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Merkel plant Treffen mit Poroschenko in der Ukraine

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel plant Anfang November eine Reise in die Ukraine. Dies berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur UNIAN.

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko plant Kanzlerin Merkel im November einen Besuch in der Ukraine. Dies erklärte er bei einer Botschafterkonferenz in Kiew. Poroschenko wolle ihrem Besuch eine „besondere Aufmerksamkeit“ schenken.

Kürzlich führte Poroschenko bereits zwei Telefongespräche mit Merkel. Man habe über eine „Intensivierung des Friedensprozesses“ in der Ostukraine und die „Ausführung der Minsker Vereinbarungen“ gesprochen. Eine bedeutende Rolle spiele das Normandie-Format bestehend aus Russland, Frankreich, Deutschland und der Ukraine, bestätigte der Präsident. Auch eine mögliche UN-Friedensmission in den besetzten Donbass-Regionen sei diskutiert worden.

Botschafter fordert mehr Wirtschaftskooperation

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, forderte zudem eine stärkere Kooperation auf wirtschaftlicher Ebene. „Investitionen aus Deutschland steigen an“, sagte der Diplomat und lobte den positiven Effekt für den ukrainischen Arbeitsmarkt. Auch der gemeinsame Warenaustausch überschreite die Marke von 8 Milliarden US-Dollar und habe das Vorkrisenniveau erreicht. Merkels Besuch in der Ukraine sei „bedeutend“, so Melnyk.

Die Kanzlerin habe beobachten können, erklärte Melnyk weiter, wie die Ukraine innerhalb von vier Jahren „auferstanden“ sei. Die Wirtschaft befinde sich auf Wachstumskurs, wovon auch deutsche Produzenten profitieren würden. Deshalb sei die „Solidarität“ Europas mit der Ukraine „nicht wertlos“, sondern „hilft uns, wirklich stärker zu werden“.

Am Montag telefonierte Kanzlerin Merkel mit dem US-Präsidenten Donald Trump. Beide Staatschefs hatten laut Medienberichten über die Lage in der Ukraine gesprochen.

Konflikt im Asowschen Meer

Unterdessen wächst das Konfliktpotenzial zwischen Russland und der Ukraine. Zwar haben die prorussischen Separatisten und die ukrainische Armee zum Schulbeginn ab September eine neue Waffenruhe in der Ostukraine vereinbart. Doch gleichzeitig hat die Ukraine angekündigt, ihre Militärpräsenz im Asowschen Meer zu erhöhen. Die im Mai eingeweihte Brücke über die Straße von Kertsch zwischen der Halbinsel und dem russischen Festland sorgt laut ukrainischer Seite für Handelsbeschränkungen und Schiffsinspektionen durch den russischen Geheimdienst FSB.

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