Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Ostexperte.deVon

Heute, am Donnerstag, den 3. Dezember 2015, steht die Tagesübersicht Russlandgeschäft – leider – wieder im Zeichen von Sanktionen. Das sind die Themen:

  • Russischer Wirtschaftsminister: Ersatz für türkische Produkte könnte aus arabischen oder nordafrikanischen Ländern kommen, 
  • Offenbar Verlängerung der EU-Sanktionen gegen Russland, 
  • Was Sie beachten müssen, wenn Sie als ausländischer Arbeitnehmer in Russland einen neuen Pass bekommen, 
  • Präsident Putin hält heute Ansprache an die Nation.

Russischer Wirtschaftsminister: Ersatz für türkische Produkte könnte aus arabischen oder nordafrikanischen Ländern kommen

Russland brauche Zeit, die sanktionierten türkischen Waren zu ersetzen, sagte der russische Wirtschaftsminister Alexej Uljukajev am Mittwoch, berichtet TASS. Die Waren sollen nun aus arabischen oder nordafrikanischen Ländern kommen.

„Es gibt zwei Punkte bei denen der türkische Anteil am Import sehr hoch ist – das sind Tomaten und Zitrusfrüchte, vor allem Zitronen. Wir haben viele Länder, arabische wie der Iran, in Nordafrika und einige weitere, die in der Lage sind, eine signifikante Menge dieser Produkte zu liefern.“ Natürlich werde aber Zeit benötigt, Verträge auszuhandeln und Hygieneüberprüfungen vorzunehmen, sagte der Minister.

Die Situation sei „absolut unter Kontrolle“. Man werde mit Sicherheit alle Lücken auf dem russischen Markt in kurzer Zeit schließen, fügte Uljukajev hinzu.

Allerdings werden die Preise der entsprechenden Lebensmittel wohl weiter steigen. Das Wirtschaftsportal RBC hat dazu eine Liste veröffentlicht „10 Produkte, die mit den Türkei-Sanktionen teuer werden könnten“ – es sind nahezu alle sanktionierten Lebensmittel von Tomate bis Huhn aufgelistet.

Die russische Zentralbank meldete dazu gestern, dass der Einfluss des Embargos auf die Inflation allerdings zu vernachlässigen sei. Der Anstieg liege voraussichtlich im Bereich von 0,2 bis 0,4 Prozent, schreibt die Bank in einer Presseaussendung.


Offenbar Verlängerung der EU-Sanktionen gegen Russland

Die Europäische Union will offenbar die Wirtschaftssanktionen gegen Russland um weitere sechs Monate verlängern. Es herrsche dabei eine „allgemeine Übereinstimmung“, in diese Richtung zu gehen, sagte der spanische Außenminister José Manuel García-Margallo bei einer Pressekonferenz in Brüssel. Die Aufhebung der Sanktionen sei an die Erfüllung des Minsker Friedensplanes geknüpft. Dieser sei nicht erfüllt worden. Einige EU-Diplomaten bestätigten die Aussage des Spaniers. Sie müsse lediglich noch formalisiert werden.

Die Verlängerung könnte bereits am 14. Dezember beim nächsten Treffen der EU-Außenminister beschlossen werden. Die bisherigen Sanktionen gegen Russland dauern bis zum 31. Januar 2016. Sie waren im Sommer verlängert worden.


Was Sie beachten müssen, wenn Sie als ausländischer Arbeitnehmer in Russland einen neuen Pass bekommen

Ihr Reisepass ist abgelaufen und Sie müssen einen neuen beantragen. Soweit nichts Ungewöhnliches. Falls Sie als ausländischer Arbeitnehmer in Russland arbeiten, müssen Sie dabei allerdings etwas beachten, warnt die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer in einer Aussendung: Sie müssen den Föderalen Migrationsdienst (FMS) innerhalb von sieben Tagen darüber informieren, wenn Sie einen neuen Pass haben oder Änderungen vorgenommen wurden. Dann ändert der FMS Ihre Arbeitserlaubnis entsprechend.

Das Problem: Bei deutschen Pässen liegt das Ausstellungsdatum zwangsläufig schon bei Erhalt von neuen Pässen weit darüber. Die Bundesdruckerei übernimmt nämlich das Antragsdatum. Und bei einer Bearbeitungszeit von mehreren Wochen lässt sich die russische Frist nicht einhalten.

Die Lösung: Man kann aber bei den Auslandsvertretungen (also etwa der deutschen Botschaft) spezielle Bescheinigungen dafür erhalten, die von russischer Seite akzeptiert werden.


Präsident Putin hält heute Ansprache an die Nation

Russlands Präsident Wladimir Putin hält ab 12 Uhr russischer Zeit eine Ansprache an die russische Nation. Es wird erwartet, dass er sich dabei zum russischen Einsatz in Syrien, zum Konflikt mit der Türkei sowie zur wirtschaftlichen Lage äußern wird.


Wir hoffen, Ihnen gefällt unsere Tagesübersicht Russlandgeschäft. Wir freuen uns auf Anregungen und Feedback unten in den Kommentaren oder per Mail.

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