Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Rufil Russia Consulting

Lukas ReichensteinVon

Positive Bilanz der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen

Am 28. November 2013 fand der alljährliche Tag der offenen Tür der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) im Kongresszentrum des Swissotels Moskau statt.

Ulrich Brandenburg, scheidender Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Russland, sprach in seiner Begrüßungsrede über aktuelle Anliegen der deutsch-russischen Beziehungen. Ein zentraler, von ihm angesprochener Punkt betraf die Visapolitik. Mit der Auslagerung der Bearbeitung von Visaanträgen an private Dienstleister habe sich für russische Staatsbürger das Verfahren zur Visabeantragung stark vereinfacht. In vielen russischen Großstädten wie Saratow, Jekaterinburg und Novosibirsk sind Visaantragszentren entstanden. Zusätzliche Zentren würden bald in Perm, Irkutsk und Wladiwostok eröffnet. In diesem Jahr seien bereits mehr als 300.000 Visa an russische Staatsbürger ausgestellt worden. Im kommenden Jahr erwarte man eine weitere Erhöhung, so der Botschafter.

Anschließend sprach Aleksey Kudrin, Finanzminister a. D. der russischen Föderation, über die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung Russlands. Über Russlands Umgang mit der Finanzkrise, den WTO-Beitritt und die sich vertiefenden deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen zog er eine insgesamt positive Bilanz. Gleichzeitig ging er auf bestehende Probleme ein, wie die enormen Unterschiede in der Entwicklung der Regionen und die seiner Ansicht nach zu geringen Investitionen von Unternehmen in Innovationen.

Im Anschluss an die beiden Vorträge fanden parallele Workshops zu verschiedenen Russlandbezogenen Themen statt.

Einer der Workshops behandelte die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung in Russland. Hierbei wurden verschiedene Vereine und Initiativen vorgestellt, die sich in diesem Bereich engagieren. Z.B. die Vereine „ROOI Perspektiva“ (seit 1997) und der „Sovet biznesa po voprosam invalidnostju“ (Der Geschäftsrat für Angelegenheiten mit Menschen mit Behinderung, seit 2008), welche, Menschen mit Behinderungen bei der Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit unterstützen. Zu den Aktionen der Vereine gehören spezielle Training, die den Dialog und den Umgang zwischen Behinderten und ihren Arbeitgebern und Kollegen fördern. Ferner auch Stellenbörsen oder die Ausstellung „Leben in neuer Farbe“, die zeigt, dass auch Menschen mit Behinderung ein interessantes und erfülltes Arbeitsleben haben können. Zum Ende des Workshops berichteten Teilnehmer dieser Initiativen darüber, wie sie ihren Beruf gesucht und gefunden haben.

In einem weiteren Workshop stellte die Arbeitsgruppe Compliance der AHK die Initiative zur Korruptionsbekämpfung vor und erläuterte die positiven Veränderungen, welche viele Firmen durch die Implementierung eines Compliance Systems erfahren hätten. Zum Abschluss präsentierte der Konzern LANXESS sein Praxisbeispiel für ein effektives Compliance-System.

Auch in diesem Jahr nutzten ausgewählte deutsche Firmen die Gelegenheit, sich den Besuchern der Veranstaltung mit einem eigenen Firmenstand zu präsentieren. Unter den Austellern waren namhafte Firmen wie SCHENKER, BOSCH, Rödl & Partner, das Deutsch-Russische Forum und RUFIL CONSULTING.

Auch wenn die Besucherzahlen des diesjährigen Tags der offenen Tür erneut deutlich unter denen der Vorjahre lagen, bleibt die Veranstaltung eine zentrale Institution der deutsch-russischen Geschäftswelt – eine hervorragende Gelegenheit, sich über die aktuellen Themen zu informieren und wichtige Geschäftskontakte zu pflegen und zu vertiefen.


Autor: Lukas Reichenstein, RUFIL CONSULTING

Lukas Reichenstein
Über den Autor

Ich heiße Lukas Reichenstein und wohne und studiere in Potsdam. An der Universität Potsdam studiere ich seit 2010 Interdisziplinäre Russlandstudien und befinde mich im siebten Semester. Die Interdisziplinären Russlandstudien sind ein neuer vierjähriger Bachelorstudiengang, eine Kombination aus Wirtschaft, Politik und der russischen Sprache. Das vierte Studienjahr sieht einen einjährigen Russlandaufenthalt vor, der ein Semester an einer russischen Hochschule und ein Praktikum beinhaltet. Das Studium soll junge Fachleute für die Aufnahme von Schlüsselpositionen in NGO’s und Unternehmen heranbilden, die mit Russland zusammenarbeiten. Seit drei Jahren lerne ich nun schon aktiv die russische Sprache und durfte bereits viele interessante Bekanntschaften schließen sowie unvergessliche Momente erleben, im größten Land der Welt.