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Ostexperte.deVon

Der 9. Dezember im Russlandgeschäft: Ölpreis, VW in Russland und IMF.

Heute, am Mittwoch, den 9. Dezember 2015 in der Tagesübersicht Russlandgeschäft:

  • Ölpreis für Brent unter 40 Dollar, 
  • VW: „Eine andere Art von Krise in Russland“, 
  • IMF greift im Schuldenstreit mit der Ukraine ein.

Ölpreis für Brent unter 40 Dollar

Gestern ist der Ölpreis für einen Barrel der Sorte Brent unter die 40-Dollar-Grenze gesunken (wie in der gestrigen Tagesübersicht Russlandgeschäft berichtet). Der Rubel-Wechselkurs, stark vom Ölpreis abhängig, stieg dementsprechend auf teilweise auf über 76 Rubel für einen Euro – so hoch war er zuletzt im September. Für die ausländischen Unternehmen sind also nach wie vor die großen Wechselkurs-Schwankungen in Russland eine große Herausforderung.

Heute morgen stieg der Preis wieder etwas auf über 40 Dollar an, von einer Erholung kann aber nicht die Rede sein. Auch weiterhin sehen Experten Potenzial für einen weiteren Preisverfall.


VW: „Eine andere Art von Krise in Russland“

VW hat sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur zu seinem Russlandgeschäft geäußert. Man habe auf die derzeitigen Probleme mit einem massiven Sparkurs reagiert.

„Wenn in Deutschland der Automarkt um fünf Prozent nach unten geht, dann spricht man von Krise. Das ist hier mit minus 45 Prozent in zwei Jahren schon eine andere Art von Krise“, sagte Marcus Osegowitsch, der Chef von VW-Russland in Kaluga.

Osegowitsch sagte auch in Hinblick auf den Abgasskandal (der offenbar nicht so schlimm ist, wie gedacht): „In Russland verkaufen wir sehr wenig Diesel.“ Deswegen spiele „Dieselgate“ für das Geschäft in Russland kaum eine Rolle. Auch russische Offizielle hatten sich zuvor positiv über den deutschen Autokonzern geäußert. Er erfülle bislang alle russischen Normen.

Gestern hatte der AEB neue Zahlen zum russischen Automarkt veröffentlicht. Von Januar bis November sind die Absatzzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent zurückgegangen. VW hat in Russland demzufolge 38 Prozent weniger Autos verkauft.


IMF greift im Schuldenstreit mit der Ukraine ein

Der Internationale Währungsfonds (IMF) hat die Kredit-Regeln zugunsten der Ukraine geändert. Er will, dass Länder weiter finanziell unterstützt werden können, die bei ihren Gläubigern in Zahlungsrückstand geraten. Das teilte ein Sprecher des Fonds am Dienstag mit.

Der russische Finanzminister Anton Siluanow bezeichnete die Entscheidung gegenüber TASS als „gegen Russland gerichtet“. „Die Entscheidung wurde einzig dazu getroffen, um Russland vorzuverurteilen und die Möglichkeit für Kiew zu legalisieren, seine Schulden nicht zu zahlen“, sagte der Minister. Man werde seine Rechte als Verleiher verteidigen und bereite bereits die Dokumente vor, um dagegen vorzugehen.

Russland fordert eine Rückzahlung von Schulden der Ukraine in Höhe von drei Milliarden Dollar. Die Regierung in Kiew plant allerdings eine Umschuldung von insgesamt 15 Milliarden Dollar – auch als Teil eines internationalen Hilfspakets des IMF. Dem will Russland nicht zustimmen. Der Forderungsverzicht sei mit privaten Gläubigern vereinbart, man müsse die im Dezember fällige Fremdwährungsanleihe aber als zwischenstaatlichen und nicht als privaten Kredit behandeln.

Der IMF akzeptiert bislang Zahlungsrückstände bei privaten Gläubigern, aber nicht bei Staaten.

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