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Ostexperte.deVon

„Ohne Visum fahr’n wir zur WM!“

Fußballfans sollen mit dem Kauf eines Tickets für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 visafrei nach Russland einreisen dürfen. Hintergedanke personalisierter Tickets mit Visum ist jedoch auch, Fan-Krawallen wie bei der laufenden EM in Frankreich vorzubeugen. 

In ziemlich genau zwei Jahren findet die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland statt. Dazu werden auch jede Menge ausländische Besucher erwartet. Die meisten davon – etwa aus Europa einreisende Fußballfans – unterliegen aber eigentlich der Visumspflicht. Damit das nicht zum Hindernis wird – man will das Land schließlich von der besten Seite präsentieren – gibt es nun eine Sonderregelung. Mit dem WM-Ticket erhalten die Fußballfans auch ein Visum.

Ein entsprechendes Gesetz wurde kürzlich von der russischen Staatsduma in dritter (und letzter) Lesung beschlossen. Damit das Gesetz in Kraft tritt, muss es jedoch noch der Föderationsrat billigen und der Präsident unterschreiben.

Fan-Pass fungiert als Visum für den WM-Zeitraum und je 10 Tage davor und danach

Damit dürfen sich dann WM-Besucher über die Dauer des Turniers sowie 10 Tage davor und 10 Tage danach in Russland aufhalten. Schließlich sollen die Fans das Land auch vor und nach dem Fußball erkunden dürfen – und gerne den Tourismus ankurbeln.

Konkret soll das Verfahren über eine sogenannte „Fan-ID“ funktionieren. Sie wird wohl vom Ministerium für Kommunikation und Massenmedien beim Ticketkauf vergeben. Mit ihr reisen die Besucher dann anstelle des Visums ein. Besucher mit einer Fan-ID können zudem kostenfrei den öffentlichen Nahverkehr in den WM-Austragungsorten als auch im Umkreis nutzen.

Die offizielle WM-Website Russlands weist darauf hin, dass die Prozedur für visafreie Einreisen während der WM-Zeit „in der ersten Jahreshälfte 2016“ beschlossen werde. Sie führt aber auch noch Hinweise für das herkömmliche Visa-Verfahren für Russland auf. (Vielleicht ist das auch für den einen oder anderen von Ihnen interessant.)

Fan-ID als Mittel gegen Hooligans

Das neue Identifikationsverfahren soll aber nicht nur die Grenzkontrollen und die Einreise für die Zuschauer erleichtern, sondern auch Ausschreitungen während des Turniers verhindern, sagte Präsidentenberater Igor Levitin im Rahmen des Petersburger Wirtschaftsforums.

„Bei den Olympischen Spielen in Sotschi haben wir gute Erfahrungen mit Fan-Pässen gemacht. Sie helfen, die Risiken zu minimieren. Das was zum Beispiel jetzt in Frankreich geschah – da glaube ich, dass diese Ereignisse nur stattfanden, weil sie [die Hooligans] freien Zugang hatten.“

Außerdem werde es bei der WM in Russland wohl eine schwarzen Liste für Hooligans geben. Den entsprechenden Personen sei es dann nicht erlaubt, Tickets zu kaufen und das Stadion zu betreten. „Ich denke, solche Listen haben die Behörden aller Länder schon“, sagte Levitin.

DFB-Präsident Grindel: „Gehe von friedlicher, dopingfreier und fairer WM 2018 aus“

Damit erfüllt Russland auch das, was der Präsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) Reinhard Grindel in einem aktuellen Interview mit der Rheinischen Post gefordert hatte: „Ich erwarte von der russischen Regierung und vom russischen Verband, dass sie alles unternehmen, um Gewalttaten zu verhindern.“

Er gehe davon aus, dass der russische Verband sehr genau analysiere, was in der Vergangenheit Anlass zur Kritik gegeben habe und „dass wir 2018 eine friedliche, dopingfreie und auf Fairplay und Integrität basierende Weltmeisterschaft in Russland erleben werden“. Er bot auch an, Erfahrungen – etwa bei der Fanarbeit – weiterzugeben.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland findet vom 15. Juni bis 14. Juli 2018 statt. Austragungsorte sind folgende elf Städte: Moskau (zwei Stadien), St. Petersburg, Kasan, Nischni Nowgorod, Saransk, Kaliningrad, Wolgograd, Jekaterinburg, Samara, Sotschi und Rostow am Don. 

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