Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Patrick VolknantVon

Harter Schlag für die Belegschaft von AwtoWAS

Innerhalb des laufenden und kommenden Jahres will der Lada-Hersteller AwtoWAS mehr als 8.000 Stellen streichen. Der Gewerkschaft waren deutlich geringere Kürzungen angekündigt worden.

Für die Arbeiter des größten Automobilproduzenten Russlands kommt es schlimmer als gedacht. Rund ein Fünftel der mehr als 37.000 Menschen großen Belegschaft will AwtoWAS abbauen. Dabei müssen 6.000 Angestellte noch in diesem Jahr gehen. Die restlichen 2.200 der insgesamt 8.200 abzubauenden Stellen folgen dann im kommenden Jahr.

Ursprünglich weniger Entlassungen angekündigt

Bei den Zahlen handele es sich um eine Prognose und keine zwangsläufige Entwicklung, erklärte die Pressestelle von AwtoWAS auf Nachfragen aus der russischen Presse. Ob dies den Arbeitern des in Toljatti ansässigen Betriebes ein Trost sein kann, ist fragwürdig. Noch im Januar hatte es von Seiten des Unternehmenschefs Nicolas Maure geheißen, dass man in diesem Jahr „keine harten Maßnahmen“ plane. Im Februar war der offiziellen Gewerkschaft dann eine Kürzung von lediglich 740 Arbeitsplätzen angekündigt worden.

Michail Babitsch, der Gesandte des Russischen Präsidenten im Föderationsbezirk Wolga, versprach den Angestellten soziale Unterstützung. Man wolle den Menschen alle erforderlichen Gelder zur Verfügung stellen, die für die eigene Qualifikation und auf der Suche nach gut bezahlten Jobs benötigt würden. „Alle Aktivitäten müssen mit der Verwaltung des Unternehmens übereinstimmen, um keine sozialen Spannungen zu schaffen“, so Babitsch.

AwtoWAS mit Absatzkrise seit 2012

Der Konzern ringt seit 2012 mit sinkenden Verkaufszahlen. Während der letzten zwei Jahre fuhr AwtoWAS Verluste in Milliardenhöhe ein. Im Zuge der Krise wurden bereits tausende Angestellte entlassen. Seit Beginn dieses Jahres scheint es allerdings wieder leicht bergauf zu gehen: Man konnte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 gut 13 Prozent mehr Fahrzeuge verkaufen. Das Unternehmen ist im Besitz des Hersteller-Bündnisses Renault-Nissan und der russischen Staatsgesellschaft Rostech.

Bildquelle

Quelle: (Jan Hammershaug, Lada lost in the woods, Size changed to 1040x585px. , CC BY 2.0

Patrick Volknant
Über den Autor

ist Autor bei Ostexperte.de.

Der freie Journalist studierte Germanistik und Philosophie in Freiburg und Leipzig.