Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Ostexperte.deVon

Mehr Touristen kommen nach Russland, Ausgabe von „Mir“-Bankkarten begonnen, Deutsche Bank erhält geringe Strafe.

Zu Beginn möchten wir uns für die gestern ausgefallene Tagesübersicht Russlandgeschäft entschuldigen. Wir hatten leider bis heute mit technischen Problemen zu kämpfen. Hier finden Sie noch einmal die gestrige Übersicht.

Heute, am Dienstag, den 15. Dezember 2015 haben wir in der Tagesübersicht Russlandgeschäft nun diese Themen für Sie:

  • In den ersten drei Quartalen 2015 kamen mehr Touristen nach Russland,
  • Ölpreis weiter im freien Fall, Dollar-Wechselkurs erreicht historisches Maximum,
  • Deutsche Bank in Russland zu 300.000 Rubel-Strafe verurteilt,
  • Ausgabe von Bankkarten des nationalen Zahlungssystems „Mir“ begonnen.

In den ersten drei Quartalen 2015 kamen mehr Touristen nach Russland

Die starke Rubelabwertung hat mehr Touristen nach Russland gelockt. Um 13 Prozent sei die Zahl der Touristen in den ersten neun Monaten 2015 gestiegen, schätzt der Russische Verband der Touristikbranche (RST). Damit seien in den drei Quartalen 2,54 Millionen Menschen als Touristen ins Land gekommen. Lesen Sie dazu auch diesen Artikel auf Ostexperte.de mit entsprechender Infografik.


Ölpreis weiter im freien Fall, offizieller Dollar-Wechselkurs erreicht historisches Maximum

Gestern ist der Ölpreis weiter gefallen. Das Tagestief für einen Barrel der Sorte Nordsee-Ölsorte Brent, an der sich der Preis für russisches Öl orientiert, lag bei 36,76 US-Dollar.

Der offizielle Dollarkurs der russischen Zentralbank erreicht sein historisches Maximum seit 1998. Er stieg im Vergleich zum Vortag erneut um 60,51 Kopeken. Für den 16. Dezember hat ihn die Zentralbank auf 70,8295 Rubel für einen US-Dollar festgelegt. Damit überholt er das bisherige Maximum vom 25. August 2015.

Kreml-Sprecher Peskow nannte die Entwicklung des Rubel-Wechselkurses „besorgniserregend“. Man werde die Situation genau beobachten.


Deutsche Bank zu 300.000 Rubel-Strafe verurteilt

Die russische Tochtergesellschaft der Deutsche Bank muss eine Strafe von umgerechnet 3900 Euro zahlen. Die Strafe in Höhe von 300.000 Rubel hatte die russische Zentralbank aufgrund von Compliance-Fehler in der Ermittlung wegen mutmaßlicher Handelsverstöße in seiner Moskauer Niederlassung. Das berichteten gestern übereinstimmend verschiedene internationale Medien.

Damit kommt die Deutsche Bank äußerst glimpflich davon. Das Handelsblatt titelte dazu etwa: „Russland verhängt die kleinste Bankenstrafe der Welt“. Bei den Vorwürfen geht es wohl um die Mithilfe bei der Geldwäsche mittels sogenannter Mirror Trades (Spiegelgeschäfte). Die Zentralbank sieht dabei die Deutsche Bank offenbar eher als Opfer einer Intrige durch einige Mitarbeiter. Diese habe die Bank dann auch entlassen. Daher sei es auch nicht zu einer härteren Strafe gekommen, berichten Quellen, die mit dem Fall vertraut sind.

Weder die Deutsche Bank noch die russische Zentralbank wollten sich bislang dazu äußern.


Ausgabe von Bankkarten des nationalen Zahlungssystems „Mir“ begonnen

Sieben russische Banken haben heute begonnen, Bankkarten für das neue nationale Zahlungssystem namens „Mir“ (russ. Welt/Frieden) auszugeben. Zu den Banken gehören nach Angaben von RBC: Gazprombank, MDM-Bank, MI-Bank, RNKB, Bank Rossija, Swjas-Bank und SMP-Bank.

„Mir“ soll eine russische Alternative zu Visa und MasterCard darstellen und für Unabhängigkeit sorgen. Im Zuge der Sanktionen der USA im Ukrainekonflikt stoppten die internationalen Betreiber die Bearbeitung von Zahlungen mit Karten der sanktionierten russischen Banken. Um das zukünftig zu vermeiden, wurde in Russland am 1. April 2015 das nationale Zahlungssystem eingeführt, mit dem die Zahlungen innerhalb Russlands bearbeitet werden. Ein erster Prototyp der Plastikkarte wurde im Juni vorgestellt.

Wie RBC berichtet, soll die „Mir“-Karten die Banken allerdings deutlich mehr kosten als die der amerikanischen Zahlungsdienste. Die ausländischen Dienste sollen 35 bis 40 Prozent günstiger sein.


 

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