Thorsten GutmannVon

Telegram führt Bezahlfunktion ein

Der in Russland entwickelte Instant-Messaging-Dienst Telegram hat eine Bezahlfunktion innerhalb der App eingeführt. Dies geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Amazon & Co. – dank zahlreicher Online-Dienstleistungen müssen wir das Haus längst nicht mehr verlassen, um Nahrungsmittel oder andere Produkte zu kaufen. Doch es soll sogar Menschen geben, denen es selbst zu mühselig ist, die App auf dem Smartphone zu wechseln. Für diese User haben die Entwickler des Telegram Messenger eine passende Lösung gefunden.

„Stellen Sie sich eine Welt vor, in der Sie Pizza bestellen, Schuhe kaufen, ein Taxi rufen oder Ihre U-Bahn-Karte aufladen – all dies mit ein paar Buttons bei Telegram“, wirbt das Unternehmen auf seiner Website. Mit der neuen Funktion „Bot Payments“ ist der von den russischen Durow-Brüdern entwickelte Messaging-Dienst sogar dem Konkurrenten WhatsApp zuvorgekommen.

WhatsApp-Alternative

Um Waren via Telegram zu verkaufen, müssen Händler einen sogenannten Chatbot einrichten. Der Nutzer fügt den Bot der Kontaktliste hinzu und wählt das gewünschte Produkt. Die Bezahlung erfolgt bequem per Kreditkarte oder Apple Pay. Auch die russische Online-App Yandex.Money sowie PayMe aus Usbekistan werden akzeptiert. Der Online-Service Qiwi soll in Kürze folgen.

Das Update ermöglicht nun auch das Versenden von Kurz-Videos. Infolge der WhatsApp-Übernahme durch Facebook hat sich Telegram als ernsthafte Instant-Messenger-Alternative etabliert. Der Fokus der App liegt auf dem Thema Sicherheit. Sie ermöglicht die automatische Selbstzerstörung von Nachrichten sowie „geheime Chats“ mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Der Telegram-Chatbot in Aktion:

Fotoquelle

 Quelle: Microsiervos, Apps, Size changed to 1040x585px., CC BY 2.0 

Thorsten Gutmann
Über den Autor

Thorsten Gutmann war von September 2016 bis Dezember 2018 Chefredakteur der unabhängigen Nachrichtenseite Ostexperte.de in Moskau. Derzeit arbeitet er als Nachrichtenchef bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK). Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er u. a. für die Moskauer Deutsche Zeitung und die Berliner Zeitung tätig. Im Jahr 2017 gründete er die RUSummit – Fachkonferenz zur Digitalwirtschaft in Russland mit dem Ziel, den deutsch-russischen Wirtschaftsdialog zu fördern.