Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Thorsten GutmannVon

Freie Einreise für Georgier in die EU

Ab dem heutigen Dienstag dürfen georgische Staatsbürger ohne Visum in die Europäische Union einreisen. Eine Ausnahme stellen Großbritannien und Irland dar. Darüber berichtet das Wirtschaftsmagazin Forbes.

Die Bewohner Georgiens können ab sofort pro Halbjahr bis zu 90 Tage in die EU einreisen. Jedoch wird ihnen nicht gestattet, einer Arbeit nachzugehen. Wer gegen die Regeln verstößt, muss mit einer Strafe von bis zu 3.000 Euro und einem Einreiseverbot von bis zu fünf Jahren rechnen.

„Historischer Tag für Georgien“

Das georgische Innenministerium weist darauf hin, dass zur Einreise in die EU zahlreiche Dokumente erforderlich sind. Touristen aus Georgien müssen sich nicht nur den Fragen des Grenzschutzes stellen, sondern auch Rückfahrkarten, Hotelreservierung (bzw. Einladung), Krankenversicherung sowie Bargeld in Höhe von 50 Euro pro Aufenthaltstag vorweisen.

Präsident Giorgi Margwelaschwili sprach von einem „historischen Tag für Georgien“. Symbolisch reiste Ministerpräsident Giorgi Kwirikaschwili gemeinsam mit Ministern, Abgeordneten und Studenten von Tiflis nach Athen und Brüssel, um den Wegfalls des Visumzwangs zu feiern. „Georgien kehrt in die europäische Familie zurück“, erklärte Kwirikaschwili auf Twitter.

Annäherung an Europa

Am vergangenen Sonntag feierten die Georgier die Visafreiheit am Europaplatz im Zentrum der Hauptstadt. Die Friedensbrücke wurde im Blauton der EU-Flagge beleuchtet. Bereits im Juni 2016 erklärte der Präsident, dass Georgien wünsche, ein „Mitglied der europäischen Familie“ zu werden.

Am 27. Februar 2017 beschloss der Rat der Europäischen Union, das Visa-Regime mit Georgien zu liberalisieren. Im Dezember 2016 definierte das Europäische Parlament Bedingungen für eine mögliche Rücknahme der Visafreiheit – nämlich dann, wenn eine zu große Anzahl an Georgien sich weigern würde, das Territorium der EU zu verlassen.

Titelbild

Georgische Flagge. Quelle: Frank Miller , Georgian flag (812), Size changed to 1040x585px., CC BY-SA 2.0 

Thorsten Gutmann
Über den Autor

Thorsten Gutmann war von September 2016 bis Dezember 2018 Chefredakteur der unabhängigen Nachrichtenseite Ostexperte.de in Moskau. Derzeit arbeitet er als Nachrichtenchef bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK). Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er u. a. für die Moskauer Deutsche Zeitung und die Berliner Zeitung tätig. Im Jahr 2017 gründete er die RUSummit – Fachkonferenz zur Digitalwirtschaft in Russland mit dem Ziel, den deutsch-russischen Wirtschaftsdialog zu fördern.