Patrick VolknantVon

China stellt Abbruch von Handelsgesprächen in Aussicht

Nachdem US-Präsident Donald Trump gedroht hat, Strafzölle gegen China in Höhe von 50 Milliarden Dollar zu verhängen, bahnt sich ein neuer Handelskonflikt an. Nun hat Peking eine Warnung in Richtung Washington ausgesprochen. Dies berichtet CNN.

Am vergangenen Wochenende war der amerikanische Handelsminister Wilbur Ross zusammen mit einer US-Delegation nach China gereist, um die Zukunft der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Großmächten zu besprechen. In einem Statement, das durch die Nachrichtenagentur Xinhua verbreitet wurde, spricht die chinesische Regierung von einem ertragreichen Treffen mit „positiven und konkreten Entwicklungen“. Fortschritte habe man vor allem in der Landwirtschaft sowie dem Energiesektor erzielen können, auch wenn Details von beiden Seiten noch nicht festgelegt werden konnten.

China will nicht von eigenen Interessen abrücken

„Die Übereinkünfte zwischen China und den Vereinigten Staaten sollten auf der Prämisse basieren, dass sich beide Seiten in die gleiche Richtung bewegen und keinen Handelskrieg führen“, erklärt Peking weiter. Man habe die Absicht, Importe aus anderen Ländern und somit auch den USA zu erhöhen, um den Wachstum der eigenen Wirtschaft gewährleisten zu können. Das Land sei jedoch nicht bereit, von der Durchsetzung seiner grundlegenden Interessen abzuweichen: „Reformieren und Öffnen und Ausweiten der Binnennachfrage sind Chinas nationale Strategien. Unser etablierter Rhythmus wird sich nicht ändern.“

Dementsprechend warnt Peking vor sanktionierenden Maßnahmen und Druckmitteln, mit denen China von seinen Zielen abgebracht werden soll. Falls die USA Strafzölle verhänge, werde man auf diese einem umgehenden Abbruch der gemeinsamen Gespräche reagieren. „Wenn die USA Handels- und Sanktionsmaßnahmen starten, die Einführung von Zöllen eingeschlossen, werden alle von beiden Seiten ausgehandelten wirtschaftlichen und handelspolitischen Vorteile nicht umgesetzt“, so die Presseerklärung.

Handelskrieg mit Europa wird immer wahrscheinlicher

Die USA verzichteten auf eine unmittelbare Aussage zum Treffen in China. Ross hatte am währenddessen jedoch verlauten lassen, dass die Zusammenkünfte „bis jetzt freundlich und offen“ waren und „einige nützliche Themen zu spezifischen Exportwaren“ behandelt wurden. Man hatte sich vom Handelsminister vor allem versprochen, den chinesischen Import amerikanischer Produkte anzukurbeln. Regierungsmitglieder der Trump-Administration wollen Peking von seiner Wirtschaftspolitik abbringen, die ausländische Firmen unter Druck setze, um Schlüsseltechnologien an chinesische Unternehmen zu übergeben.

Neben dem drohenden Konflikt mit China sind die USA im Begriff, einen Handelskrieg mit den Europäern vom Zaun zu brechen. Auch nach dem G7-Gipfel in Kanada zeigte sich Trump nicht gewillt, von den US-Zöllen auf Stahl und Aluminium abzuweichen: „Wenn du beim Handel mit jährlich 800 Milliarden Dollar im Minus bist, kannst du einen Handelskrieg nicht verlieren“, so der Präsident auf Twitter. Auf der anderen Seite warnte der französische Finanzminister Bruno Le Maire, dass der Handelskrieg schon in „ein paar Tagen“ ausbrechen könne.

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Patrick Volknant
Über den Autor

ist Autor bei Ostexperte.de.

Der freie Journalist studierte Germanistik und Philosophie in Freiburg und Leipzig.