Eva LennartzVon

Nestlé erweitert Produktion von Kindernahrung in Wologda

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé will sein Werk in Wologda um eine Anlage zur Herstellung von Säuglingsnahrung erweitern. Dies berichtet die russische Nachrichtenagenur TASS

Die Investition in die neue Anlage für Babynahrung beträgt 1,8 Milliarden Rubel (rund 27 Millionen Euro). Am Standort sollen die Babymilch-Marken „Nan“ und „Nestogen“ entwickelt werden.

Laut Marcial Rolland, Geschäftsführer von Nestlé in Russland und Eurasien, wird das Werk in Wologda nach der Erweiterung die größte Nestlé-Fabrik zur Herstellung von Babynahrung in Europa sein. Von dort aus sollen der russische Markt und Länder der GUS beliefert werden.

Eddie Dauphin, Direktor des Nestlé-Werks in Wologda, erklärte, dass die Standardproduktion im Januar 2019 beginnen wird. Das jährliche Produktionsvolumen werde 24.000 Tonnen betragen. Damit soll die neue Anlage die Produktionskapazität des bestehenden Werks verdoppeln.

Nestlé hat 2003 eine Fabrik für Babynahrung in Wologda gekauft. Seit 2005 produziert der Nahrungsmittelkonzern dort Babybrei. Das Werk wurde 2014 modernisiert. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Modernisierung des Standorts seit November 2011 auf 1,7 Milliarden Rubel (rund 25 Millionen Euro).

Lokalisierung in Russland

Der Schweizer Konzern betreibt in der Region Russland und Eurasien elf Fabriken. Davon befinden sich acht in Russland.

Im Juni hatten russische Medien berichtet, dass die Tochtergesellschaft Purina PetCare den Ausbau einer Tierfutter-Fabrik in Kaluga plant. Der Konzern wolle offenbar 10 Milliarden Rubel (ca. 156 Millionen Euro) in die Hand nehmen, um das bestehende Werk zu erweitern. Durch den Ausbau bis 2019 werde das Unternehmen im Bereich Tierfutter zwei neue Produktlinien auf den russischen Markt bringen, erklärte der für Russland verantwortliche Regionaldirektor.

In den letzten 20 Jahren hat Nestlé Eigenangaben zufolge etwa zwei Milliarden Dollar (rund 1,7 Milliarden Euro) in die Entwicklung der Produktion in Russland investiert. Dabei sollen mehr als 90 Prozent der in Russland verkauften Produkte lokal hergestellt worden sein. Etwa 70 Prozent der Rohstoffe und 90 Prozent der Verpackungsmaterialien stammen angeblich aus Russland.

Eva Lennartz
Über den Autor

arbeitet seit September 2017 als Online-Redakteurin für die Nachrichtenseite Ostexperte.de in Moskau.

Bachelor-Abschluss in „European Studies“ (Maastricht University). Master of Arts in “Global Studies” – Studium in Wien, Santa Barbara (USA) und Wroclaw, Polen.

Großes Interesse an und diverse Auslandsaufenthalte in Osteuropa, unter anderem Tätigkeit als Projektassistentin in der Ostukraine und Praktikum bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Serbien.

 

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