zur Realität werden, so Moisejew.

Japan hat digitale Währungen anerkannt

Die Vizechefin der russischen Zentralbank, Olga Skorobogatowa, will Mitte 2017 überprüfen, ob Bitcoins als Zahlungsmittel realisierbar seien. Falls sich Russland zu diesem Schritt entscheiden sollte, wäre das Land damit nicht alleine. Am 1. April 2017 ist in Japan ein neues Gesetz für Internetwährungen in Kraft getreten, das Kryptowährungen als Zahlungsmittel offiziell anerkennt.

Allerdings sieht das japanische Gesetz vor, dass sich Finanzdienstleister und Börsen bei Geschäften mit dem digitalen Geld an staatliche Auflagen halten müssen. Dazu zählt u. a. die Pflicht, Bitcoin-Börsen staatlich zu registrieren und Kunden identifizierbar zu machen. Erfahrungen etoro laufen dabei auseinander. Dies soll dem Kampf gegen Geldwäsche dienen. Zudem müssen Bestimmungen zum Grundkapital und zur Cybersicherheit eingehalten werden. Auch in Russland wäre eine ähnliche Regulierung vorstellbar.