Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Rufil Russia Consulting

Simon SchüttVon

Willkommen zur Tagesübersicht Russlandgeschäft an diesem Donnerstag, den 8. September 2016. Das sind heute unsere Themen für Sie:


Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung erwartet Wachstum der Reallöhne zum Jahresende

Das russische Wirtschaftsentwicklungsministerium erwartet, dass die Reallöhne bis Jahresende wieder leicht wachsen. Der Direktor der Abteilung für makroökonomische Prognosen, Kirill Tremasow sagte bei einem Bankenforum in Sotschi, dass er mit einer Zunahme um 0,5 bis 0,7 Prozent bis Ende 2016 rechne. Das real verfügbare Einkommen, das den Bürgern zum Konsum zur Verfügung steht, werde jedoch um 4,7 – 4,9 Prozent fallen, zitiert ihn Interfax.

Laut Tremasow werde die Stabilisierung der Reallöhne auch ein erhöhte Nachfrage mit sich ziehen. Das Ministerium rechne zudem mit einem Rückgang des Einzelhandelsumsatz 2016 um 4,2 bis 4,4 Prozent.


Lindt eröffnet erste Boutique in Russland

Der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Spruengli AG wird seine erste Boutique in Russland eröffnet, berichtet Vedomosti. Sie werde sich sich im Einkaufszentrum „Mega Chimki“ befinden, sagte der Besitzer des Zentrums, der Generaldirektor der IKEA Centres Russia, Milen Gentschow. Ein Vertreter des Schweizer Unternehmens bestätigte das.

Das Geschäft soll eine Fläche von 65 Quadratmeter haben und im November eröffnen, sagte ein Berater des Unternehmens, das die Räumlichkeiten Ende 2015 zu suchen begann. Die Mall „Mega Chimki“ werde jährlich von rund 30 Millionen Menschen besucht, so Gentschow.

Den Daten von Euromonitor zufolge stieg der Umsatz aus dem Verkauf von Schokolade in Russland um 17,5 Prozent. Den Prognosen zufolge könnte er in diesem Jahr auf 500 Millionen Rubel steigen. Der Marktanteil Lindts beläuft sich Euromonitor zufolge auf 0,6 Prozent.

Laut Vedomosti machte der Konzern 2015 einen Jahresumsatz von 3,65 Milliarden Schweizer Franken. Das sind 242,9 Milliarden Rubel (rund 3,3 Milliarden Euro).


Lesetipp: Die Erfolgsgeschichte von Mascha und der Bär

Unser heutiger Lesetipp stammt von Spiegel Online und dreht sich um den aus Russland stammenden Animationsfilm „Mascha und der Bär“, der ein Welterfolg geworden ist. Er läuft auch bei der Streaming-Plattform Netflix.

SPON hat das Animationsstudio „Animaccord“ am Rande Moskaus besucht. Bemerkenswert: Das Studio arbeitet drei bis vier Monate an einer sechsminütigen Folge. Pro Jahr schafft Animaccord nicht mehr als zehn.

Nur 30 Prozent des Umsatzes erlöst das Studio mit dem Verkauf der Serie an TV-Sender. Der Rest kommt aus dem Merchandising: 200 Millionen Dollar Umsatz machte das Studio damit im Jahr 2015.

Simon Schütt
Über den Autor

war von September 2015 bis September 2016 Chefredakteur bei Ostexperte.de.

Derzeit arbeitet er bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er Redakteur der Moskauer Deutschen Zeitung. Dort schrieb er vor allem für das Wirtschafts-, das Digital- und das Moskau-Ressort.

Der Berliner hat in Wien Publizistik- und Kommunikationswissenschaft studiert und dort bei der Österreich-Ausgabe des Werbe-, Marketing- und Medien-Fachmagazins Horizont gearbeitet.