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Sportwetten-Regulierung in Russland wird überarbeitet

Für russische Anbieter von Sportwetten gibt es neue Hürden bezüglich Steuern und Wettauswahl. Das russische Parlament, die Duma, hat einen entsprechenden Gesetzentwurf verabschiedet. Das Gesetz mit der Nummer 647044-7, vorgestellt im April 2020, umfasst eine Reihe von strengeren Regulierungen. So soll der Kreml entscheiden, auf welche Ereignisse künftig gewettet werden kann und auf welche nicht.

Darüber hinaus werden die Steuern neugeordnet. Beispielsweise ist es vorgesehen, dass die Betreiber von nun an jedes Quartal ihre Steuern zahlen. Sollte der russische Präsident Wladimir Putin den Gesetzentwurf unterschreiben, tritt das neue Gesetz voraussichtlich im Herbst dieses Jahres in Kraft.

Ähnlich wie in Deutschland gibt es damit auch in Russland ein Umdenken, wie mit Online Buchmachern und Online Casinos umgegangen werden soll. Die Spielautomaten-Industrie wird zurzeit aber noch ignoriert. Erste Änderungen gibt es hingegen bei den Sportwetten.

Höhere Last für die Betreiber

Vereinfacht dargestellt, müssen die Anbieter auf Grundlage des Gesetzentwurfs ihre finanziellen Verpflichtungen erhöhen. Wie bereits erwähnt, müssen die Buchmacher alle drei Monate ihre Steuern entrichten. Der Umfang der Steuern soll 5 % der Bruttospielumsätze des jeweiligen Anbieters betragen. Neu ist, dass auch Wetten auf ausländische Begegnungen für die Steuer herangezogen werden sollen. Zuvor galt dies nur für Partien, die in Russland standfanden.

Weiterhin müssen die Buchmacher eine Mindesthaftung von 500 Millionen Rubel (ca. 6 Millionen Euro) in Bankbürgschaften vorweisen können. Das Eigenkapital muss mindestens 1 Milliarde Rubel (ca. 12 Millionen Euro) betragen.

Im Voraus wurden 14 Buchmacher von den Klauseln der Mindesthaftung und des Eigenkapitals befreit, weil diese Anbieter ihre Lizenz bereits im Jahr 2010 erhalten hatten. Zu dieser Zeit gab es noch keine finanziellen Mindestanforderungen. Gegenwärtig halten 20 Buchmacher eine Lizenz für den russischen Markt. Das Kontrollsystem der Regierung überwacht und zeichnet alle Transaktionen dieser Anbieter auf, um Geldwäsche und der Finanzierung von illegalen Aktivitäten vorzubeugen.

Neue Vorgaben auch für die Art der Wetten

Eine weitere umfassende Neuerung betrifft die Art der Sportwetten. Auf Grundlage des neuen Gesetzes können die russischen Regierungsbehörden selbst bestimmen, welche Wetten für den Einsatz mit Echtgeld angeboten werden dürfen. Sofern das Gesetz in Kraft tritt, können russische Buchmacher ausschließlich Wettarten anbieten, die von der Regierung genehmigt worden sind. Dies betrifft nicht nur Wetten auf Sportbegegnungen, sondern auch Ergebniswetten in anderen Bereichen wie Politik und Fernsehen.

Das GUS-Büro von Dentons, einer der größten Wirtschaftskanzleien der Welt, beobachtet den Sportwettenmarkt in Russland. Folgende Anmerkung wurde von Dentons zum Thema veröffentlicht: „Dieses Gesetz wird 60 Tage nach seiner offiziellen Bekanntmachung in Kraft treten. Vor der Bekanntmachung müssen der Gesetzentwurf vom Präsidenten gebilligt und Detailfragen geklärt werden. Wir rechnen damit, dass die neuen Anforderungen in der Mitte des Herbstes 2020 wirksam werden.“

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Titelbild: Simon Schütt / Ostexperte.de

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