Trotz Krise: Großtransport an die russische Ostseeküste

WR Group organisierte Transport von Großmaschinen

Während es politisch zwischen Russland und Deutschland brodelt, arbeitet die Wirtschaft zuverlässig zusammen. Die deutsche WR Group organisierte jüngst einen Großraumtransport von der Toskana an die russische Ostsee.

2020 haben die Handelsbeziehungen zwischen Russland und Europa durch die Corona-Krise und Sanktionen gelitten. Die europäischen Importe aus Russland sind wesentlich zurückgegangen. Die Exporte von der Europäischen Union nach Russland wurden dagegen weniger betroffen. Russland führt nach wie vor Maschinen und Anlagen ein, denn die laufenden industriellen Investitionsprojekte müssen fristgerecht umgesetzt werden. Laut Ru-Stat kommen 27 Prozent importierter Maschinen und Anlagen aus der Europäischen Union, größtenteils aus Deutschland und Italien.

Auch für den Wiederaufbau einer Anlage für die Fraktionierung und den Umschlag von stabilem Gaskondensat in Ust-Luga kam die Industrieausrüstung aus italienischer Herstellung. Die Modernisierung des Verarbeitungskomplexes in Ust-Luga war eines der größten Projekte in Russland 2020. Der Großraumtransport auf dem Seeweg Toskana – russische Ostseeküste wurde Ende 2020 von der deutschen Unternehmensgruppe WR Group abgewickelt. Die WR Group transportierte nach Russland insgesamt 11 überdimensionale Ausrüstungseinheiten mit einem Gesamtgewicht von 620.000 kg. Darunter Wärmetauscher, Hochdruckabscheider, Kompressoren und ein 280 Tonnen schwerer Hydrocracker-Reaktor mit der Abmessung 28,4 m Länge x 5,45 m Breite x 5,41 m Höhe.

„Es war ein logistisches Projekt mit mehreren Herausforderungen, auch angesichts der herrschenden Weltlage“, sagt der CEO von WR Group Wadim Rosenstein. Für den Transport der Großausrüstung vom Produktionsstandort zum Verschiffungsort im italienischen Hafen sowie vom Hafen in Ust-Luga zum Zwischenlager des Endbetreibers hat die WR Group selbstfahrende modulare Transporter eingesetzt. Verschifft wurde die Ausrüstung mit einem Kranschiff. Dies war eine der von der WR Group vorgeschlagenen und umgesetzten Logistiklösungen, da es im russischen Hafen keine geeigneten Kräne zum Entladen des Schiffs gab. Die Fracht war insgesamt 19 Tage unterwegs.

Alle Bedürfnisse des Auftraggebers wurden erfüllt

Für die Einfuhr der Hochdruckbehälter und Ersatzteile nach Russland brauchte der italienische Ausrüstungshersteller außerdem EAC Zertifikate. Die WR Group unterstützte den Hersteller auch in diesem Anliegen und organisierte, trotz der mit dem Coronavirus verbundenen Bewegungseinschränkungen, die Anreise von den eigenen akkreditierten EAC Zertifizierungsexperten zum Produktionsstandort. Dies war erforderlich, um die hydraulischen Prüfungen der Hochdruckbehälter vor Ort durchzuführen. Ohne solche Tests wäre die Ausstellung der EAC Zertifikate sonst unmöglich.

„Dank integrierter Lösungen der WR Group ist es uns gelungen, die Bedürfnisse des Auftraggebers komplett zu erfüllen“, sagt Rosenstein. Die Fracht erreichte den Endbetreiber innerhalb von 19 Tagen, wobei alle Liefertermine eingehalten wurden. Die Ausrüstung wurde nach den Anforderungen der Technischen Regelwerke der Eurasischen Wirtschaftsunion zertifiziert und überquerte die internationalen Grenzen mit Berücksichtigung aller Sicherheitsmaßnahmen. Und all das wurde von einem einzigen Unternehmen, das den Überblick über die osteuropäischen Märkte hat und Experte sowohl in Logistik als auch in Zertifizierung ist, koordiniert und umgesetzt.

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Titelbild: Ein 29-Meter-Hydrocracker-Reaktor aus Italien fährt zu einem Verarbeitungskomplex an der russischen Ostseeküste. Quelle: WR Group
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