Tagesübersicht Russlandgeschäft: 22.08.2016

Willkommen zurück aus dem Wochenende zur Tagesübersicht Russlandgeschäft an diesem Montag, den 22. August 2016. Das sind heute unsere Themen für Sie:


Kalaschnikow eröffnet Souvenir-Shop am Flughafen Scheremetjewo

Der berühmte russische Waffenhersteller Kalaschnikow (bekannt unter anderem für das AK-47-Sturmgewehr) eröffnete vergangene Woche ein Geschäft am Moskauer Flughafen Scheremetjewo. Waffen wird es dort nicht zu kaufen geben, Attrappen schon.

Mehr dazu finden Sie in diesem Artikel bei Ostexperte.de.


Wechsel im Moskauer SPIEGEL-Büro

Weiter ist bei uns am Samstag einen Artikel zu den Wechseln bei den SPIEGEL oder Spiegel Online-Korrespondenten in Moskau erschienen. Matthias Schepp, Benjamin Bidder und Pavel Lokshin gehen. Christian Neef übernimmt provisorisch die Büroleitung beim SPIEGEL und Christina Hebel wird neue Korrespondentin bei SPON.

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Wie es dem russischen Kino-Markt geht

Nick Gluschko, vom Kino-Netzwerk „Karo“ hat dem Kommersant am Donnerstag ein Interview zum Stand des russischen Kinomarkts gegeben. Bei “Karo” ist nämlich kürzlich der größte Investor, Baring Vostok, abgesprungen.

Die makroökonomischen Faktoren wie Wechselkurs und Sanktionen wirken sich Gluschko zufolge direkt auf das Geschäft aus. Viele Kinos befänden sich in Einkaufszentren und dort würden die Mieten meist in Dollar oder Euro gezahlt. Das und die schwächere Kaufkraft der Bürger – besonders für Kleidung und eben Unterhaltung – veränderten das Geschäftsmodell der Kinos grundsätzlich.

Die Preise habe man seit drei Jahren nicht erhöht – das hätte zu einem weiteren Rückgang der Zuschauerzahlen geführt.

Vor allem in den Malls seien daher „Kinotheater“, wie es im Russischen heißt, geschlossen worden.

2014 sei eines der schwächsten Jahre der russischen Kinogeschichte gewesen, erklärt er dem Kommersant. 2015 habe es eine leichte Verbesserung gegeben. Auch in diesem Jahr erkenne man einen schwachen Aufwärtstrend.

Ebenfalls ein interessantes Detail: Die durchschnittliche Auslastung von Sälen in der Kinoindustrie liege zwischen 12 und 15 Prozent. Bei Premieren und Blockbustern seien es aber natürlich meist deutlich mehr.


14 Unternehmen wollen Residenten des Freihafens in Kamtschatka werden

Vierzehn Unternehmen hätten bereits ihr Interesse bekundet, Residenten des Freihafens zu werden, der auf der Halbinsel Katschatka geschaffen werden soll, sagte der stellvertretende Premier Russlands Jurij Trutnew heute laut TASS.

Der Minister für die Entwicklung des Fernen Osten Russlands, Alexander Galuschka werde der Kommission für den Freihafen Kamtschatka vorsitzen, fügte er hinzu.

Resident eines Freihafens zu sein – ein solcher existiert etwa bereits in Wladiwostok – bietet etwa viele steuerliche Vorteile wie eine geringere Einkommens- oder Bodensteuer. Auch Zollfreiheit kann den Bewohnern unter bestimmten Bedingungen gewährt werden.


WTO: Importverbot Russlands für Schweine aus der EU nicht rechtens

Die Schiedskommission der Welthandelsorganisation (WTO) teilt die Einschätzung der EU, Moskau verstoße mit seinem Import-Embargo gegen Schweine und bestimmte Schweinefleischprodukte aus der EU gegen WTO-Regeln. Russland habe die internationalen Standards für einen solchen Bann nicht eingehalten, teilte die Organisation in Genf am Freitag, den 19. August mit. Nun muss das Land die Einfuhr wieder zulassen.

Moskau hatte den Einfuhrstopp Anfang 2014 mit einem Ausbruch der afrikanischen Schweinepest in der EU begründet.

Aus Sicht der Europäischen Kommission ist das Importverbot dagegen politisch motiviert. Russland kann gegen die Entscheidung binnen 60 Tagen Berufung einlegen.

Das russische Wirtschaftsentwicklungsministerium äußerte sich laut TASS zu der Entscheidung von Freitag wie folgt. „Die russische Seite ist mit den Schlussfolgerungen nicht einverstanden, weil sie unbegründet und unfair sind.” Die Aussicht, Berufung einzulegen sei recht groß, äußerte sich das Ministerium.

Sergej Dankwart von der Lebensmittelsicherheitsbehörde Rosselchosnadsor formulierte das so: „Brüssel gibt Illusionen statt Garantien. […] Sie haben 2.500 ASF-Fällle (Afrikanische Schweinepest) in vier Ländern aber sie tun nichts. Sie mögen formal gewonnen haben, aber sie geben uns keine Möglichkeit, individuelle Dokumente mit den einzelnen Ländern zu unterzeichnen, obwohl ein Land für den Export verantwortlich ist und Brüssel nicht.”


Video-Tipp: Der Bauernkrieg

Der „Weltspiegel“ hat einen spannenden Beitrag zum „Bauernkrieg“ im Gebiet Krasnodar erstellt. Darin geht es um angeblichen Landraub von Großkonzernen und die faktische Enteignung von Kleinbauern in der Region Kuban.

Hier können Sie sich den knapp acht Minuten langen Beitrag ansehen.


Lesetipp: Der 10-Milliarden-Dollar Skandal der Deutschen Bank in Russland

Das Magazin „The New Yorker“ hat den Skandal um umstrittene Spiegelgeschäfte der Deutschen Bank in Russland in einer aufwendigen Recherche dargestellt (auf Englisch). Sehr lesenswerte Zusammenfassung des Skandals mit vielen Hintergründen.