Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Simon SchüttVon

Memorandum of Unterstanding zur österreichisch-russischen Zivilluftfahrt verankert mehr Direktflüge

Die Anzahl der Direktflüge zwischen Österreich und Russland soll deutlich steigen. Das geht aus einem „Memorandum of Understanding“ hervor, das von Vertretern der Verkehrsministerien beider Länder am 27. Juli 2016 in Wien unterzeichnet wurde.

Im Memorandum, das am Freitag, den 2. September von der russischen Zivilflugbehörde Rosawijazija veröffentlicht wurde (Link zum englischsprachigen Dokument), heißt es, dass die maximale wöchentliche Frequenz der Flüge auf der Route Wien – Moskau auf 42 (+11 Flüge) erhört werden soll. Auf der Route Wien – Krasnodar auf 18 (+13 Flüge) und auf der Route Salzburg – Moskau auf 18 (+18 Flüge). Im derzeit gültigen Sommerflugplan gibt es derzeit 33 wöchentliche Verbindungen von Wien nach Moskau, 5 nach Krasnodar und keine Verbindungen zwischen Moskau und dem Flughafen Salzburg, der für russische Touristen vor allem für den Neujahrsurlaub interessant ist.

Obwohl die Beamten am 26. und 27. Juli dem Dokument nach in einer „herzlichen und freundlichen Atmosphäre“ konferierten, wird auch deutlich, dass man sich in einigen Punkten nicht einigen konnte.

Vertreter Österreichs forderten etwa vergeblich, dass österreichische Fluglinien in Russland die Möglichkeit zu einer eigenständigen Bodenabfertigung erhalten. Die im November 2011 zwischen beiden Regierung vereinbarte Änderungen im österreichisch-russischen Luftfahrtabkommen seien leider noch immer nicht in Kraft getreten.

Billigairline Pobeda verstößt mit Flug „Moskau – Wien Hauptbahnhof“ gegen Luftfahrtsabkommen

Dagegen verstoße zudem die russische Billigfluglinie Pobeda: Die Tochter der staatlichen Aeroflot, verkaufe auf ihrer Homepage „Flüge“ nach Wien-Hauptbahnhof, obwohl sie selbst nur nach Bratislava fliegt und den Rest der Strecke per Bus-Transfer anbietet. Das wird erst in der Detailansicht des Angebots angezeigt. Auch die Wirtschaftszeitung Vedomosti berichtete darüber.

Das Moskauer Verkehrsministeriums beklagt seinerseits, dass die Zahl der verfügbaren Slots für russische Fluglinien am Flughafen Innsbruck zu gering seien und fordern eine faire Vergabepraxis für Samstagsslots. Im Winterflugplan 2015/16 seien Moskau-Innsbruck-Samstagsflüge während des Höhepunkts der russischen Tourismussaison ausschließlich der Austria Airlines vorbehalten gewesen.

Russlands Vorschlag, Linienflüge zwischen Moskau und Linz einzuführen, fand hingegen die österreichische Zustimmung. „Die Österreichischen Luftfahrtbehörden erklärten, dass sie den Antrag der Fluglinie für Linienflüge zwischen Moskau und Linz begrüßen würden“, heißt es im nunmehr veröffentlichten Memorandum.

Auch Dokument mit deutsch-russischem Abkommen veröffentlicht – allerdings mit vertraulichen Passagen

Am heutigen Montag wurde bei Rosawijazija zudem eine Vereinbarung über den Flugverkehr mit Deutschland unterzeichnet (PDF). Datiert ist das vertrauliche Dokument auf Berlin, den 18. August. Auch hier werden Anpassungen an dem bisherigen Abkommen von 1993 vorgenommen.

Große Teile des Abkommens sind allerdings aus dem veröffentlichten Dokument entfernt.

 

Titelbild

Quelle: wikiwand.com

Simon Schütt
Über den Autor

war von September 2015 bis September 2016 Chefredakteur bei Ostexperte.de.

Derzeit arbeitet er bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er Redakteur der Moskauer Deutschen Zeitung. Dort schrieb er vor allem für das Wirtschafts-, das Digital- und das Moskau-Ressort.

Der Berliner hat in Wien Publizistik- und Kommunikationswissenschaft studiert und dort bei der Österreich-Ausgabe des Werbe-, Marketing- und Medien-Fachmagazins Horizont gearbeitet.