Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Rufil Russia Consulting

Ostexperte.deVon

Das sind die Themen für die Tagesübersicht Russlandgeschäft für Freitag, den 27. November:

  • Lkw-Maut könnte auch zu höheren Immobilienpreisen führen,
  • Volkswagen Group Rus ruft 4.500 „Touareg“ zurück, 
  • Stockmann verlässt Russland.

Lkw-Maut könnte auch zu höheren Immobilienpreisen führen

Die russische Lkw-Maut auf föderale Straßen für Lkw mit einem Gewicht von mehr als 12 Tonnen scheint an allem Schuld. Nachdem die Einführung des Gebührensystems „Platon“ am 15. November bereits für steigende Transportkosten und damit steigende Warenkosten verantwortlich gemacht wurde, soll sie nun auch zu knapp zehn Prozent höheren Immobilienpreisen führen.

Das liege daran, dass es nun teurer würde, die Baumaterialien zu transportieren, schrieb der Nachrichtenagentur RBC zufolge ein Verband großer Moskauer Bauunternehmen in einem offenen Brief. In dem Brief vom Donnerstag heißt es angeblich, die Baukosten würden sich um 7-9 Prozent erhöhen. Dazu führe auch die Senkung des maximalen Gewichts für Straßentransporte in diesem Jahr.

Zuvor hatte sich Sberbank-Chef German Gref in einem Interview auf Zahlen bezogen, denen zufolge die Maut zu einer zusätzlichen Inflation von bis zu 1,5 Prozent führen könnte. Bei einer ohnehin schon hohen Inflationsrate sei das „keine gute Geschichte“.


Volkswagen Group Rus ruft 4.500 „Touareg“ zurück

VW ruft in Russland 4.429 Wagen des Modells „Touareg“ zurück. Es handele sich dabei um Wagen, die zwischen 2013 und 2015 verkauft wurden, berichtete TASS zufolge heute die Föderale Agentur für Technische Regulierung und Meterologie, Rosstandart.

VW zufolge gebe es Probleme bei der Automatikschaltung bei Erschütterungen. Es müsse eine zusätzliche Rohrhalterung eingebaut werden, um den Defekt zu reparieren. Die Arbeiten seien für die Autobesitzer kostenlos.

Mit dem Abgasskandal hat der Rückruf also nichts zu tun. Allerdings hatte VW bereits vergangene Woche, am 19. November, 1900 Wagen wegen möglicher Motorprobleme zurückrufen müssen, berichtete Reuters.

Die russischen Offiziellen sind derweil noch von VW überzeugt (siehe Tagesübersicht Russlandgeschäft von Montag, dem 23.11.).


Stockmann verlässt Russland

Die finnische Warenhauskette Stockmann hat angekündigt, seine sieben Geschäfte in Russland zu verkaufen. Einen Käufer gibt es bereits. Es soll der lokale Ableger der britischen Franchise-Kette Debenhams sein. Der Preis soll fünf Millionen Euro betragen. Das Ziel sei es, den Vertrag bis zum Beginn des Jahres 2016 abzuschließen, heißt es.

Eine Übernahme der Geschäfte biete Stockmann einen guten Rückzug aus dem schwierigen russischen Markt, zitiert Reuters aus einer Notiz an die Investoren des Unternehmens. Die Geschäfte zu schließen wäre ein langwieriger und teurer Prozess, deswegen habe man sich dagegen entschieden.

Der Umsatz Stockmanns betrug 2014 rund 240 Millionen Euro – bei einem operativen Verlust von 26 Millionen Euro. Man wolle sich daher nun auf die Entwicklung in Finnland und im Baltikum konzentrieren. Die einzige Immobilie in St. Petersburg, die das Unternehmen in Russland besitze wolle es allerdings behalten.

Die finnische Börse reagierte positiv auf den Abschied aus Russland und ließ die Stockmann Aktie um teilweise zwölf Prozent steigen.


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