Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

Anzeige
Rufil Russia Consulting

Thorsten GutmannVon

2016 mehr als 72.800 Verkehrstote und Verletzte in Russland

Nach Angaben der Straßenverkehrsbehörde und des russischen Innenministeriums sind im Juli 2016 etwa 2.000 Menschen bei Verkehrsunfällen in Russland gestorben. Die Unfallrate ist im Vergleich zu den Vormonaten um 1,5 angestiegen. Gegenüber dem Vorjahr ist jedoch ein Rückgang von Unfalltoten verzeichnen.

Im Juli 2016 ermittelte die Behörde etwa 16.000 verletzte Personen oder Todesfälle bei Verkehrsunfällen. Zwischen Januar und Ende Juni 2016 belief sich die Zahl auf 72.800. Demnach errechnet die Behörde für diesen Zeitraum im Durchschnitt mehr als 12.000 Verkehrsunfälle pro Monat. Während die Unfallhäufigkeit im 1. Halbjahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent gesunken ist, beträgt der Rückgang für den Juli 2016 nur noch 8 Prozent.

Weniger Verkehrstote als 2015

Diese Tendenz bestätigt sich anhand der Anzahl von Todesfällen. Während im Juli 2016 etwa 2.000 Verkehrstote in Russland zu beklagen waren, belief sich die Zahl im 1. Halbjahr 2016 im Durchschnitt auf 1.300. Insgesamt ereigneten sich dieses Jahr in Russland bereits um die 10.100 Todesfälle nach Verkehrsunfällen.  Wenn man nur die Häufigkeit von Todesfällen in Betracht zieht, ergibt sich für die ersten sieben Monate einen Rückgang von 15,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Unfälle zwischen Januar und Juli 2016 im Vorjahresvergleich

PKWs:

  • Rund 59.700 PKW-Unfälle waren auf Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung zurückzuführen (-10,2 Prozent).
  • Insgesamt sind bei PKW-Unfällen 6.700 Personen gestorben (-18 Prozent). Es wurden 81.800 Verletzte vermeldet (-9,4 Prozent).

Motorroller:

  • Bei Motorrollern kam es zu etwa 2.900 Unfällen, die auf Missachtung der Straßenverkehrsordnung zurückzuführen sind (-17 Prozent).
  • Insgesamt sind 347 Motorroller-Fahrer bei Unfällen verstorben (-33 Prozent). Darüber hinaus wurden 3.200 Verletzungen verzeichnet (-14,6 Prozent).

LKWs:

  • Im Gegensatz zu PKWs und Motorrollern ist bei LKWs in Russland ein Wachstum der Unfallrate zu beobachten.
  • Die Missachtung der Straßenverkehrsordnung verschuldete zwischen Januar und Juli etwa 7.800 Unfälle (+38,8 Prozent).
  • Rund 1.100 LKW-Fahrer sind bei Unfällen verstorben (+26,4 Prozent). Ungefähr 10.200 Personen erlitten Verletzungen (+40,8 Prozent).

Unfälle unter Alkoholeinfluss

LKWs:

  • Vor allem bei LKW-Fahrern kam es zwischen Januar und Juli 2016 häufiger zu Unfällen, die auf Alkoholeinfluss zurückzuführen sind. Insgesamt beläuft sich die Zahl auf etwa 400 Unfälle (+83 Prozent).
  • LKW-Fahrer unter Alkoholeinfluss verursachten 84 Todesfälle und 539 verletzte Personen.

PKWs:

  • Die von alkoholisierten PKW-Fahrern verursachten Unfälle sind dagegen auf 5.700 Fälle (-21 Prozentgesunken.
  • Rund 1.4000 Todesopfer sind auf Unfälle von alkoholisierten PKW-Fahrern zurückzuführen (-22,9 Prozent). Etwa 8.300 Menschen wurden verletzt (-21,4 Prozent).
Titelbild

Quelle:

Foto von Simon Schütt.

Thorsten Gutmann
Über den Autor

Thorsten Gutmann war von September 2016 bis Dezember 2018 Chefredakteur der unabhängigen Nachrichtenseite Ostexperte.de in Moskau. Derzeit arbeitet er als Nachrichtenchef bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK). Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er u. a. für die Moskauer Deutsche Zeitung und die Berliner Zeitung tätig. Im Jahr 2017 gründete er die RUSummit – Fachkonferenz zur Digitalwirtschaft in Russland mit dem Ziel, den deutsch-russischen Wirtschaftsdialog zu fördern.