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Russlands Lust auf Sportwetten steigt stetig an

Nach den Gesetzesänderungen 2014 und einem Anstieg von internationalen Buchmachern, die auf den Markt drängen, taucht Russlands Sportwetten-Industrie nach und nach aus dem Untergrund auf.

Russland profitiert von einer wachsenden Sportwettenindustrie, wobei die Russen Wetten auf nationale Fußballspiele, europäischen Fußball, USA-Sportarten und vieles mehr platzieren.

Das Wachstum des Sportwettenmarktes wurde dadurch angetrieben, dass Russland im letzten Jahrzehnt erstklassige Sportveranstaltungen ausgetragen hat. Dazu zählen die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 und die Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014. Doch der Hauptgrund liegt darin, dass internationale Betreiber auf den russischen Glücksspielmarkt drängen und bessere Online-Sportwettendienste anbieten.

Eine der neuesten Entwicklungen in der russischen Sportwettenlandschaft ist das Live-Streaming, das ebenfalls die Live Wetten als Option erfolgreich vorangetrieben hat. Dank all dieser Verbesserungen auf dem Markt, hat Russland jährliche Bruttoeinnahmen von mehr als 80 Millionen Dollar zu verzeichnen. Aber mit dem Beginn eines neuen Jahrzehnts wird erwartet, dass diese Zahl von weitaus bedeutenderen Umsätzen und einem Anstieg von russischen Sportwettenanbietern in den Schatten gestellt wird.

Russlands Sportwetten-Schwarzmarkt

Dennoch, Sportwetten waren in Russland nicht immer legal. Genau gesagt dauerte es bis zum Jahr 2014, in dem die Behörden ein Gesetz erließen, das Sportwetten vollkommen legal machte. Das bedeutet jedoch nicht, dass vor 2014 keine Sportwetten in Russland platziert wurden. Die meisten Wettenden nutzten Untergrund-Webseiten und platzierten dort Wetten auf dem russischen Sportwetten-Schwarzmarkt.

Es wird gesagt, dass 60 Prozent der Sportwetten immer noch auf dem illegalen Markt bei Buchmacher-Seiten platziert werden, die ohne Lizenzen der russischen Behörden operieren. Aber was ist der Grund dafür? Nun, es läuft alles auf die Steuern hinaus. Russen, die Sportwetten platzieren, ziehen das Spielen auf Untergrund-Webseiten vor, weil sie dort versuchen können, mehr Geld zu gewinnen, ohne dafür Einkommenssteuer bezahlen zu müssen (was ebenfalls für die Betreiberseiten gilt).

Russland blockiert Internetdienstleister, um einige Online-Seiten abzuschrecken. Die legalen Sportwettenseiten sind gezwungen, mit TSUPIS zusammenzuarbeiten, einem Unternehmen, das von der russischen Regierung unterstützt wird. Es ist die einzige Möglichkeit für die Webseiten in der Glücksspielindustrie, Transaktionen legal durchzuführen.

Trotzdem sind moderne Zahlungsmethoden in Russland bei anderen Käufen beliebt.

Ein VPN-Verbot könnte die Industrie aus der Bahn werfen

Der Schwarzmarkt von Sport- und Onlinewetten könnte das Wachstum der Industrie hemmen. Das wird jedoch durch ein Verbot von VPNs unterbunden, die häufig dazu genutzt werden, um illegale Wettseiten aufrufen zu können, ohne entdeckt zu werden.

Das sogenannte Virtuelle Private Netzwerk (VPN) wird benutzt, um den vermeintlichen Standort des Internet-Benutzers mittels verschlüsselter Tunnel zu verändern. Damit kann ein Spieler es so aussehen lassen, als würde er von irgendwo auf der Welt oder einem speziellen Ort Wetten platzieren, je nachdem welchen VPN-Anbieter sie wählen.

Wo platzieren Russen derzeit gerne ihre Wetten?

In Russland gibt es nun Dutzende lizenzierte Buchmacher, bei denen die Kunden legal spielen können, wobei Sportwetten immer noch zu den Favoriten zählen. Der erste internationale Wettanbieter, der auf dem russischen Markt zu finden war, war GVC Holdings, dem unter anderem PartyCasino und Ladbrokes Coral gehören. Das Unternehmen tat sich mit dem russischen Betreiber Digital Betting zusammen, um den lizenzierten Buchmacher Bwin in Russland einzuführen.

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Titelbild: Bukharev Oleg / Shutterstock.com

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