Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Rufil Russia Consulting

Christian SeidlVon

Das für eine erfolgreiche Mitarbeiterbindung in Russland notwendige Instrumentarium ist im Grunde relativ einfach und steht jedem Unternehmen zur Verfügung. Vereinfacht lautet die Formel dafür: Zusagen einhalten, Stabilität vermitteln und Perspektiven bieten.

Um einen (neuen) Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden, ist es oftmals ausreichend, in Vorstellungsgesprächen, Verhandlungen und Verträgen einmal Zugesichertes und Zugesagtes auch einzuhalten. Dies betrifft sowohl Zusagen hinsichtlich der Vergütung, als auch in bezug auf die Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten im Unternehmen. Leider ist dies auch bei Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum heute noch nicht überall eine Selbstverständlichkeit, was immer wieder gute Mitarbeiter zu einem Wechsel veranlasst.

Das Nichteinhalten von Zusagen und häufige Wechsel des direkten Vorgesetzten werden – natürlich neben einer möglichen Gehaltssteigerung oder entsprechenden Aufstiegschancen – von Bewerbern am häufigsten als Begründungen für einen beabsichtigten Wechsel des Arbeitgebers vorgebracht.

Gerade in Krisenzeiten hinterfragen Mitarbeiter aber vermehrt auch Kriterien wie Stabilität, Image und Reputation eines Unternehmens. Für die langfristige Mitarbeiterbindung ist die vom Unternehmen vermittelte Stabilität von grundsätzlicher Bedeutung, obgleich diese von vielen unterschätzt wird. Häufige Wechsel der direkten Vorgesetzten (sowohl vor Ort, als auch in Deutschland) und die damit oftmals einhergehenden permanenten Änderungen der Strategie eines Unternehmens tragen kaum dazu bei, den Eindruck eines starken Spielers auf dem Markt zu vermitteln.

Da den meisten Unternehmen hinsichtlich der Vergütung und der Aufstiegsmöglichkeiten naturgemäß ab einem gewissen Niveau bestimmte Grenzen gesetzt sind, müssen auch andere Instrumente der Mitarbeiterbindung an das Unternehmen genützt werden. Nicht jedem Mitarbeiter kann man die Perspektive zum Aufstieg in eine Position als Abteilungsleiter oder Geschäftsführer bieten, und ebenso ist auch nicht jeder Gehaltswunsch unter Rücksichtnahme auf bestehende Gehaltsstrukturen einfach erfüllbar.

Über Zusatzleistungen steht den Unternehmen hier eine ganze Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung. Dies reicht von der Überlassung eines Firmenwagens auch für die private Nutzung bis hin zu Incentive-Reisen oder der in Russland auch nicht selten anzutreffenden Übernahme der Kosten für einen Fitnessclub. Gerade in Russland bietet sich hier aufgrund des relativ schlechten Zustandes des Gesundheitswesens der Abschluss einer zusätzlichen Krankenversicherung (eventuell auch mit Einschluss der Familie) an. Bei Positionen mit einem hohen Reiseanteil kann darüber hinaus auch eine Unfall- und Lebensversicherung angeboten werden.

Auch Weiterbildungsmaßnahmen in Verbindung mit der vertraglichen Verpflichtung des Mitarbeiters, die Kosten im Falle eines vorzeitigen Ausscheidens aus dem Unternehmen zurückzahlen zu müssen, stellen ebenfalls ein interessantes Instrument zur Mitarbeiterbindung dar.

Allerdings sollte klar sein, dass es sich hierbei lediglich um zusätzliche Maßnahmen handeln kann. Bei erheblichen Differenzen etwa hinsichtlich des Gehalts, des Aufgaben- und Verantwortungsbereiches oder der Karrieremöglichkeiten wird man einen Mitarbeiter kaum mit einer Urlaubsreise oder einem Firmenwagen zum Verbleib im Unternehmen bewegen können.

Christian Seidl
Über den Autor

Christian Seidl ist Projektkoordinator bei der deutschen Unternehmensberatung SCHERL & PARTNER GmbH mit der Spezialisierung Executive Search, qualifizierte Personalsuche und Personalvermittlung im Zuge der klassischen Direktsuche/Headhunting in Osteuropa mit Hauptbureau in Prag und Niederlassungen in Moskau, Varna und Kiev. SCHERL & PARTNER beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit der qualifizierten Direktsuche von Fach- und Führungskräften für Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum in Osteuropa und gehört somit zu den Pionieren im Osteuropageschäft. Schwerpunktländer: Russland, Ukraine, Tschechien, Slowakei, Polen, Rumänien, Bulgarien, Kroatien und Serbien sowie Kasachstan.
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