Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Bei welchem Rubelkurs die russische Zentralbank intervenieren könnte, South Stream aufgelöst, Davos begonnen und Gazprom-Lieferungen nach Europa günstiger.

Willkommen zur Tagesübersicht Russlandgeschäft am Mittwoch, den 20. Januar 2016. Wir haben heute im Russlandgeschäft diese Themen für Sie:

  • Ökonomen-Befragung: Zentralbank könnte ab Kurs von 90 Rubel zum Dollar intervenieren,
  • Gazprom: Vereinbarung für South Stream Pipeline-Projekt aufgelöst,
  • Weltwirtschaftsforum in Davos hat begonnen,
  • Gazprom erwartet für Gaslieferungen nach Europa im 1. Quartal einen geringeren Preis,
  • Heute fallen wieder Flüge an den Moskauer Flughäfen aus.

Ökonomen-Befragung: Zentralbank könnte ab Kurs von 90 Rubel zum Dollar intervenieren

Seitdem der Rubel im November 2014 sich selbst überlassen wurde, hat die russische Zentralbank keine Währungsverkäufe mehr getätigt. Nun hat das Wirtschaftsportal Bloomberg nach dem Rubelverfall der letzten Wochen Analysten dazu befragt, wie sehr der Rubel fallen müsse, um eine Intervention der Zentralbank zu provozieren.

Laut den befragten Ökonomen müsste der Rubel noch um 13 Prozent schwächer werden – auf 90 Rubel für einen US-Dollar – damit die Bank einschreite. Zwei Befragte sahen die Schwelle bei 80 Rubel. Währungsverkäufe zur Unterstützung des Rubels sei die wahrscheinlichste Antwort der Zentralbank, gefolgt von verbalen Interventionen und einer Leitzins-Erhöhung, sagten die Fachleute in der Umfrage.

„Nur im Falle einer drastischen Abwertung und Panik des Marktes können wir ein starkes und entschlossenes Handeln der Zentralbank erwarten“, sagte Andreas Schwabe von der Raiffeisen Bank International AG in Wien gegenüber Bloomberg. „So lange, wie das Öl auf einem Abwärtstrend ist, erwarten wir keine deutlichen Aktionen der Zentralbank, um den Rubel zu unterstützen – wie etwa Währungsverkäufe in großem Stil. Es wäre aller Wahrscheinlichkeit nach sehr kostspielig und mit geringem Effekt, gegen den Strom zu schwimmen.“

Es sei eine Gratwanderung, erklärte Per Hammarlund, der Chef-Stratege für Emerging Markets bei SEB AB in Stockholm. Die Zentralbank müsse die Inflation eindämmen und zur gleichen Zeit dem Rubel erlauben, abzuwerten um damit den Föderalen Haushalt durch Öleinnahmen zu unterstützen. „Außer, wenn die Haushalte nun beginnen, in Panik Rubel zu verkaufen – wie im Dezember 2014 – ist es unwahrscheinlich, dass die russische Zentralbank stark interveniert.“


Gazprom: Vereinbarung für South Stream Pipeline-Projekt aufgelöst

South Stream ist nun endgültig am Ende. Die Vereinbarungen über das Projekt der South Stream Gaspipeline seien aufgelöst, meldete Gazprom am heutigen Mittwoch laut Nachrichtenagentur TASS. Der Vorstand habe zugestimmt, die Verträge zwischen Gazprom und der South Stream Transport B.V. aufzulösen und damit Gazprom von seinen Verpflichtungen zu befreien.

Zuvor hatten bulgarische Medien eine Wiederauferstehung des Projekts gemeldet, die aber von russischer Seite nicht bestätigt wurden.


Weltwirtschaftsforum in Davos hat begonnen

Heute hat das 46. Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz begonnen. Das Thema in diesem Jahr: „Die vierte industrielle Revolution meistern“.

Putin kommt, wie auch Merkel und Hollande nicht. Die russische Delegation wird stattdessen vom Vize-Ministerpräsidenten und Bevollmächtigten des Präsidenten im Föderationskreis Ferner Osten, Jurij Trutnew, geleitet.

Die Pressesprecherin von Regierungschef Medwedew, Natalja Timakowa, unterstrich in einem Gespräch mit der russischen Wirtschaftszeitung Vedomosti, dass diese Entscheidung keinesfalls eine Herabsetzung der Bedeutung der Delegation darstelle. Viele erleben das aber so. In den letzten Jahren war immer jeweils der Ministerpräsident oder sein Vertreter nach Davos gereist.


Gazprom erwartet für Gaslieferungen nach Europa im 1. Quartal einen geringeren Preis

Das russische Erdgasförderungsunternehmen Gazprom erwartet für Lieferungen nach Europa im ersten Quartal 2016 einen geringeren Preis als im Vorjahr.
Man gehe von nur noch 184 Dollar pro 1.000 Kubikmeter statt 284 Dollar im gleichen Zeitraum 2014 aus, sagte der Vorstandsvorsitzende Viktor Subko.

Man erwarte, 2016 etwa 160 Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa zu liefern.


Heute fallen wieder Flüge an den Moskauer Flughäfen aus

An den Moskauer Flughäfen fallen heute wieder eine Reihe von Flügen wegen des Wetters aus. Heute morgen wurden etwa bereits zwei Flüge mit der Airline Aeroflot nach München und Berlin vom Moskauer Flughafen Scheremetjewo gestrichen.

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