Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Rufil Russia Consulting

Christopher BraemerVon

Neues Rechenzentrum optimiert Wartung von „Lastotschka“ und „Sapsan“

Siemens eröffnet in Zusammenarbeit mit den Russischen Eisenbahnen (RŽD) ein neues Hochleistungs-Rechenzentrum im Eisenbahndepot „Podmoskowje“ (Moskauer Gebiet). Durch das Rechenzentrum sollen langfristig Eisenbahnbetrieb und Infrastruktur weiterentwickelt und an internationale Standards angepasst werden. Dies teilte Siemens via Pressemeldung mit.

Im Eisenbahndepot „Moskauer Gebiet“ werden, im Rahmen einer Vereinbarung mit RŽD, über 1.200 Waggons der von Siemens entwickelten Züge „Lastotschka“ („Schwalbe“) und „Sapsan“ repariert und gewartet. An der Eröffnungszeremonie nahmen der stellvertretende Geschäftsführer der Russischen Eisenbahnen, Walentin Gapanowitsch, der Kundendienst-Direktor der Siemens AG, Johannes Emmelheinz, sowie der Präsident von Siemens Russland, Dietrich Möller, teil.

Intelligentes System senkt Kosten

Das Rechenzentrum ermöglicht es, den Zustand der Züge aus der Ferne genau zu bestimmen und somit den Wartungsprozess zu optimieren. Zudem soll das neue Datenzentrum die bestehende Schieneninfrastruktur verbessern und die Betriebskosten senken.

Das intelligente Analysesystem ermöglicht nicht nur die Bestimmung des technischen Zustandes, sondern auch Empfehlungen für Service-Ingenieure. Damit soll die Anzahl der Zugausfälle gesenkt werden. Hochgeladene Daten werden zunächst analysiert und an den Service-Ingenieur weitergeleitet. Des Weiteren dient das Rechenzentrum der Erforschung digitaler Technologie von Schienen-Infrastruktur und Fahrzeugen im öffentlichen Nahverkehr.

Strategische Partnerschaft von Siemens und RŽD

Das Datenzentrum wurde infolge der strategischen Partnerschaft der beiden Unternehmen eröffnet. Der Vertrag wurde im Juni 2016 während des St. Petersburg International Economic Forum (SPIEF) unterzeichnet. Siemens ist das erste Unternehmen, das an einem Datenzentrum in der Russischen Eisenbahnindustrie beteiligt ist. Das Datenzentrum weist Parallelen zu dem von Siemens in München auf.

„Unser Unternehmen legt großen Wert auf Innovation im Schienenverkehr. Dabei beobachten wir aufmerksam die Entwicklung des Projekts ‚Digital Railroad‘ der Russischen Eisenbahnen“, so Siemens-Chef Dietrich Möller. Die Innovationen im Bereich der Bahnwartungstechnologie ermögliche dem Partnerunternehmen RŽD zudem die weitere Anpassung an internationale Standards.

Titelbild

Quelle: Pressefoto, Siemens AG Russland

Christopher Braemer
Über den Autor

ist Wirtschaftsredakteur der Moskauer Deutschen Zeitung.

Zuvor arbeitete er u.a. als freier Journalist für Nordkurier und Mitteldeutsche Zeitung. Er studierte Politik und Wirtschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie Osteuropastudien in Bologna und Sankt Petersburg.