Sie importieren – und alle profitieren: deutsch-russische Papierlogistik in Krisenzeiten

Wie deutsche Hersteller mit der WR Group ihre Logistik optimieren können

Begehrt wie nie zuvor: als die Coronakrise letztes Jahr Deutschland erreichte, stieg die Nachfrage nach Sanitär- und Hygieneprodukten rasant – eine Herausforderung für Produktion und Logistik. Die deutsche WR Group erkannte das Problem, und organisierte schnellen Nachschub aus Russland.

Hamsterkäufe, leere Regale und die Frage: Wann kommt Nachschub? Als die Coronakrise im letzten Frühjahr in Deutschland ausgebrochen war, hatten Verkäufer und Händler mit Lieferengpässen zu kämpfen. Insbesondere an Toilettenpapier mangelte es. Das deutsche Logistikunternehmen WR Group reagierte auf den Rekordbedarf – und kontaktierte seinen russischen Partner in Kaluga, die Arkhbum Tissue Group, Hersteller von hochqualitativem und nachhaltigem Papier. Daraufhin importierte und spendete die WR Group eine erste Charge russischen Toilettenpapiers an das Universitätsklinikum Düsseldorf. Die Aktion machte den deutschen Einzelhandel auf die Produkte der Marke Soffione aufmerksam. Damit wurde das Logistikunternehmen 2020 zum größten Importeur von Sanitärprodukten in Deutschland. Die in Russland hergestellten Papierprodukte sind heute in den Regalen der führenden deutschen Einzelhandelsketten zu finden.

Partnerschaft für alle Zeiten

Die Partnerschaft der Düsseldorfer WR Group mit der österreichisch-deutschen Holding Pulp Mill, zu der Arkhbum Tissue gehört, besteht schon seit einigen Jahren. Im Jahr 2019 lieferte die WR Group eine Tissue-Papiermaschine in die Region Kaluga. Die Maschine ist heute das Herzstück des Produktionsbetriebs von Arkhbum Tissue.  

Der Transport war dabei eine besondere Herausforderung: Für eine reibungslose Zollabwicklung musste das Gerät in Einzelteile zer­legt und mit 182 Transporteinheiten nach Russland transportiert werden, darunter mehrere Schwer- und Übermaßtransporte. Die Besonderheit war, dass alle Maschinenteile mit einem Klassifizie­rungsbescheid unter einem Unicode verzoll­t wurden – und die Transporte zur gleichen Zeit am Grenzübergang eintreffen mussten.

Normalerweise wickelt die WR Group als Experte für Transport, EAC-Zertifizierung und Zoll in der Eurasischen Wirt­schaftsunion (EAWU), komplexe Logis­tikprojekte ab für Industriebetriebe in Bereichen wie Öl, Gas, Chemie und Petrochemie. Doch mit der Pandemie eröffneten sich dem Unternehmen ganz neue Möglichkeiten: „Krise birgt in der Tat nicht nur Gefahren, sondern auch Chancen“, so Wadim Rosenstein, CEO der WR Group.

Logistikoptimierung durch Rundlauf-LKWs

Bisher hat die WR Group mehr als 1000 mit Papier vollbeladene Lastkraftwagen nach Deutschland geschickt. In Zukunft soll aber noch mehr geliefert werden. Die Vorausset­zungen dafür werden gerade in Kaluga ge­schaffen.

Dank der Partnerschaft mit Arkhbum Tissue konnten die Logistikexperten einerseits die Lieferkette von Russland nach Europa gut organisieren, zum anderen aber auch die Logistik von Europa nach Russland optimieren. Die zahlreichen LKWs, die russische Produkte wöchentlich nach Deutschland einführen, befinden sich im Rundlauf-Einsatz. Eine Chance für deutsche Unternehmen: sie können die Fahrzeuge der WR Group in Anspruch nehmen und dadurch die Effizienz ihrer Logistik nach Russland steigern.

Titelbild
Titelbild: WR Group
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