Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Rufil Russia Consulting

Patrick VolknantVon

Konkurrenzkampf bei Taxi-Diensten in Moskau

Taxi-Unternehmen in Moskau geraten durch die Konkurrenz immer stärker unter Druck. Online-Dienstleister wie Uber oder Yandex liefern sich ein Wettrennen um den niedrigsten Fahrtpreis.

In einem Bericht zitiert die Moscow Times einen Taxifahrer, der die schwierige Lage seiner Branche beschreibt. So würden die Preise für Benzin, Fahrzeuge und Autoreparaturen steigen, während die Transportpreise fielen.

Um gegen fehlende Unterstützung von Seiten der Politik zu protestieren, habe er sich im Mai an einer Protestfahrt russischer Taxifahrer im Moskauer Gartenring beteiligt. Man plane die Einführung „ruhiger Stunden“, in denen man sich weigern wolle, Aufträge von Uber und ähnlichen Apps anzunehmen. Ebenso gibt es Forderungen nach Mindestpreisen für die Taxi-Nutzung.

Uber und Co weisen Kritik von sich

Laut des Artikels seien die Bemühungen der Fahrer bisher jedoch nicht von Erfolg geprägt. Die App-Konkurrenz sei schlichtweg zu stark und biete Dienste an, die ein herkömmliches Taxi nicht erfüllen könne. So locken die Anbieter seit neuestem mit einer Funktion, die den Preis bereits vor Antritt der Fahrt genau bestimme.

Die Pressestelle des Taxi-Dienstleisters Yandex verteidigte sich gegen die Vorwürfe. Nach der Meinung des Internet-Unternehmens profitieren Fahrer durch die Smartphone-Apps von einer größeren Kundschaft. Der Konkurrent Uber wiederum betonte, dass ihre Preispolitik die Taxi-Nutzung für immer mehr Menschen erschwinglich mache und den Markt ausbaue.

Regierung will nicht eingreifen

Hierbei entstehe laut der Moscow Times jedoch ein Wettrennen um den niedrigsten Preis zwischen den Anbietern. Auf manchen Strecken konkurrieren die Apps sogar schon mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die von Yandex als positiv dargestellte, steigende Taxi-Nutzung gehe außerdem mit einer Überlastung der Fahrer einher.

Die Forderungen nach regulierenden Maßnahmen durch die Regierung werden dementsprechend lauter. So sehe man in manchen europäischen Ländern, wie beispielsweise in Frankreich, eine Politik, die sich mit den Taxifahrern solidarisiere. Bisher ließe sich eine solche Tendenz jedoch in Russland nicht erkennen.

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Bildquelle: Simon Schütt

Patrick Volknant
Über den Autor

ist Autor bei Ostexperte.de.

Der freie Journalist studierte Germanistik und Philosophie in Freiburg und Leipzig.