Thorsten GutmannVon

Russische Eisenbahn plant Schnellzug Moskau-Berlin

Die russische Eisenbahngesellschaft RZhD hat der Deutschen Initiative für Hochgeschwindigkeitsverkehr (HGV) vorgeschlagen, eine Schnellstrecke zwischen Moskau und Berlin zu bauen. Der Verkehrskorridor „Eurasia“ könnte Westeuropa, Russland und China miteinander verbinden, berichtet die Nachrichtenagentur TASS.

Das deutsche HGV-Konsortium, an dem u. a. Siemens und die Deutsche Bank teilnehmen, verhandelt bereits seit langer Zeit über den Bau einer möglichen Schnellstrecke zwischen Moskau und Kasan. Laut einer anonymen Quelle zeigt das Unternehmensbündnis offenbar auch Interesse an einer Verbindung zwischen Moskau und Berlin. Die Strecke könnte im Rahmen der HGV-Trasse Berlin-Urumtschi gebaut werden.

RZhD schätzt die Länge einer möglichen Zugverbindung zwischen der russischen und deutschen Hauptstadt auf 1.852 Kilometer. Die Gesamtkosten werden auf 2,86 Billionen Rubel beziffert – umgerechnet mehr als 40 Milliarden Euro. Der Streckenabschnitt in Deutschland soll 160 Mrd. Rubel (2,3 Mrd. Euro) kosten. Am teuersten wäre der Abschnitt in Polen, den die Eisenbahngesellschaft auf 1,18 Bio. Rubel (17 Mrd. Euro) beziffert. Der Rest entfällt auf Streckenabschnitte in Belarus und Russland. Die Ukraine wird in den Plänen nicht berücksichtigt.

Eisenbahnkorridor „Eurasia“ von Peking nach Berlin

Der HGV-Korridor „Eurasia“ soll künftig Europa mit China verknüpfen. Die Distanz der Strecke Peking-Moskau-Berlin beträgt 9.447 Kilometer. Davon würden 2.366 Kilometer durch russisches Territorium verlaufen. Alleine die Kosten für die Strecke von Brest (Belarus) nach Dostyk (Kasachstan) werden auf 7,08 Bio. Rubel geschätzt – rund 101 Mrd. Euro. Die Erweiterung nach Urumtschi (China) soll weitere 760 Mrd. Rubel (10,98 Mrd. Euro) kosten. Die Kosten für den russischen Abschnitt der „Eurasia“-Trasse werden auf 3,58 Bio. Rubel (51 Mrd. Euro) beziffert.

Schnellstrecke zwischen Moskau und Kasan

Die geplante Schnellstrecke zwischen Moskau und Kasan könnte Teil des HGV-Korridors „Eurasia“ werden. Die Bauarbeiten sollen 2018 beginnen. Die Fertigstellung wird auf 2023 geschätzt. In der Vergangenheit hatte die „Deutsche Initiative“ unter Schirmherrschaft der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) angekündigt, das Projekt mit mindestens 2,7 Mrd. Euro zu finanzieren. Die Streckenlänge zwischen Moskau und Kasan beträgt ungefähr 770 Kilometer.

PR-Video zur HGV-Strecke Moskau-Kasan (auf Russisch):

Thorsten Gutmann
Über den Autor

ist Chefredakteur von Ostexperte.de.

Zuvor war er Autor der Moskauer Deutschen Zeitung und Online-Redakteur der Berliner Zeitung und des Berliner Kuriers.

 

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