Klaus DormannVon

Corona in Russland: So geht es der Wirtschaft

Im zweiten Quartal 2020, als es in Russland umfassende Beschränkungen der Aktivitäten der Wirtschaft zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gab, ist die gesamtwirtschaftliche Produktion im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8,0 Prozent gesunken. Besonders stark verringerte sich der reale Umsatz im Dienstleistungsbereich (- 36 Prozent) und im Einzelhandel (- 16 Prozent). Die Industrieproduktion sank im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich deutlich weniger (- 6,5 Prozent).

Im dritten Quartal war der BIP-Rückgang nur noch halb so stark wie im zweiten

In der letzten Woche veröffentlichte das Statistikamt Rosstat seinen Bericht zur Entwicklung der russischen Wirtschaft im September und im dritten Quartal. Er zeigt, dass die Rückgänge der realen Umsätze gegenüber dem Vorjahresquartal im Dienstleistungsbereich (- 17,4 Prozent) und im Einzelhandel (- 2,5 Prozent) deutlich schwächer waren als im zweiten Quartal. In der Industrie hat sich der Rückgang der Produktion im dritten Quartal weniger stark von – 6,5 Prozent auf – 5,0 Prozent abgeschwächt. Rosstat veröffentlichte auch neue Daten zur Entwicklung des Arbeitsmarktes, von Löhnen und Einkommen.

Das Wirtschaftsministerium schätzt auf der Basis des Rosstat-Berichts, dass die gesamtwirtschaftliche Produktion im September nur noch 3,3 Prozent niedriger war als vor einem Jahr. Impulse für die weitere Erholung der russischen Wirtschaft vom Lockdown im Frühjahr kamen im September vom Dienstleistungssektor, dessen Umsatz besonders stark eingebrochen war, und der Produktion von Rohstoffen.

Im gesamten dritten Quartal sank das Bruttoinlandsprodukt nach den Berechnungen des Ministeriums im Vorjahresvergleich um 3,8 Prozent. Damit war der Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Produktion nur noch knapp halb so hoch wie im zweiten Quartal (- 8 Prozent).

Für die ersten neun Monate schätzt das Ministerium den Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Produktion auf 3,5 Prozent. Im gesamten Jahr 2020 erwartet es ein 3,9 Prozent niedrigeres BIP als im Jahr 2019.

Der Einzelhandelsumsatz ist noch deutlich niedriger als vor dem Lockdown

Wie stark sich die russische Wirtschaft vom Tiefpunkt im Frühjahr bis Ende September von Monat zu Monat erholt hat, läßt sich dem Rosstat Monatsbericht für September für einige Wirtschaftszweige auch entnehmen, zum Beispiel für den realen Einzelhandelsumsatz und die Industrieproduktion.

Den besonders starken Rückgang des realen Umsatzes des Einzelhandels im Lockdown im April macht die folgende Rosstat-Abbildung deutlich.

Entwicklung des realen Einzelhandelsumsatzes
Durschnittlicher monatlicher realer Einzelhandelsumsatz im Jahr 2017 = 100

Die Abbildung zeigt die Entwicklung des realen Einzelhandelsumsatzes seit Anfang 2018 mit Hilfe einer Indexberechnung. Dabei entspricht der durchschnittliche reale monatliche Einzelhandelsumsatz im Jahr 2017 dem Indexwert 100. Dargestellt ist die Entwicklung des unbereinigten Einzelhandelsumsatzes (grüne Linie) und des saison- und kalenderbereingten Einzelhandelsumsatzes (orange Linie).

Erkennbar ist, dass der unbereinigte Einzelhandelsumsatz (grüne Linie) nach der Anordnung der Lockdown-Maßnahmen im April 2020 gegenüber März 2020 um rund 28 Prozent eingebrochen ist (siehe Tabelle auf Seite 74 des Rosstat-Berichts). Saison- und kalenderbereinigt sank der Einzelhandelsumsatz gleichzeitig fast ebenso stark (orange Linie).

Die Erholung des Einzelhandelsumsatzes kam im dritten Quartal zum Stillstand

Im Mai, Juni und Juli erholte sich der Einzelhandelsumsatz auch saison- und kalenderbereingt deutlich. Seit Juli stagniert der Einzelhandelsumsatz saison- und kalenderbereinigt jedoch annähernd. Er war im dritten Quartal damit noch rund 6 Prozent niedriger als im März vor dem Einbruch im April.

ImVergleich zum Vorjahr war der reale Umsatz im Einzelhandel im zweiten Quartal  um 16 Prozent gesunken. Dann erholte er sich rasch. Schon im Juli war er nur noch 1,9 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Im August und September hat sich der Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat aber wieder verstärkt. Im September stieg er auf 3,0 Prozent.

Gegenüber dem Vorjahresquartal verzeichnete der Einzelhandel im dritten Quartal einen realen Umsatzrückgang um 2,5 Prozent. In den ersten neun Monaten 2020 setzte der 4,8 Prozent weniger um als im Vorjahr.

Dienstleister haben noch viel mehr aufzuholen als der Einzelhandel

Einen noch erheblich größeren Aufholbedarf als der Einzelhandel haben die Dienstleistungsunternehmen. Hier war der reale Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr im September mit -12,2 Prozent noch rund 4 Mal so stark wie im Einzelhandel (- 3,0 Prozent). Tatiana Evdokimova, frühere Russland-Chefvolkswirtin der Nordea Bank, verglich in der folgenden Abbildung die Entwicklung des realen Umsatzes mit Dienstleistungen (rote Linie) mit der Entwicklung des Einzelhandels mit Nahrungsmitteln (dunkelblaue Linie) und mit Nicht-Nahrungsmitteln (hellblaue Linie).

Preisbereinigte Umsatzentwicklung mit privaten Dienstleistungen
und im Einzelhandel

Veränderungen gegenüber Vorjahr in Prozent

Tatiana Evdokimova: Twitter-Meldung; 20.10.2020

In den ersten neun Monaten 2020 verzeichneten die Dienstleister einen realen Umsatzrückgang von 18,7 Prozent. Dabei war der Umsatz im dritten Quartal noch 17,4 Prozent niedriger als im Vorjahr. Im zweiten Quartal war er um rund 36 Prozent eingebrochen.

Die Industrieproduktion ist noch rund 5 Prozent niedriger als vor einem Jahr

Mit der Veröffentlichung der Daten der Industrieproduktion für September revidierte das Statistikamt seine Berechnungen ab Anfang 2019 kräftig nach oben, was auch zu einer Anhebung der gesamtwirtschaftlichen Wachstumsrate führen dürfte. Insbesondere die Produktion von Maschinen, Ausrüstungen und Transportmitteln ist 2020 moderater zurückgegangen als bisher angegeben wurde.

Im September war die Industrieproduktion insgesamt 5,0 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Im August war das Vorjahresniveau bereits etwas weniger um nur noch 4,2 Prozent unterschritten worden.

Vom Einbruch im Lockdown holte die Industrie bisher wenig auf

Der Konjunkturverlauf in der Industrie wird besonders deutlich, wenn man die Veränderungen der saisonbereinigten Produktion von Monat zu Monat verfolgt. Die folgende Abbildung aus dem Wochenbericht der Sberbank auf der Basis der Rosstat-Statistik vergleicht die Produktionsentwicklung von Januar 2018 (Indexstand 100) bis September 2020 in der gesamten Industrie (gelbe Linie) mit der Entwicklung in ihren beiden wichtigsten Bereiche, dem Bereich „Bergbau und Förderung von Rohstoffen“ (schwarze Linie) sowie dem Bereich „Verarbeitendes Gewerbes“ (blaue Linie).

„Industrieproduktion ist noch nicht zum Vorkrisenniveau zurückgekehrt“

Sberbank Wochenbericht: Global Economy News October 12 -18; S. 9; 20.10.2020

Im Lockdown im Frühjahr ist die gesamte Industrieproduktion (gelbe Linie) saison- und kalenderbereinigt laut Rosstat von März bis Mai um 6,8 Prozent gesunken Von diesem Rückgang der Produktion hat die Industrie bisher nur wenig aufgeholt. Im September war die Produktion noch 6,1 Prozent niedriger als im März.

Zuletzt setze sich die langsame Erholung der Industrieproduktion nicht mehr fort. Im September sank die Produktion nach Angaben von Rosstat gegenüber August saison- und kalenderbereinigt insgesamt um 0,2 Prozent (gelbe Linie). Ihre Erholung setzte sich nicht fort, weil die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes gegenüber dem Vormonat sank (blaue Linie). In der Rohstoffindustrie (dunkle Linie) setzte sich der Anstieg der Produktion gegenüber dem Vormonat zwar fort, jedoch in stark abgeschwächtem Tempo.

Im Vergleich zum Vorjahr war die Industrieproduktion im gesamten dritten Quartal 5,0 Prozent niedriger. Der Lockdown im zweiten Quartal hatte sie nicht viel stärker um 6,5 Prozent sinken lassen. Einschließlich des ersten Quartals, in dem die Industrieproduktion noch um 2,9 Prozent gestiegen war, war sie von Januar bis September nur 2,9 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Die Bauproduktion stagnierte fast; nur die Agrarproduktion nimmt zu

Die Bauproduktion stagnierte im September annähernd auf dem Niveau des Vorjahres (– 0,1 Prozent). In den ersten neun Monaten ging sie im Vorjahresvergleich um 0,4 Prozent zurück.

Als einziger großer Wirtschaftssektor setzte die landwirtschaftliche Produktion im September ihr Wachstum fort. Es verlangsamte sich aber auf 1,4 Prozent. In den ersten neun Monaten war die Agrarproduktion 3,3 Prozent höher als 2019.

Die kräftig gestiegene Arbeitslosenquote sank im September geringfügig

Mit der Rezession ist die Arbeitslosenquote bisher deutlich gestiegen (auch weil sich mehr Arbeitsuchende arbeitslos meldeten, um Anspruch auf neue Lohnersatzleistungen zu erhalten). Erst im September begann die Arbeitslosenquote leicht zu sinken.

Die folgende Abbildung aus dem monatlichen Konjunkturbericht des Wirtschaftsministeriums zeigt, dass die unbereinigte Arbeitslosenquote (dunkle Linie) nach starkem Anstieg im September auf 6,3 Prozent zurückging. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote (blaue Linie) war nach den Berechnungen des Ministeriums etwas höher. Sie sank im September auch leicht.

Wirtschaftsministerium: „Der Arbeitsmarkt hat sich stabilisiert“

Wirtschaftsministerium: Bild der Wirtschaftsaktivität September 2020; 20.10.2020

Die verfügbaren Realeinkommen sind 2020 niedriger als vor 10 Jahren

Trotz Rezession und steigender Arbeitslosigkeit nahmen die Reallöhne bisher laut Rosstat gegenüber dem Vorjahr weiter zu. Im Juli waren sie noch 2,9 Prozent höher als vor einem Jahr. Im August kam ihr Anstieg gegenüber dem Vorjahr aber fast zum Stillstand (+ 0,1 Prozent). Für September liegen noch keine Daten vor.

Die insgesamt für die privaten Haushalte verfügbaren Einkommen waren im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal 4,8 Prozent niedriger. In den ersten neun Monaten gingen sie um 4,3 Prozent zurück.

BOFIT, das Forschungsinstitut der finnischen Zentralbank, veröffentlichte zur langfristigen saisonbereinigten Entwicklung der real verfügbaren Einkommen folgende Abbildung. Sie zeigt, dass sich die Realeinkommen der Haushalte im dritten Quartal 2020 zwar etwas erholt haben. Der Einbruch im zweiten Quartal um 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr war aber so stark, dass die Einkommen auch im dritten Quartal niedriger waren als vor zehn Jahren.

Von 2010 bis zum dritten Quartal 2014 waren die Realeinkommen um knapp 10 Prozent gestiegen. Danach sanken sie im Trend. Erst 2019 begannen sie zu steigen.

BOFIT:
„Real disposable incomes of Russian households fell dramatically this year“

BOFIT, Bank of Finland: Russia’s economic recovery slowed in September; BOFIT Weekly; 23.10.2020

Im dritten Quartal 2020 waren die verfügbaren Realeinkommen nach dem tiefen Einbruch im zweiten Quartal noch 4,8 Prozent niedriger als vor einem Jahr und rund 11,5 Prozent niedriger als vor sechs Jahren.

Natalia Orlova hofft, dass es keinen erneuten umfassenden Lockdown gibt

Den Rückgang der Realeinkommen In den ersten neun Monaten 2020 um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr sieht Natalia Orlova, Chef-Volkswirtin der Alfa Bank, in einem Kommentar zu den September-Daten als Bestätigung ihrer Prognose, dass die Realeinkommen im gesamten Jahr 2020 rund 5 Prozent niedriger sein dürften als 2019.

Ein positiver Faktor für die Produktionsentwicklung im 4. Quartal 2020 ist für Orlova, dass die russische Regierung trotz rasch steigender Infektionszahlen erneute strikte Quarantänemaßnahmen vermeiden will. Von der Zentralbank erwartet sie keine weiteren Leitzinssenkungen zur Anregung der Konjunktur. Auch finanzpolitische Impulse für die Konjunktur würden schwächer. Das bisherige starke Wachstum der Staatsausgaben werde voraussichtlich zum Jahresende abflauen.

Orlova erwartet im Okober eine weitere Eintrübung der Binnenkonjunktur

Trotz der Bekundungen der Regierung, keinen Lockdown wie im Frühjahr anzuordnen, rechnet auch Natalia Orlova mit erneuten „mehr oder weniger starken Beschränkungen“ der Wirtschaft. Da es im Oktober zudem einen Arbeitstag weniger als im Vorjahr gibt, erwartet sie, dass sich der Rückgang der Industrieproduktion im Okober von 5 auf 6 Prozent beschleunigt (siehe letzte Zeile der folgenden Tabelle, rechte Spalte).

Alfa Bank: Wichtige makroökonomische Indikatoren Russlands

Natalia Orlova; Alfa Bank: Macro statistics for 9M20: deterioration instead of recovery; 21.10.2020

Auch für den realen Umsatz des Einzelhandels (siehe erste Zeile der Tabelle) erwartet die Chefvolkswirtin der Alfa Bank im Oktober mit – 3,5 Prozent einen noch stärkeren Rückgang gegenüber dem Vorjahr als im September mit – 3 Prozent

Die Arbeitslosenquote (4. Zeile) dürfte nach ihrer Einschätzung im Oktober bei weiterhin stagnierenden Reallöhnen (zweite Zeile) wieder leicht auf 6,4 Prozent anziehen.

Binnenwirtschaftliche Schwächen könnte der Export „neutralisieren“

In einem weiteren Kommentar zur aktuellen Entwicklung im September verweist Orlova darauf, dass sich der Rückgang des Einzelhandels seit Juli verstärkt hat und die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes zuletzt wieder abnahm. Risiken für die weitere Entwicklung der Produktion der russischen Wirtschaft sieht sie zudem nicht nur in möglichen Quarantänemaßnahmen der Regierung. Sie befürchtet auch, dass der Konsum der privaten Haushalte wahrscheinlich durch Ängste der Bevölkerung vor der Pandemie geschwächt wird.

Andererseits macht Orlova darauf aufmerksam, dass sich der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts gegenüber dem Vorjahresmonat trotz der negativen Entwicklung im Einzelhandel und im Verarbeitenden Gewerbe nach Schätzung des Wirtschaftsministeriums von 4,4 Prozent im Juli auf 3,3 Prozent im September verringert hat.

Eine mögliche Erklärung dafür sieht Orlova in einem stärkeren Wachstum von Nicht-Öl Exporten. Durch die positive Entwicklung des Exports könne die Schwäche binnenwirtschaftlicher Faktoren „neutralisiert“ werden. So könnte der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr bei rund 4 Prozent gehalten werden.

Zentralbank rechnet nur noch mit einem BIP-Rückgang um 4 bis 5 Prozent

In ihrer anlässlich der jüngsten Leitzinsentscheidung Freitag aktualisierten mittelfristigen Prognose rechnet die Zentralbank im laufenden Jahr nur noch mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 4,0 bis 5,0 Prozent. Seit einem Vierteljahr hatte sie eine etwas stärkere Abnahme um 4,5 bis 5,5 Prozent erwartet.

Die Wachstumsrate in der Erholung der Wirtschaft im Jahr 2021 senkte die Zentralbank gleichzeitig auf 3,0 bis 4,0 Prozent (bisher +3,5 bis + 4,5 Prozent). Dabei geht die Zentralbank von höheren Urals-Ölpreisen als bisher aus. Für 2020 erwartet sie jetzt 41 Dollar/Barrel (bisher: 38 Dollar/Barrel) und für 2021 45 Dollar/Barrel (bisher 40 Dollar/Barrel.

Die Wachstumsprognose der russischen Regierung für 2020 (- 3,9 Prozent) wird von der neuen Prognose-Spanne der Zentralbank (- 4,0 bis – 5,0) fast abgedeckt.

Die Zentralbank-Prognose für 2020 entspricht weitgehend dem Ergebnis der jüngsten Analysten-Umfrage des Research-Unternehmens FocusEconomics (- 4,6 Prozent). „Economist Intelligence Unit“, die Forschungsabteilung des englischen Wirtschaftsmagazins „The Economist“, erwartet jetzt auch nur noch einen Rückgang des BIP um 4,4 Prozent (bisher: – 5,7 Prozent).

Die Prognose-Spanne der Zentralbank umfasst unter anderem auch die jüngsten Prognosen des IWF (- 4,1 Prozent), der EBRD (- 4,5 Prozent) und der Weltbank (- 5,0 Prozent).

„Gemeinschaftsdiagnose“ deutscher Institute erwartet nur – 2,6 Prozent

Mit einer deutlich schwächeren Abnahme des russischen Bruttoinlandsprodukts (- 2,6 Prozent) rechnen die deutschen Konjunkturforschungsinstitute in ihrer kürzlich veröffentlichten „Gemeinschaftsdiagnose“. Im September hatte nur das Kieler Institut für Weltwirtschaft einen ähnlich moderaten Rückgang erwartet (- 3,0 Prozent). Die Prognosen anderer beteiligter Institute reichten im September von – 3,9 Prozent (IWH Halle) bis – 5,9 Prozent (DIW Berlin).

Wachstumsprognosen 2020 bis 2022
Veränderung des realen Bruttoinlandsprodukts gegenüber dem Vorjahr in Prozent

   202020212022
Russische Zentralbank,
Basisszenario
10/23/2020- 4,0 bis - 5,0
Urals 41 $/b
3,0 bis 4,0
Urals 45 $/b
2,5 bis 3,5
Urals 45 $/b
Helaba, Frankfurt10/23/2020-33
Economist Intelligence Unit, London10/20/2020-4.42.81.6
Berenberg Bank, Hamburg10/20/2020-53.52.5
Scope Ratings, Berlin10/19/2020-5.53.5
Commerzbank, Frankfurt10/16/2020-41.4
ING Bank, Amsterdam10/15/2020-2.52.52.2
Gemeinschaftsdiagnose10/14/2020-2.62.41.8
OPEC, Wien10/13/2020-4.92.9
Internationaler Währungsfonds10/13/2020-4.12.82.3
Weltbank10/07/2020-52.82.4
FocusEconomics
Consensus Forecast
10/06/2020-4.63.32.7
DekaBank, Frankfurt10/02/2020-43.1
EBRD, London09/30/2020-4.53
UniCredit, Mailand09/29/2020-42
Citibank09/25/2020-3.93
Morgan Stanley09/25/2020-4.83.3
Ifo Institut München09/22/2020-4.32.62.5
Kiel Institut für Weltwirtschaft09/17/2020-34.21.8
BOFIT, Bank of Finland09/17/2020-42.42.2
Eurasian Development Bank, Moskau09/17/2020-4.23.22.7
Alfa Bank, Moskau09/16/2020-32.5
IWH Halle09/16/2020-3.92.61.2
RWI Essen09/15/2020-531.8
OECD, Paris09/15/2020-7.35
Russisches Wirtschaftsministerium09/14/2020-3.9
Urals 41,8 $/b
3.3
Urals 45,3 $/b
3.4
Urals 46,6 $/b
DIW Berlin09/10/2020-5.94.83.1

Quellen und Lesetipps:

Ostexperte.de-Artikel zu Konjunktur und Wirtschaftspolitik in Russland von Klaus Dormann:

Zentralbank-Leitzinsentscheid am 23.10.2020: Leitzins bleibt 4,25 Prozent

Zentralbank: Berichte und Prognosen

Preisentwicklung im September

Konjunkturberichte September 2020 von Zentralbank, Wirtschaftsministerium und Rosstat

Industrieproduktion im September; Revision für 2019 und Januar bis August 2020

BIP-Prognosen (Zentralbank; Rechnungshof, Gemeinschaftsdiagnose; IWF, Weltbank)

Periodisch erscheinende Berichte zu Konjunktur und Wirtschaftspolitik

Weitere Berichte zu Konjunktur und Wirtschaftspolitik in Russland

Klaus Dormann
Über den Autor

war von 1980 bis 2015 Mitarbeiter der volkswirtschaftlichen Abteilung der Ruhrgas AG und der E.ON SE.