Thorsten GutmannVon

E-Autos: Volkswagen plant drei neue Werke in China

Das deutsch-chinesische Gemeinschaftsunternehmen FAW-Volkswagen will drei neue Werke in China eröffnen. Geplant ist die Errichtung von Produktionsstätten für E-Fahrzeuge und SUVs in Qingdao, Tianjin und Foshan. Darüber berichtet das Handelsblatt.

Ähnlich wie im Vorjahr befindet sich VW in China auch 2018 auf einem steilen Wachstumskurs. Deshalb will das Joint-Venture aus dem Wolfsburger Konzern und dem chinesischen Hersteller First Automotive Works (FAW) drei neue Fabriken eröffnen. Dies geht aus dem aktuellen VW-Mitarbeitermagazin hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Geplant sind Produktionsstätten in der ostchinesischen Hafenstadt Qingdao, in der nordöstlichen Metropole Tianjin und in der südchinesischen Stadt Foshan.

Zum einen will der Autobauer seine Offensive im Bereich E-Mobility vorantreiben, zum anderen soll die Produktion der vor allem in China beliebten SUVs erhöht werden.

Nach Angaben von Spiegel Online will die VW Group China in den nächsten sieben bis acht Jahren rund 40 Autos mit Elektrobetrieb auf den Markt bringen. Ab 2025 könnten etwa 1,5 Millionen Elektroautos pro Jahr vom Fließband laufen.

Bereits zuvor hatte VW-China-Chef Jochem Heizmann auf einer Automesse in Peking angekündigt, gemeinsam mit seinen chinesischen Partnerunternehmen bis 2022 rund 15 Milliarden Euro in E-Autos und autonomes Fahren zu investieren.

Als größter Automobilmarkt der Welt spiele China eine „herausragende Rolle“ für alle VW-Marken, betonte Konzernchef Herbert Diess. Der Hersteller wolle seine Bemühungen um „sauberere, sicherere und intelligentere Mobilität“ vorantreiben.

Deutsch-chinesische Kooperation im E-Mobility-Bereich

Neben FAW-Volkswagen besitzt die VW-Gruppe weitere Joint-Ventures mit chinesischen Partnern:

  • SAIC Volkswagen ist seit den 1980er-Jahren eine Kooperation mit der Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC). Der Unternehmenssitz befindet sich in Anting bei Shanghai.
  • Am 1. Juni 2017 gründeten VW und der chinesische Konzern Anhui Jianghuai Automobile (JAC) ein Joint-Venture. Die Unternehmen kündigten eine neue Marke für Elektrofahrzeuge („Sol“) an, die für den chinesischen Markt produziert werden soll.

Die Elektromobilität wird in China auf staatlicher Ebene gefördert. Käufer profitieren von Subventionen. Ab 2019 tritt eine Produktionsquote für Elektrofahrzeuge von 10 Prozent in Kraft. Dadurch will die Regierung in Peking die erheblichen Umweltprobleme verbessern. Alleine in China will VW bis Mitte des Jahrzehnts rund 1,5 Millionen E-Autos pro Jahr verkaufen. Das Land gilt als experimentierfreudiger und offener gegenüber E-Mobilität als z. B. Deutschland.

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Thorsten Gutmann
Über den Autor

ist Chefredakteur der unabhängigen Nachrichtenseite Ostexperte.de mit Sitz im Stadtzentrum von Moskau.

Trotz Wirtschaftskrise und Sanktionen verlegte er seinen Lebensmittelpunkt 2016 nach Russland. Nun informiert er Leser im DACH-Raum über das Business in Russland, China und anderen Länder entlang der Neuen Seidenstraße. In Zeiten der politischen Grabenkämpfe bemüht er sich um ausgewogenen Journalismus und konstruktiven Dialog zwischen Ost und West.

Zudem ist er Co-Gründer der RUSummit – Konferenz zur Digitalwirtschaft in Russland. Die Veranstaltung hat am 21. September 2018 erstmals in Berlin stattgefunden und soll im Jahr 2019 fortgeführt werden. Zu den Speakern zählten führende Organisationen und Unternehmen wie Yandex, Mail.Ru Group, Deutsche Bahn, OTTO Group, Skolkovo Foundation und viele mehr.