Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Rufil Russia Consulting

Simon SchüttVon

Einem Bericht zufolge diskutieren Yandex und Facebook über eine Zusammenarbeit bei Diensten und Daten

Der russische Online-Konzern Yandex und der US-Konzern Facebook diskutieren offenbar Möglichkeiten einer Zusammenarbeit. Darüber berichtet die russische Zeitung Vedomosti und bezieht sich dabei auf eine Quelle in der Nähe des russischen Suchmaschinen-Betreibers.

Überlegt werde etwa, die Yandex-Dienste Yandex.Taxi (Taxi-Service) oder Yandex.Market (Online-Marktplatz) bei Facebook einzubinden, sodass Facebook-Nutzer sie gleich über das Sozialnetzwerk buchen können. Die Einnahmen aus diesen Transaktionen würden dann geteilt. Auch ein freier Zugang für Yandex.Music für Facebook-Nutzer oder Rabatte für Yandex.Taxi sollen im Gespräch sein. Auch ein Datenaustausch zwischen den Unternehmen solle diskutiert werden – bei Werbe-Targeting und bei Nutzerdaten für den Werbeverkauf.

Yandex will mobile Reichweite erhöhen, Facebook das Gesamtpublikum

Die Kooperation könnte für Yandex eine Möglichkeit sein, mehr mobile Nutzer zu erreichen. Zu Facebook gehören neben dem gleichnamigen Sozialnetzwerk wohlgemerkt auch die Dienste Whatsapp und Instagram, die im mobilen Bereich sehr stark sind. Wie Ostexperte.de berichtete, verliert Yandex hier in Russland gegenüber dem Konkurrenten Google. Das liegt vor allem an der starken Marktstellung von Googles mobilem Betriebssystem Android – in Russland läuft es laut Yandex auf 86 Prozent der Geräte.

Das Publikum von Facebook in Russland ist 1,6 Mal geringer als das von Yandex: 12,6 Millionen gegenüber 20,4 Millionen Menschen (TNS-Daten für April 2016; Bevölkerung von 12 bis 64 in den Städten mit 700.000 Einwohnern). Daher könnte Facebook die Partnerschaft nutzen, um seinerseits die Reichweite zu erhöhen.

Einer weiteren Quelle der Zeitung zufolge befänden sich die Gespräche aber noch in einem „frühen Stadium“. Die Unternehmen selbst wollen Verhandlungen nicht bestätigen. Von Yandex heißt es lediglich: Man sei für Gespräche mit verschiedenen Unternehmen immer offen.

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Quelle: Montage von Ostexperte.de

Simon Schütt
Über den Autor

war von September 2015 bis September 2016 Chefredakteur bei Ostexperte.de.

Derzeit arbeitet er bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er Redakteur der Moskauer Deutschen Zeitung. Dort schrieb er vor allem für das Wirtschafts-, das Digital- und das Moskau-Ressort.

Der Berliner hat in Wien Publizistik- und Kommunikationswissenschaft studiert und dort bei der Österreich-Ausgabe des Werbe-, Marketing- und Medien-Fachmagazins Horizont gearbeitet.