Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Rufil Russia Consulting

Ostexperte.deVon

Willkommen zur Tagesübersicht Russlandgeschäft für Montag, den 7. Dezember 2015. Wir hoffen, Sie hatten ein angenehmes Wochenende. Heute in der Tagesübersicht:

  • Freihafen Wladiwostok könnte Milliardeninvestment erhalten,
  • Russische Mittelschicht könnte schrumpfen,
  • AvtoVAZ stoppt offenbar Produktion für einen Monat, 
  • Bayerns Wirtschaftsministerin Aigner für Besuch in Moskau.

Freihafen Wladiwostok könnte Milliardeninvestment erhalten

Das im Oktober zum Freihafen ernannte Wladiwostok könnte im Zuge dessen Investments in Höhe von mehr als 918 Millionen Dollar erhalten. Das teilte die Administration der fernöstlichen Region Primorje mit. „Wir haben schon um die zehn Bewerbungen potenzieller Residenten des Freihafens Wladiwostok mit Investmentvorschlägen von ingesamt 62 Milliarden Rubel erhalten“, sagte der erste stellvertretende Gouverneur des Primorskij Krai, Wasilij Usolzew laut dem Portal Portnews.ru.

Mit der neuen Sonderwirtschaftszone sollen Investments angelockt werden und somit die Entwicklung der fernöstlichen Region deutlich beschleunigt werden.


Russische Mittelschicht könnte schrumpfen

Die russische Zeitung Kommersant berichtet darüber, dass sich die russische Mittelschicht im Zuge der Krise bis Ende 2015 von etwa 20 auf 15 Prozent der Bevölkerung verringern könnte. Dabei beruft sich die Zeitung auf Experten des Instituts für soziale Analysen und Prognosen „РАНХиГС“ (RANChiGS).

Die Mittelschicht sei seit dem Boom der 2000er Jahre kaum gewachsen. Das größte Hindernis dabei sei die Struktur des Arbeitsmarktes. Ein Großteil der Arbeitsplätze beziehe Hochqualifizierte nicht mit ein. Ebenfalls problematisch sei, dass sich die Reallöhne derzeit sehr negativ entwickelten. Dadurch werde es schwerer, in die Mittelklasse aufzusteigen.

Als Mittelklasse definieren die Experten nämlich, wenn jemand in zwei der folgenden drei Kategorien fällt:

  1. Einkommen gleich oder über dem Durchschnittslohn der Region, Gespartes reicht aus, um ein Fahrzeug zu kaufen,
  2. Bestimmte soziale und berufliche Eigenschaften (Hochschulbildung oder zur Gruppe der Facharbeiter oder Unternehmer gehörend),
  3. Subjektive Selbstwahrnehmung (recht hohe Einschätzung der eigenen Situation in Bezug auf Reichtum, Macht und Respekt).

Alle drei Merkmale treffen laut der Studie nur auf 8,1 Prozent der Bevölkerung zu.


AvtoVAZ stoppt offenbar Produktion für einen Monat

Der russische Autohersteller AvtoVAZ will offenbar seine Produktion in Togliatti vom 18. Dezember bis zum 18. Januar für einen Monat einstellen, schreibt die russische Zeitung Vedomosti. Damit reagiert das Unternehmen auf die niedrige Nachfrage nach Autos in Russland. Der Umsatz der gesamten Automobilbranche in Russland war laut AEB zwischen Januar und Oktober 2015 um rund 30 Prozent gesunken. Bereits im letzten Jahr hatte AvtoVAZ über die Neujahrsfeiertage (vom 1. bis zum 10. Januar) seine Produktion gestoppt. Damals allerdings vom 31. Dezember bis zum 18. Januar.

Für den Bericht von Vedomosti gibt es allerdings noch keine Bestätigung. AvtoVAZ wollte sich dazu bislang noch nicht äußern.


Bayerns Wirtschaftsministerin Aigner für Besuch in Moskau

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) reist morgen (8.12.) für einen zweitägigen Besuch mit einer Delegation nach Moskau. Das geht aus ihrem Terminplan hervor. Dabei solle insbesondere die Zukunft der Wirtschaftsbeziehungen im Vordergrund stehen. Entscheidend sei es, „die Kontakte aufrechtzuerhalten und zu pflegen“, wird sie im Merkur zitiert. Sie sprach sich dabei auch gegen ein Ende der Sanktionen aus: „Im Interesse der bayerischen Wirtschaft ist es, dass die Sanktionen, sobald die Vereinbarungen des Minsk II-Abkommens eingehalten werden, schnell aufgehoben werden“, sagte Aigner.

Von den laut AHK Russland rund 6000 deutschen Unternehmen in Russland kommen nach Schätzungen der IHK München und Oberbayern etwa ein Drittel, also 2000 aus Bayern. Die Exporte aus dem Freistaat nach Russland sind wie auch insgesamt in Deutschland deutlich zurückgegangen.


Wir hoffen, Ihnen gefällt unsere Tagesübersicht Russlandgeschäft. Wir freuen uns auf Anregungen und Feedback unten in den Kommentaren oder per Mail.

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