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Thorsten GutmannVon

Yandex startet russischen Service für Mitfahrgelegenheiten

Konkurrenz für den französischen Marktführer BlaBlaCar: Der russische Internet-Konzern Yandex, der für seine Suchmaschine und Taxi-Service bekannt ist, will eine Mitfahrzentrale eröffnen. In der App „Yandex.Navigator“ startete am heutigen Mittwoch eine Testphase. 

In spätestens zwei Wochen soll die Mitfahrzentrale für alle Nutzer eröffnen, erklärte ein Unternehmensvertreter gegenüber der Wirtschaftszeitung Wedomosti. Über die Investitionshöhe könne jedoch keine Auskunft gegeben werden. Der Service für Mitfahrgelegenheiten folgt wenige Wochen auf eine Ankündigung von Yandex, in den Moskauer Carsharing-Markt einzusteigen. Zudem hatten der US-Mitfahrservice Uber und Yandex.Taxi im Juli 2017 beschlossen, ihren Taxi-Dienst auf dem russischen Markt sowie in fünf weiteren Ländern zu fusionieren.

In den vergangenen Jahren hatte Yandex sein Angebot für Transport-Dienstleistungen massiv ausgebaut:  Zum Beispiel gilt „Yandex.Maps“ als russisches Äquivalent zum Kartendienst von Google. „Yandex.Transport“ dagegen hilft Reisenden, sich im öffentlichen Nahverkehr zu orientieren. „Yandex.Taxi“ gilt als günstige Methode, um von A nach B zu gelangen. Die neue Mitfahrzentale sei vor allem für Nutzer interessant, die Benzinkosten sparen wollen, so der Vertreter. Zunächst sei die Diensleistung jedoch auf bestimmte Regionen begrenzt.

Anderes Geschäftsmodell als BlaBlaCar

Allerdings wolle der neue Service, der den Namen „Yandex.Poputka“ trägt, nicht mit BlaBlaCar konkurrieren. Beide Unternehmen hätten „verschiedene Geschäftsmodelle“, betonte der Yandex-Sprecher. „Wir sind kein kommerzieller Service.“ Es gehe bei der Mitfahrzentrale nicht darum, Geld zu verdienen, sondern Kosten zu sparen. Während der französische Marktführer Autofahrten mit einer durchschnittlichen Luftlinie von 300 Kilometern ermögliche, wolle sich Yandex stattdessen auf kurze Fahrten zwischen Vororten und Stadtzentren konzentrieren.


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Titelbild: Ivan Krawchuk / Shutterstock.com

Thorsten Gutmann
Über den Autor

Thorsten Gutmann war von September 2016 bis Dezember 2018 Chefredakteur der unabhängigen Nachrichtenseite Ostexperte.de in Moskau. Derzeit arbeitet er als Nachrichtenchef bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK). Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er u. a. für die Moskauer Deutsche Zeitung und die Berliner Zeitung tätig. Im Jahr 2017 gründete er die RUSummit – Fachkonferenz zur Digitalwirtschaft in Russland mit dem Ziel, den deutsch-russischen Wirtschaftsdialog zu fördern.