Tagesübersicht Russlandgeschäft: 18.04.2016

Willkommen zur Tagesübersicht Russlandgeschäft an diesem Montag, den 18. April 2016. Wir hoffen, Sie hatten ein schönes Wochenende. Das sind unsere Themen zum Wochenbeginn:


Keine Einigung der Ölproduzenten in Doha

Die Hoffnung auf höhere Ölpreise ist vorerst erstickt. Beim Treffen von 18 führenden Ölförderländern in Doha (Katar) am gestrigen Sonntag (19. April) konnten sich die OPEC-Länder und Russland nicht auf eine Stabilisierung der Förderung einigen. Dadurch sollte der Ölpreisverfall gestoppt werden. Ziel war es, die Fördermenge auf dem Niveau von Januar 2016 einzufrieren.

Laut Bloomberg ist für das Scheitern des Treffens hauptsächlich Saudi-Arabien verantwortlich. Das Land hatte gefordert, dass auch der Rivale Iran – ebenfalls ein OPEC-Mitglied – mitmachen müsse. Nur war der bei dem Treffen gar nicht da. Aus Teheran hatte man zuvor verkündet, man habe ohnehin nicht vor, die Ölförderung zu stabilisieren, sondern fahre sie weiter auf vier Millionen Barrel am Tag hoch. Nach dem Ende der Sanktionen baut der Iran seine Ölförderung aus.

“Wir haben nicht die Erwartungen erfüllt, die der Prozess vor diesem Treffen geweckt hatte”, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak nach der Konferenz im Golfemirat am Sonntagabend. Er sagte jedoch auch, dass der Rückschlag keine Folgen für Russland haben werde. „Ich denke, für Russland wird das keine Konsequenzen haben, weil unsere Firmen weiterhin mit hoher Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt arbeiten.”

Die Tür für weitere regelmäßige Gespräche bleibe aber offen, ergänzte Nowak laut TASS.

Ohne die Vereinbarung werde es nun wohl drei Monate länger – also bis Mitte 2017 – dauern, bis der Ölmarkt die Balance finde.

In Aussicht auf eine Einigung war der Preis in den vergangenen Monaten wieder deutlich gestiegen. Experten erwarten nun jedoch, dass die Ölpreise von bislang 40 Dollar pro Barrel Brent wieder auf 30 bis 35 fallen werden. In anderen Worten: Bringen Sie Ihre Rubel in Sicherheit.


Matthias Schepp tritt den AHK-Vorsitz zum 16. Mai an

Der frisch gewählte neue Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK), Matthias Schepp, tritt sein Amt am Montag, den 16. Mai 2016 an. Der frühere Moskau-Büroleiter des SPIEGEL war am 31. März zum Nachfolger von Michael Harms gewählt worden.

Lesen Sie dazu auch diesen Artikel auf Ostexperte.de. 


Heute beginnt das 4. east forum in Berlin

Heute Abend wird das 4. east forum in Berlin eröffnet (Link zur Veranstaltung). Es dauert bis Dienstagnachmittag.

Das Forum steht unter dem Motto “An economic area in transition – Shaping the future between Europe and the East“. Die Konferenz mit über 300 Vertretern aus über 30 Ländern solle eine Plattform zum Dialog über einen gemeinsamen Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok bieten. In diesem Jahr wird der Blick zudem auf China erweitert und die Bedeutung der chinesischen Seidenstraßen-Initiative “One Belt, One Road” für die Wirtschaft diskutiert.

Zu den Rednern gehören der armenische Vize-Premierminister Vache Gabrielyan, BDI-Präsident Ulrich Grillo, die ukrainische Finanzministerin Natalie Jaresko, der russische Vize-Minister für wirtschaftliche Entwicklung Alexey Lichatschev, der Präsident der Deutsch-Polnischen Auslandshandelskammer Peter Baudrexl, die Vorstandsvorsitzende von Gazprom Export Elena Burmistrova, der Vorstandsvorsitzende von Uniper Klaus Schäfer sowie der frühere polnische Präsident Alexander Kwasniewski. Die Keynote zum Abschluss des 4. east forum Berlin hält der frühere Bundeswirtschaftsminister und jetzige Geschäftsführer des Weltwirtschaftsforums in Davos Philipp Rösler.


Lesetipp: Kommentar zur Osteuropa-Lobby

Florian Willershausen äußert sich in einem Kommentar für die WirtschaftsWoche zum Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft. Die Lobby zerlege sich im Streit um die Russland-Politik und die Sanktionen derzeit selbst, heißt es darin.

Hier ein Auszug:

“Dem Besuch bei Putin [Ostexperte berichtete] folgt nächste Woche eine große Konferenz in Berlin [4. east forum Berlin; siehe oben]. Dort muss der neue Boss Büchele weiter daran arbeiten, sowohl mit der Bundesregierung als auch mit dem Kreml klarzukommen – und gleichzeitig die Interessen seines Konzerns Linde sowie der übrigen Verbandsmitglieder zu wahren. Beneiden muss man ihn nicht um diese Aufgabe.”


Video-Empfehlung: Russland-Chef von Siemens, Dietrich Möller, im Interview

Dietrich Möller, der Russland- und CIS-Chef von Siemens, äußerte sich in einem Interview mit RT über die Lage von Siemens in Russland. Unten sehen Sie das Video.

Möller sagte etwa:

“Trotz der entstandenen Situation arbeiten wir weiter und nehmen Investitionen vor, weil wir auf Russland in unserem Geschäft nicht in kurzfristiger, sondern in strategischer Perspektive schauen.”