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Wirtschaftskrise: Venezuela wirbt um China-Investitionen

Venezuela steht am wirtschaftlichen Abgrund. Menschen fliehen vor Misswirtschaft und Hyperinflation. Nun hat Venezuelas Präsident Nicolas Maduro seinem krisengeplagten Land Finanzierungszusagen aus China gesichert. Geplant sind unter anderem die Steigerung von Öl- und Goldproduktion sowie Investitionen in über 500 Entwicklungsprojekte.

Präsident Maduro traf seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping am Freitag in Peking. China sei bereit, dem krisengeplagten Land zu helfen, erklärte Ministerpräsident Li Keqiang. Beide Seiten haben Verträge im Milliardenwert unterzeichnet, bestätigte Maduro im Anschluss des Treffens. Zudem hofft Venezuela auf einen neuen Kredit im Umfang von 5 Milliarden Dollar und eine Verlängerung der Rückzahlungsfrist bestehender Kredite um mindestens sechs Monate.

Im vergangenen Jahrzehnt hat Peking bereits Kredite im Wert von 50 Milliarden Dollar an Caracas vergeben. Ein Großteil davon hat das lateinamerikanische Land mit Öllieferungen bezahlt. Die aktuellen Schulden werden auf etwa 20 Milliarden Dollar geschätzt. Präsident Xi erklärte, dass er sich für „stabile“ Entwicklung Venezuelas einsetzen wolle. Die Volksrepublik sei bereit, ihre Erfahrungen bei der wirtschaftlichen und politischen Führung eines Landes zu teilen.

Hyperinflation, Kriminalität und Massenflucht

Seit dem Tod von Hugo Chávez im Jahr 2013 leidet Venezuela an einer schweren Rezession. Sein Nachfolger Nicolas Maduro konnte die Situation bisher nicht unter Kontrolle bringen. Die Menschen leiden an Nahrungsknappheit, hohen Preisen und steigender Kriminalität. Hunderttausende sind in die Nachbarländer oder nach Spanien geflohen. Im August wurde die neue Nationalwährung „Bolívar soberano“ eingeführt, doch die Hyperinflation bleibt.

Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) könnte die Inflationsrate bis Ende 2018 auf rund eine Million Prozent ansteigen. Das Ölgeschäft zählt zu den wichtigsten Einnahmequellen für Venezuela. Allerdings ist die Produktion so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. Der staatliche Energiekonzern PDVSA wurde 2017 teilweise für zahlungsunfähig erklärt. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) erwägt sogar eine militärische Intervention.

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Venezuelas Präsident Nicolas Maduro. Quelle: Marcos Salgado / Shutterstock.com

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