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Leichte Erholung an Moskauer Börsen, weniger deutsche Unternehmen in Russland, Russen essen weniger Fleisch, Krim-Urlaub wird teurer.

Willkommen zur Tagesübersicht Russlandgeschäft am Dienstag, den 19. Januar 2016. Das sind heute unsere Themen:

  • Leichte Erholung an den Moskauer Börsen,
  • Zahl der deutschen Unternehmen in Russland 2015 gesunken,
  • Preise für landwirtschaftliche Nutzflächen in Russland gestiegen,
  • Die Krise und das Fleisch: Russen kaufen weniger Rinder- und Schweinefleisch, aber mehr russische Pute,
  • Vorläufige Daten: Kapitalausfluss aus Russland 2015 bei 58,9 Milliarden Dollar,
  • Tourismusveranstalter: Urlaub auf der Krim könnte um 30 Prozent teurer werden,
  • Rund 100 Flüge fallen heute an den Moskauer Flughäfen aus oder werden verschoben.

Leichte Erholung an den Moskauer Börsen

Der in Dollar gelistete RTS Index stieg heute nach Börsenöffnung um 2,83 Prozent auf 665,22 Punkte. Der in Rubel notierte MICEX Index um 2,4 Prozent auf 1660,84 Punkte. Der Grund war ein Anstieg der Ölpreise an der Londoner Börse für Märzlieferungen von Brent-Rohöl um drei Prozent auf 29,4 Dollar pro Barrel.


Zahl der deutschen Unternehmen in Russland 2015 gesunken

Die Zahl der deutschen Unternehmen ist 2015 gesunken, schreibt die AHK Russland auf ihrer Website. Die Anzahl der in Russland tätigen Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung habe sich 2015 um sieben Prozent auf insgesamt 5.583 verringert. In den Vorjahren waren es jeweils rund 6.000.

Den Rückgang führt die AHK auf den Rubelverfall und den generellen Wirtschaftsabschwung 2014-2015, aber auch auf ein neues Akkreditierungsverfahren von Repräsentanzen und Filialen ausländischer juristischer Personen zurück, das seit 1. Januar 2015 in Kraft ist.


Preise für landwirtschaftliche Nutzflächen in Russland gestiegen

Die Preise für landwirtschaftlichen Flächen sind im Jahr 2015 in Zentralrussland um 30 Prozent gestiegen. Im Süden des Landes betrug der Anstieg sogar 35 Prozent, schätzen Experten des analytischen Zentrums „SowEkon“. Das berichtet die Wirtschaftszeitung Vedomosti. Der nationale Durchschnittspreis für einen Hektar Land stieg im vergangenen Jahr um ein Viertel auf 34.900 Rubel.

Im Wesentlichen dafür verantwortlich sei die Abwertung des Rubels gewesen. Die Preise für landwirtschaftliche Produkte seien zu einem großen Teil an die Währung gebunden, erklärte Wladislaw Nowotelow von SowEkon.


Die Krise und das Fleisch: Russen kaufen weniger Rinder- und Schweinefleisch, aber mehr russische Pute

Aufgrund der Abwertung des Rubels und sinkender Einkommen der Russen fallen die Einfuhr von Fleisch und dessen Verbrauch. Dafür stieg die Produktion von Putenfleisch in Russland stark an. Das meldete RBC heute.

In den letzten zwei Jahren hat sich der Fleischkonsum der russischen Bürger verringert. 2015 sank der Konsum gegenüber dem Vorjahr um rund drei Prozent auf 10,3 Millionen Tonnen, im Jahr 2014 um zwei Prozent. Zuvor war er seit 2009 stetig gewachsen.

Bei einige Fleischsorten macht sich das besonders bemerkbar. Zum Beispiel kauften die Russen etwa ein Zehntel weniger Rindfleisch, sagte der Präsident des Fleischproduzentenverbands Muscheg Mamikonjan gegenüber RBC. Dies hänge vor allem mit der Rubelabwertung und einem deutlichen Importrückgang zusammen.

Doch die Produktion von Puten, Gänsen und Enten ist gestiegen. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums erhöhte sich etwa 2015 die Produktion von Pute um mehr als ein Drittel auf 205.000 Tonnen. Doch das Wachstum geht von einer niedrigen Basis aus. Vor zehn Jahren seien es nur 28.000 Tonnen gewesen. Auch habe damals der Durchschnittsverbrauch der Russen von Pute bei nur 200 Gramm gelegen. Heute seien es zwar 1,5 Kilogramm, aber das ist im internationalen Vergleich wenig. In den USA, dem Land des Thanksgiving, liegt er bei neun Kilo, in Europa immerhin bei vier bis fünf.

Insgesamt essen die Russen nach Angaben von Rosstat, der Agentur Global Reach Consulting (GRC) und des Fleischproduzentenverbands am häufigsten Huhn (42,9 Prozent), gefolgt von Schwein (32,5 Prozent) und Rind (19,9 Prozent).


Vorläufige Daten: Kapitalausfluss aus Russland 2015 bei 58,9 Milliarden Dollar

2015 ist deutlich weniger Kapital aus Russland geflossen als noch im Vorjahr. Fast drei Mal weniger als 2014 sei es gewesen, ist den vorläufigen Daten der russischen Zentralbank zu entnehmen, die sie gestern veröffentlichte. 2014 waren es noch 153 Milliarden US-Dollar, 2015 wohl nur rund 60 Milliarden. Besonders in der zweiten Jahreshälfte sei weniger Kapital aus Russland ins Ausland geschafft worden.


Tourismusveranstalter: Urlaub auf der Krim könnte um 30 Prozent teurer werden

Die hohe Nachfrage könne die Preise für Urlaub auf der Halbinsel Krim, bekanntlich international umstritten, deutlich ansteigen lassen, berichtet die russische Wirtschaftszeitung Kommersant in einem ausführlichen Artikel.

Irina Tjurina, Vertreterin des Verbands der Russischen Reiseindustrie, sagte dem Kommersant, dass die Preise für Unterkünfte auf der Krim im Sommer für die Reiseveranstalter bereits um 15 bis 20 Prozent gewachsen seien. Zu Beginn der Sommersaison könnten die Preise gar um 30 Prozent höher sein.

Die Anbieter auf der Krim rechnen sich mit dem Wegfall von Ägypten und der Türkei als zwei der beliebtesten Reiseziele einen gestiegenen Zustrom der russischen Touristen aus. 2015 besuchten 4,6 Millionen Menschen die Krim. 21 Prozent mehr als im Vorjahr.


Rund 100 Flüge fallen heute an den Moskauer Flughäfen aus oder werden verschoben

Mehr als 100 Flüge von der russischen Hauptstadt könnten heute Yandex zufolge verschoben werden oder ausfallen.

Früher hieß es von der Föderalen Lufttransport-Agentur, dass der schwere Schneefall, der Moskau bei Nacht getroffen habe, für keine Probleme sorgen werde.

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