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Ölpreis fällt mit Iran-Sanktionen, Subventionierung der russischen Autoindustrie, Sberbank- und VTB-Privatisierung und kostenpflichtiges WiFi am Flughafen – Tagesübersicht Russlandgeschäft 18.1.

Wir hoffen, Sie hatten ein angenehmes Wochenende. Die Eilmeldung von Samstag „Iran-Sanktionen werden aufgehoben“, hat auch Auswirkungen auf das Russlandgeschäft. Hier ist unsere Tagesübersicht Russlandgeschäft für Montag, den 18. Januar 2016:

  • Ölpreis fällt mit Aufhebung der Iran-Sanktionen weiter auf unter 28 Dollar,
  • Regierung plant weitere Subventionierung der russischen Autoindustrie,
  • Russischer Wirtschaftsminister: werden Vorschläge für Sberbank- und VTB-Privatisierung vorbereiten, 
  • Rosturism-Chef im RBC-Interview über russischen Binnentourismus, 
  • Wi-Fi am Flughafen Scheremetjewo kostet jetzt.

Ölpreis fällt mit Aufhebung der Iran-Sanktionen weiter auf unter 28 Dollar

Der Ölpreis ist heute morgen weiter gefallen und auf unter 28 Dollar pro Barrel Brent. Der tiefste Stand seit 2003 sei dabei erfasst worden, meldete Reuters. Wesentlich verantwortlich für den erneuten Fall ist, dass am Samstag das Ende vieler Sanktionen gegen den Iran verkündet wurde. Die Sanktionen waren seit 2006 aufgrund des umstrittenen iranischen Atomprogramms verhängt worden.

Mit dem Ende der Maßnahmen, wird der Erdölexport des Irans steigen. Bis der Iran wieder voll in den globalen Ölmarkt einsteige könne es aber noch Monate dauern, sagte ein hoher Offizieller des Landes. Man bereite vor, die Produktion um 500.000 Fässer am Tag zu erhöhen. Ein Teil des gestiegenen Outputs könne sofort über bestehende Verträge mit China und anderen asiatischen Ländern verkäuft werden.

Allerdings sorgt bereits jetzt das große Angebot (das nun noch größer wird) und die gesunkene Nachfrage (insbesondere Chinas) für einen niedrigen Ölpreis. Das wiederum wirkt sich negativ auf den Rubel-Wechselkurs und die russischen Staatseinnahmen aus. Bei der Eröffnung des Handels heute morgens stieg der Dollar-Rubel-Kurs auf über 78 Rubel für einen US-Dollar.

Doch in Russland sieht man in dem Ende der Iran-Sanktionen auch einen Vorteil. Die Wneschekonombank (VEB) hofft nun darauf, russischen Exporteuren nach Iran zu helfen. Das sagte der Pressedienst der Bank am Sonntag gegenüber TASS.


Regierung plant weitere Subventionierung der russischen Autoindustrie

Die russische Regierung plant, 2016 mit zusätzlichen fünf Milliarden Rubel die russischen Autoherstellern zu unterstützen. Das sagte der Minister für Industrie und Handel, Denis Manturow nach einem Treffen mit Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew gegenüber Reportern. Das Geld werde verwendet, um den Transport für den Export bis zur Grenze zu unterstützen.

Durch die Abwertung des Rubels ist der Preisvorteil russischer Wagen für den Export gestiegen. Der soll so nun offenbar vermehrt ausgenutzt werden. Bislang betrugen der Exportanteil der produzierten leichten Nutzfahrzeuge nach Angaben von ASM-Holding und des föderalen Zolldiensts nur sechs Prozent.

Der russische Automarkt befindet sich in einer tiefen Krise. 2015 wurden 35,7 Prozent weniger Neuwagen als 2014 verkauft. Laut AEB sind auch die Aussichten für 2016 düster. Lesen Sie hier mehr.


Wirtschaftsminister: werden Vorschläge für Sberbank- und VTB-Privatisierung vorbereiten

Eine Privatisierung der beiden größten russischen Banken Sberbank und VTB rückt offenbar näher. Man werde Vorschläge für eine Privatisierung beider Banken vorbereite, sagte der russische Minister für Wirtschaftsentwicklung Alexej Uljukajew am Sonntag gegenüber Journalisten. „Ja, wir werden Vorschläge machen“, antwortete er auf die Frage, ob das Ministerium Privatisierungen plane.

Eine vermehrte Privatisierung könnte den Staatshaushalt für 2016 stützen, der mit einem wesentlich höheren Ölpreis als dem derzeitigen kalkuliert wurde. Nun müsse er korrigiert werden, forderten mehrere russische Minister auf dem Gaidar-Forum in der vergangenen Woche. Das kann nun entweder durch Ausgabenkürzungen oder aber durch Mehreinnahmen erfolgen. Ersteres ist ein schwieriges Unterfangen. Und bei letzterem kommen die Privatisierungen ins Spiel.

Uljukajew schränkte aber ein, dass für einen Verkauf der Sberbank Änderungen der Gesetzgebung nötig seien. Es gebe aber eine heimische Nachfrage nach den Anteilen. „Wir sollten jedoch erst eine konzeptuelle Entscheidung treffen. Wir haben legislative und andere Einschränkungen, die geklärt werden müssen. Die Ausführung selbst, ist kein Problem“, sagte der Minister.


Rosturism-Chef im RBC-Interview über den Binnentourismus

Oleg Safonow, der Chef der Föderalen Tourismusbehörde hat RBC ein Interview gegeben. Darin erwähnt er insbesondere, dass die Tourismus-Produkte für den Tourismus in Russland im Vergleich mit dem ausgehenden Tourismus „absolut nicht konkurrenzfähig“ gewesen seien. Damit sind organisierte Reisen oder Pauschalreisen (gebucht über Reisebüros) gemeint. 80 Prozent der Russen, die innerhalb des Landes reisen, organisieren das selbst, sagte RBC. Der Binnentourismus werde aber entwickelt, sagte Safonow.

Weiter riet er russischen Bürgern aufgrund der Terrorgefahr davon ab, selbst Reisen in die Türkei zu organisieren. Russischen Reiseveranstaltern ist das mit den neuen Sanktionen nicht mehr gestattet.

Online-Berichte, dass die Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor ein Reisebüro für die Erwähnung des Wortes „Türkei“ mit einer Geldstrafe belegt habe, zweifelte er an. „Das war sicher eine Art Witz.“


Wi-Fi am Flughafen Scheremetjewo kostet jetzt

Kleine Information für Flugreisende: Das Internet am Moskauer Flughafen Scheremetjewo kostet nun nach 15 Gratis-Minuten etwas. Zuvor war es gratis, nun ist es schneller. Wie viel und wieso es nun etwas kostet, lesen Sie in diesem Artikel auf Ostexperte.de.

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